Was ändert sich für Verbraucher mit dem neuen EU-Energielabel?

Dass Energiesparsamkeit auch der EU wichtig ist, wissen wir schon lange. Schließlich ist das gute alte EU-Energielabel, das über den Stromverbrauch von Elektrogeräten aufklärt, schon mehr als 20 Jahre alt.

Was ändert sich für Verbraucher mit dem neuen EU-Energielabel?
Bild: Piotr Adamowicz/shutterstock.com
Da die EU im Jahr 2017 eine radikale Vereinfachung des EU-Energielabels beschlossen hat, wird bald aber zumindest die bisherige Skala von A+++ bis D Geschichte sein. Was aber bedeutet das für Stromverbraucher?

Neues Label für mehr Transparenz

Mit der Inkraftsetzung des EU-Gesetzes zur Reformierung des EU-Energielabels sorgt die Europäische Union entgegen ihrem Ruf für eine tatsächliche Vereinfachung für Verbraucher. Diese war auch bitter nötig, denn viele Verbraucher kamen mit der alten Regelung nicht mehr zurecht. Künftig sollen ausschließlich die Energieeffizienzklassen A bis G existieren und dem Verbraucher als Orientierung dienen. Damit wird die chaotische Skala abgelöst, die in der Vergangenheit nach Lust und Laune nach oben hin erweitert wurde, indem man an die ehemals höchste Effizienzklasse „A“ schlicht ein Plus anhing. Bei Verbrauchern war damit Verwirrung vorprogrammiert, denn auch wenn Geräte aus der Kategorie A noch immer sehr sparsam wirkten, existierten doch bereits Geräte der Klassen A++ oder A+++, die noch weniger Energie verbrauchten.

Das ändert sich in Zukunft

Das neue Label erlaubt nicht, dass mit jeder besseren Gerätegeneration einfach Kategorien hinzugefügt werden. Ganz im Gegenteil soll es sich um ein dynamisches Bewertungssystem handeln, sodass die besten Geräte auch stets in der Kategorie A und die schlechtesten in der Kategorie G zu finden sein werden. Neben der Energieeffizienz wird das EU-Energielabel beispielsweise auch Informationen zur Lautstärke, dem Wasserverbrauch oder im Fall eines Staubsaugers zur Saugleistung tragen. Verbraucher profitieren zudem von der Einführung einer Produktdatenbank, in der alle mit dem EU-Energielabel gekennzeichneten Geräte registriert werden. Damit soll es bald möglich sein, die energieeffizientesten Geräte mit nur wenigen Mausklicks zu identifizieren.

Lange Übergangsfristen bis zur verbindlichen Einführung

Bis das neue EU-Energielabel flächendeckend zum Einsatz kommt, wird es nach Ansicht der EU-Kommission allerdings noch mindestens bis 2019 dauern, da das Gesetz zuvor noch formal von allen Mitgliedsstaaten der EU gebilligt werden muss. Darüber hinaus gelten großzügige Übergangsfristen für die stufenweise Einführung der neuen Klassifizierung in den verschiedenen Produktgruppen. So lange werden sich Verbraucher wohl noch damit abfinden müssen, beim Gerätekauf etwas genauer hinzuschauen.

Lohnen sich energieeffiziente Geräte überhaupt?

Im Angesicht des riesigen bürokratischen Aufwands, der auch die Wirtschaft vor Herausforderungen stellt, fragt so mancher Mitbürger verständlicherweise nach dem Sinn solcher Kennzeichnungen und stromsparender Geräte an sich. Über die Ausführung lässt sich durchaus streiten, über den Sinn energieeffizienter Geräte hingegen nicht. Denn auch wenn die Geräte der Top-Kategorien merklich teurer sind, ist die Energieersparnis so groß, dass sich die Investition rechnet.

Dies gilt vor allem für Geräte wie Kühlschränke, die im Dauerbetrieb laufen oder beispielsweise für Geräte wie Geschirrspülmaschinen, die sehr oft genutzt werden. EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete beziffert die potentielle Energieersparnis, die EU-Haushalte mit Hilfe effizienterer Geräte erzielen können, auf bis zu 500 Euro pro Jahr. Insgesamt geht er zudem von einer Energieersparnis aus, die dem jährlichen Stromverbrauch ganz Italiens entspricht.

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