Autos auf Erdgas umrüsten – Was ist zu beachten?

Erdgas ist nicht nur ein effizienter und günstiger, sondern auch ein umweltfreundlicher Brennstoff. Das ist für viele Autofahrer Grund genug, auch ihr eigenes Fahrzeug auf den Betrieb mit Erdgas umzurüsten, zumal das Angebot an Serienfahrzeugen mit Erdgasantrieb aktuell noch sehr überschaubar ist. Auf diese Weise profitiert schließlich neben der Umwelt auch der Geldbeutel.

Wie aber funktioniert das? Was kostet die Umrüstung? Und worauf ist zu achten?

Wie groß ist das Einsparpotential?

Derzeit machen die steigenden Spritpreise Autofahrern zu schaffen. Während der Liter Superbenzin wieder die Marke von gut 1,50 Euro geknackt hat, liegt auch der Dieselpreis wieder über der Marke von 1,40 Euro. Die an vielen Tankstellen vorhandenen Gaszapfsäulen ernten dementsprechend oft neidische Blicke, zumal der Erdgaspreis an der Tankstelle zwischen 0,95 und 1,05 Euro pendelt. Und damit noch nicht genug, denn der Energiegehalt eines Kilogramms Erdgas ist deutlich höher als der Energiegehalt eines Liters Superbenzins bzw. Diesels.
Umgerechnet kann ein mit Erdgas betanktes Fahrzeug etwa eineinhalbmal so weit fahren wie mit einem Liter konventionellem Kraftstoff. Heruntergerechnet entspricht dies einem Benzinpreis von gut 70 bis 75 Cent pro Liter Super. Verantwortlich für das immense Einsparpotential ist unter anderem der hierzulande stark vergünstigte Steuersatz. Dank des vergleichsweise niedrigen CO2-Ausstoßes reduziert sich sogar die Kfz-Steuer bei den meisten Modellen auf unter 30 Euro pro Jahr.

Wann lohnt sich die Umrüstung auf Erdgas?

Zunächst einmal eines vorweg: Während Benziner völlig problemlos auf einen Erdgasantrieb umgerüstet werden können, ist die Umrüstung bei Dieselfahrzeugen nicht möglich. Wer den Entschluss gefasst hat, sollte sich allerdings die Frage stellen, ob sich die Umrüstung überhaupt lohnt. Denn für den Umbau selbst werden in der Fachwerkstatt je nach Fahrzeugmodell 2.000 bis 5.000 Euro fällig. Damit sich diese Investition gerade in Anbetracht der Nutzungsdauer eines Fahrzeugs rechnet, müssen jährlich mindestens 30.000 bis 35.000 Kilometer zurückgelegt werden. Wer weniger fährt, greift besser zum Fahrzeug von der Stange. Interessant zu wissen ist auch die Tatsache, dass Erdgasautos für den gewerblichen Betrieb beispielsweise von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit vergünstigten Darlehen gefördert werden.

Ein bivalenter Antrieb bringt Reichweitenvorteile

Bei der Umrüstung auf einen Erdgasantrieb wird das Fahrzeug in der Regel auf einen sogenannten bivalenten Betrieb eingestellt. Das bedeutet, dass das Fahrzeug nach dem Umbau sowohl mit Benzin als auch mit Erdgas betrieben werden kann. Möglich ist dies, da Ottomotoren sehr gut mit Erdgas funktionieren und lediglich Veränderungen am Zuleitungssystem vorgenommen werden müssen. Damit erreichen Fahrzeuge eine deutlich größere Reichweite, verlieren jedoch auch einen großen Teil des Einsparpotentials, da dennoch teurer Sprit getankt werden muss.

Längere Strecken gewissenhaft planen

Die Achillesferse von Erdgasfahrzeugen ist das bis dato recht lückenhafte Tankstellennetz. In Deutschland gibt es aktuell nämlich nur rund 1.000 Erdgastankstellen. Zum Vergleich: Derzeit zählt das Ladenetz für Elektrofahrzeuge bereits 8.900 öffentliche Ladesäulen. Noch problematischer sind Auslandsfahrten, denn auch im EU-Ausland ist das Erdgastankstellennetz ebenfalls sehr löchrig.
Eine positive Ausnahme bilden hier die Schweiz und Italien, die eine deutlich höhere Dichte an Erdgastankstellen aufweisen. Während bivalente Fahrzeuge dank ihres Benzintanks dennoch auch weitere Strecken im Ausland fahren können, ist das Problem für monovalente Fahrzeuge mit ausschließlichem Erdgasantrieb besonders schwerwiegend. Vor dem Antritt längerer Fahrten sollten also unbedingt die nächstgelegenen Erdgastankstellen recherchiert werden.

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