Blitzeis – Entstehung und Gefahren

Blitzeis ist ein wahrer Alptraum für Autofahrer, denn es taucht binnen kürzester Zeit auf und verwandelt Straßen in spiegelglatte Rutschbahnen. Regelmäßig legt die Blitzglätte Autobahnen, den Bahnverkehr und ganze Flughäfen lahm. Aber auch für Fußgänger ist die Blitzglätte eine besondere Gefahr.

Wie aber entsteht die gefährliche Glätte? Wo muss ich besonders mit Blitzeis rechnen? Und wie verhalte ich mich im Auto richtig?

Was ist Blitzeis?

Hätten Sie gewusst, dass es den Begriff „Blitzeis“ erst seit den 1990er-Jahren gibt? Bevor man das Witterungsphänomen in den Medien als Blitzeis etablierte, nannte man es einfach „gefrierenden Regen“. Und hier sind wir auch schon beim Thema. Denn Blitzeis entsteht vereinfacht gesagt durch das Auftreffen von Feuchtigkeit auf eine durch starken Frost ausgekühlte Fläche. Da die Feuchtigkeit auf dem eisigen Untergrund von jetzt auf gleich gefriert, ist der Name Blitzeis aber durchaus passend.

Wie entsteht Blitzeis?

Damit es auf der Straße oder auf Gehwegen zur Blitzeisbildung kommt, braucht es aber nicht unbedingt Regen. Auch Nebel oder allgemein Luftfeuchtigkeit kann unter den entsprechenden Voraussetzungen zu Blitzeis werden. In diesem Fall sprechen Experten von überfrierendem Nebel bzw. überfrierender Luftfeuchtigkeit. Grundvoraussetzung für die Entstehung ist, dass die Temperatur des Bodens und der bodennahen Luftschicht unter dem Gefrierpunkt liegt.
Oberhalb der bodennahen Luftschicht muss es zudem eine wärmere Luftschicht geben, in der sich Regen oder Nebel bilden. Da die Wassermoleküle in flüssiger Form auf die raue Oberfläche des Untergrunds fallen, gleichen diese Unebenheiten aus, bevor sie gefrieren. Das Ergebnis ist eine sich blitzschnell bildende, spiegelglatte Oberfläche. Ist die Luft hingegen zu kalt, fällt Eisregen auf den Untergrund. Dieser bildet beim Gefrieren eine rauere und damit nicht ganz so glatte Eisschicht.

Wo muss ich besonders häufig mit Blitzeis rechnen?

Gefährdet sind vor allem Stellen in exponierter Lage, die starken Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Das betrifft zum Beispiel Bergkuppen oder Brücken. In beiden Fällen sind die Böden Wind, Temperaturen und Niederschlägen ausgeliefert und bieten so eine große Angriffsfläche. Bei Brücken kommt hinzu, dass diese nicht nur von oben, sondern auch von unten auskühlen können. Erhöhte Vorsicht sollten Sie auch in schattigen Waldstücken walten lassen.
Sobald dort an einem sonnigen Wintertag die Sonne verschwindet, können sich sehr schnell spiegelglatte Eisflächen bilden. Tage, an denen nach einer längeren Frostperiode wieder Plusgrade herrschen, sind besonders kritisch. Dann nämlich ist der Boden noch tiefgefroren, die Luft aber warm genug für Regen und Nebel. Das gilt vor allem für die Morgenstunden.

So verhalten Sie sich bei Blitzeis richtig

  • Da es keine Anzeichen für die Blitzeisbildung gibt, können Sie es während der Fahrt nicht erkennen. Achten Sie daher auf Blitzeiswarnungen im Radio, fahren Sie nicht zu schnell und halten Sie ausreichend Abstand zu den Vorausfahrenden.
  • Gehen Sie vom Gas, sobald bei kalter Fahrbahn Nebelschwaden auftauchen oder es zu regnen anfängt. Das gilt vor allem in Waldgebieten, auf Bergkuppen und auf Brücken.
  • Fahren Sie defensiv, lenken Sie sanft und betätigen Sie die Bremse nur sachte. Verzichten Sie auf Überholmanöver und nicht zwingend notwendige Spurwechsel.
  • Selbst wenn Sie ins Rutschen kommen: bleiben Sie ruhig und fangen Sie nicht an hektisch zu bremsen oder am Lenkrad zu drehen. Auf diese Weise entstehen die meisten Unfälle bei Blitzeis. Rechnen Sie damit, dass Assistenzsysteme wie ESP und ABS auf Blitzeisflächen schlechter reagieren als auf „normalen“ Eisflächen.
  • Aufgrund der extrem hohen Unfallgefahr raten Verkehrsexperten des ADAC dazu, das Auto eine Weile an einem sicheren Platz abzustellen. Meist dauert es ohnehin nicht lange, bis der Streudienst die Eisfläche beseitigt.
  • Wenn Sie in einer solchen Extremsituation sicher reagieren möchten, empfiehlt sich ein Fahrsicherheitstraining. Diese Trainings werden vom ADAC und dem TÜV
    angeboten und machen Sie mit der Reaktion Ihres Fahrzeugs bei Glätte vertraut.

Rechtzeitig an die Winterreifen denken

Gerade weil Blitzeis plötzlich auftritt, sollten Sie mit dem Aufziehen der Winterreifen nicht allzu lange warten. Wer mit Sommerreifen bei Schneefall, Schneematsch oder Glätte unterwegs ist, begeht einen Verstoß gegen die Winterreifenpflicht. Werden Sie erwischt, drohen ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Das gilt auch für Fahrten bei Blitzeis. Kommt es zum Unfall, wird es mit einem Punkt und 120 Euro noch teurer. Auch mit der Kfz-Versicherung drohen Winterreifen-Muffeln Probleme.
Kann die Versicherung grobe Fahrlässigkeit nachweisen, müssen sich Versicherte zu einem erheblichen Teil an Unfallschäden beteiligen. Grobe Fahrlässigkeit liegt beispielsweise dann vor, wenn Sie trotz angekündigter Minusgrade und Niederschlägen mit Sommerreifen unterwegs sind. Wechseln Sie daher frühzeitig auf Winterreifen. Als Orientierung gilt die „O-bis-O-Regel“. Demnach gehören von Oktober bis Ostern Winterreifen auf Ihr Fahrzeug.

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