Darum leistet Erdgas einen Beitrag zum Klimaschutz

Langfristig soll Deutschlands Energieversorgung CO2-neutral werden. Damit dieses Ziel bis ins Jahr 2050 erreicht werden kann, sind allerdings noch Probleme zu lösen. Und davon gibt es mehr als genug

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Auf der einen Seite gilt es, den Ausstieg aus der Versorgung mit Atom- und Kohlestrom zu bewerkstelligen. Auf der anderen Seite besteht im Hinblick auf die erneuerbaren Energien noch immer die Speicherproblematik. Wie also lässt sich dieses Problem angehen? Die Antwort lautet: Erdgas.

Gleiche Energieausbeute, weniger CO2-Emissionen

Um zu verstehen, warum Erdgas zumindest mittelfristig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet, müssen wir uns einmal genauer mit dem Energieträger beschäftigen. Obwohl es sich ebenso wie bei Erdöl, Steinkohle und Braunkohle um einen nicht regenerativen fossilen Energieträger handelt, hat Erdgas gegenüber diesen Energieträgern den entscheidenden Vorteil deutlich geringerer CO2-Emissionen.
Während Braunkohle auf spezifische CO2-Emissionen von 1.152 Gramm pro Kilowattstunde kommt, sind es bei Steinkohle immerhin noch 894 Gramm. Deutlich besser sieht es mit 776 Gramm pro Kilowattstunde bei Erdöl aus. Erdgas hingegen kommt bei der gleichen Energieausbeute auf nur 469 Gramm. Damit sind Erdgaskraftwerke deutlich „sauberer“ als etwa Kohlekraftwerke. Auch eine moderne Erdgasheizung ist damit einer gleichwertigen mit Heizöl betriebenen Anlage überlegen.

Auch die Vorkettenemissionen sind geringer

Natürlich dürfen wir bei der Beurteilung eines Energieträgers nicht nur die Emissionen betrachten, die bei der Verbrennung entstehen. Schließlich müssen Energieträger zunächst gewonnen, transportiert und für die Verbrennung beim Endverbraucher aufbereitet werden. Diese Emissionen nennt man im Fachjargon auch „Vorkettenemissionen“.
Auch hier fallen für technische Prozesse und den Betrieb von Maschinen und Anlagen Schadstoffemissionen an, die in die Gesamtrechnung miteinbezogen werden müssen. Auf der Basis von Daten der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. ergeben sich für Braunkohle, Steinkohle, Heizöl und Erdgas folgende Werte:

  • Braunkohle: 1.175 Gramm
  • Steinkohle: 931 Gramm
  • Heizöl: 859 Gramm
  • Erdgas: 518 Gramm

In Sachen Verstromung hat Erdgas gegenüber Kohle auch einen weiteren Vorteil, der nicht im Energieträger selbst, sondern in den Kraftwerken zu suchen ist. Tatsächlich haben Gaskraftwerke einen höheren Wirkungsgrad als Kohlekraftwerke, was die Effizienz nochmals deutlich erhöht.

Warum brauchen wir Erdgas als mittelfristige Lösung?

Zwar soll auch Erdgas langfristig als Energieträger abgelöst werden – bis dahin wird es allerdings noch eine Weile dauern, zumal noch einige Probleme zu lösen sind. So zum Beispiel die Tatsache, dass Sonnen- und Windenergie nicht auf Knopfdruck gewonnen werden können, wie dies bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen notwendig ist. Scheint einmal die Sonne nicht und weht auch der Wind zu schwach, dann nützt selbst eine optimale Infrastruktur für regenerativen Strom nichts. Um diese Lücken zu füllen, bräuchte es effiziente Speicherlösungen.
Diese dienen dazu, den überschüssigen Strom an sonnigen und besonders windigen Tagen aufzunehmen, sodass dieser bei Bedarf die Lücken füllen kann. Bis die Speichertechnik soweit ist, sind Gaskraftwerke eine hervorragende Möglichkeit für die Abdeckung von Lücken und Lastspitzen. Anders als Kohlekraftwerke können Gaskraftwerke nämlich deutlich schneller an und abgeschaltet werden, was sie flexibel macht.

Grünes Gas als langfristige Perspektive

Der Ausbau der Gasinfrastruktur macht jedoch auch aus einem zweiten Grund Sinn, denn warum sollte durch eines der weltweit modernsten Gasnetze nur fossiles Erdgas fließen? Längst ist Biogas auf dem Vormarsch. Dieses weißt annähernd die gleichen energetischen Eigenschaften auf, wird jedoch beispielsweise aus Energiepflanzen, Pflanzenabfällen oder in Viehbetrieben gewonnen und erzeugt kein zusätzliches CO2.
Im abgelaufenen Jahr 2017 wurden immerhin bereits 32,5 Terawattstunden Strom aus Biogas erzeugt. Wirklich interessant wird die Gasinfrastruktur inklusive hochmoderner Gaskraftwerke jedoch als Speichertechnologie für überschüssigen Ökostrom. Mit Hilfe des sogenannten „Power-to-Gas“-Verfahrens kann Ökostrom über Elektrolyse und die nachgeschaltete Methanisierung in Brenngas umgewandelt werden. Dieses Gas kann ebenso wie Erdgas hervorragend gelagert, transportiert und bei Bedarf verstromt werden.
Bis es soweit ist, dass regenerativer Strom in großem Maße in Gasform gespeichert wird, ist Erdgas eine ideale mittelfristige Lösung. Damit diese Lösung aber auch im Einklang mit dem Klima und der Natur ausfällt, kommt es auch auf schonende Förderverfahren an. Demnach ist beispielsweise die Gasgewinnung aus unkonventionellen Lagerstätten per Fracking durchaus kritisch zu betrachten.

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