Die Energiewende 2018 – Was erwartet den Verbraucher?

Was in den 1990er-Jahren mit kleinen Schritten begonnen hat, nimmt mittlerweile überall in Deutschland sichtbare Formen an. Überall sprießen Windkraftwerke aus dem Boden und auch die Anzahl der Solaranlagen und Wärmepumpen in Privathaushalten hat sich vervielfacht.

Die Energiewende 2018 – Was erwartet den Verbraucher?
Bild: SusaZoom / stock.adobe.com
Und dennoch ist die Energiewende noch lange nicht am Ende angelangt. Grund genug aber, einen Blick auf den aktuellen Status quo zu werfen und zu beleuchten, wie es mit der Energiewende in Zukunft weitergehen wird.

Wo steht die Energiewende im Jahr 2018?

Zunächst einmal möchten wir mit einer Bestandsaufnahme beginnen. Allein durch die massiven Investitionen in Windkraftanlagen, Photovoltaiksysteme und Wasserkraftwerke ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der jährlichen Stromproduktion bis Ende 2017 auf einen Wert von 36,2 Prozent geklettert. Das entspricht alleine seit dem Jahr 2012 (23,5 Prozent) einer Steigerung von über 50 Prozent. Auch im Bereich der Wärmeerzeugung (12,9 Prozent) und im Verkehrssektor (5,2 Prozent) spielen erneuerbare Energieträger eine wichtige Rolle.
Die bedeutendste Auswirkung der Energiewende, mit der Stromkunden seit nun rund zwei Jahrzehnten konfrontiert werden, ist der steigende Strompreis. Das wiederum liegt unter anderem an der kontrovers diskutierten EEG-Umlage, die auf den Strompreis aufgeschlagen wird und den Strom deutlich teurer macht. Allerdings gibt es an dieser Stelle eine erfreuliche Nachricht für Verbraucher. Erstmals seit längerem soll die EEG-Umlage nämlich sinken. Und zwar von 6,88 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2017 auf 6,792 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2018.

Wie geht es mit der Energiewende weiter?

Der aktuelle Koalitionsvertrag sieht vor, den Anteil der erneuerbaren Energien ausgehend von rund 35 Prozent bis zum Jahr 2035 auf 60 Prozent anzuheben. Dies ist eine gute Nachricht für die Umwelt, und langfristig auch eine gute Nachricht für Verbraucher. Allerdings geht diese Entwicklung mit kurzfristen Mehrkosten einher, was vor allem Stromkunden spüren werden. Die Senkung der EEG-Umlage für das Jahr 2018 ist somit leider nur ein kurzzeitiger Effekt.
Ab 2019 soll sie bereits wieder ansteigen. Diesen Schluss zieht eine aktuelle Studie der Gesellschaft Agora Energiewende, die einen Anstieg der EEG-Umlage auf 7,5 Cent prognostiziert. Insgesamt sollen die Stromkosten für Endverbraucher damit nochmals um ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde steigen, bis zwischen 2021 und 2023 schließlich der Scheitelpunkt erreicht ist. Ab 2023 soll der Strompreis schließlich wieder nachhaltig um vier bis fünf Cent pro Kilowattstunde sinken, da die installierten Anlagen dann effizient arbeiten.

Zu meisternde Herausforderungen

Ein Problem, das trotz der ambitionierten Ziele noch immer nicht gelöst ist, ist die Speicherung der regenerativ erzeugten Strommengen. Wie groß das Problem aktuell bereits ist, zeigt das Geschehen an der Strombörse in Leipzig. Allein in den ersten 16 Tagen des Jahres war es bereits fünfmal der Fall, dass das nächtliche Überangebot an Strom so groß war, dass Abnehmer sogar dafür bezahlt werden mussten, den Strom abzunehmen. Im Gegensatz zu klassischen Brennstoffkraftwerken ist die Energieerzeugung über Wind- und Sonnenstrom nämlich nicht präzise steuerbar. Gerade in der Nacht, wenn wenig Energie verbraucht wird, sind diese Überschussmengen so lange ein Problem, bis sinnvolle Speichermöglichkeiten bestehen.

Andernfalls gefährden Überschussströme nämlich die Netzstabilität, müssen ohne nachhaltigen Nutzen verbraucht oder zum Nulltarif ins Ausland verklappt werden. Allerdings macht auch die Speichertechnologie große Fortschritte. Hierzulande setzt man neben der Erforschung von Hightech-Batterien sowie modernen Hubspeicherkraftwerken auch auf Power-to-X-Lösungen, mit deren Hilfe überschüssiger Ökostrom per Elektrolyse beispielsweise in gut speicherbares Erdgas umgewandelt werden kann. Mehr über dieses Thema erfahren sie in unserem Artikel Power-to-Gas – Wie aus überschüssigem Ökostrom Gas wird.

Fazit – Licht am Horizont

Die Energiewende ist auch im Jahr 2018 auf einem guten Weg. Nichtsdestotrotz werden auf Stromverbraucher in den kommenden Jahren wohl noch einige moderate Strompreiserhöhungen zukommen, bevor die Investitionen in die Wind-, Wasser-, Solar-, Biogas- und Geothermiekraftwerke ihre volle Wirkung entfalten. Umso wichtiger ist es, den Strompreis im Auge zu behalten und im Zweifelsfall nach einem günstigeren Stromversorger Ausschau zu halten.

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