Elon Musk – Visionär, Exzentriker und Superstar

In vielen Bereichen des Lebens gibt es Visionäre. In noch mehr Disziplinen Superstars. Und von Exzentrikern wollen wir erst gar nicht reden. Nur wenige Personen bringen jedoch all diese Eigenschaften zusammen und verändern damit die Welt.

Elon Musk – Visionär, Exzentriker und Superstar
Bild: https://bilmagasinet.no
Elon Musk ist einer dieser Menschen, denen das bereits gelungen ist, wenngleich Musk seine Vision noch lange nicht erfüllt sieht. Immerhin hat sich der Unternehmer und Investor nichts weiter vorgenommen als die Revolutionierung der Elektromobilität und die Besiedlung des Planeten Mars.
Viele Menschen halten den nicht unumstrittenen Revolutionär für verrückt, andere hingegen sehen in ihm ein leuchtendes Vorbild. Wer den Daniel Düsentrieb des Silicon Valley wirklich verstehen will, muss sich näher mit Musk und seinem Weg beschäftigen. Wer also ist dieser Elon Musk?

Scheidung, Mobbing, Prügelattacken

Heute ist Elon Musk den meisten Menschen als Multi-Milliardär, Twitter-König, Analysten-Schreck und Tesla-Chef bekannt. Den Lebensweg Musks kennen aber nur wenige. Geboren wurde der heute 47-Jährige im südafrikanischen Pretoria. Dort wuchs er als Sohn der kanadisch stämmigen Autorin Maye Musk und des südafrikanischen Maschinenbauers Errol Musk auf. Ein Blick auf Musks Jugend verrät, dass Musk zwar bereits als Kind blitzgescheit war, es aber nie leicht hatte.
Nach der Scheidung seiner Eltern wohnte der kleine Elon zunächst bei seinem Vater. Infolge zahlreicher Umzüge war es ihm niemals vergönnt, wirklich Wurzeln zu schlagen und ein stabiles Sozialleben aufbauen zu können. Wie Musk in der von Ashlee Vance verfassten Biographie „Elon Musk: Tesla, SpaceX, and the Quest for a Fantastic Future“ erläutert, wurde er während seiner Schulzeit häufiger Opfer von Mobbing. Nach einer Prügelattacke an der Bryanston High School musste Musk gar einige Zeit im Krankenhaus verbringen.

Aufbruch in die Neue Welt

Bereits früh zeigte sich der belesene Junge interessiert an moderner Computertechnik. Und so brachte sich der kleine Elon selbst mehrere Programmiersprachen bei und begann mit der Programmierung für den C64. Im Alter von nur 12 Jahren machte Musk erstmals von sich reden. Damals verkaufte der Teenie sein eigens entwickeltes Videospiel Blastar für umgerechnet 500 US-Dollar an ein Computer-Magazin. Ein erster Meilenstein in Musks Leben, der ihm zeigte, dass auch er trotz schwieriger Umstände etwas erreichen konnte.
Um seinen Wehrdienst nicht in den Reihen der Armee des Apartheidssystems leisten zu müssten, wanderte Elon Musk gemeinsam mit seinem Bruder Kimbal Mitte der 1980er zunächst nach Kanada aus. Dort schrieb er sich zunächst für ein Studium ein, wechselte aber schnell an die University of Pennsylvania. Dort studierte er zunächst Physik und Volkswirtschaft, bevor er 1995 am Ph. D.-Programm der renommierten Stanford University teilnahm.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Auch damals zeigte sich bereits die Impulsive Art des heutigen Visionärs. Nach nicht einmal zwei Tagen beschloss er, nicht mehr an dem begehrten Programm der Eliteuniversität teilzunehmen und das Studium aufzugeben. Der Grund: Musk wollte im Silicon Valley ein Internetunternehmen gründen. Damit folgte er dem Beispiel anderer IT-Größen wie Bill Gates, die ebenfalls auf Risiko gespielt und gewonnen hatten. Schon das erste Unternehmen, das Musk zusammen mit seinem Bruder Kimbel gegründet hatte, wurde zum vollen Erfolg.
Aus einem Startkapital von 2.000 US-Dollar bauten die beiden Musks das Medienunternehmen „Zip2“ auf. Dieses erlebte einen kometenhaften Aufstieg und wurde während der Dotcom-Ära 1999 für 307 Millionen US-Dollar an den Computer-Hersteller Compaq verkauft. Musk selbst erzielte mit dem Verkauf rund 22 Millionen US-Dollar Gewinn. Die Basis für Musks späteres Firmenimperium, das ihn zum Multi-Milliardär und Technologie-Visionär machen sollte.

UnternehmenGründungsjahrKurzbeschreibung
X.com – PayPal1999Heute einer der wichtigsten Online-Zahlungsdienstleister. Im Jahr 2002 für 1,5 Milliarden US-Dollar an eBay verkauft. Musks Beteiligung lag zu dieser Zeit bei 11,7 Prozent.
SpaceX2002Raumfahrtunternehmen, das eigene Raketen entwickelt hat und derzeit unbemannte Versorgungsflüge u.a. für die Raumstation ISS übernimmt. Und das zu deutlich geringeren Kosten als die staatliche Raumfahrtagentur NASA.
Tesla2004Im Jahr 2004 investierte Musk in den kleinen Elektroautobauer und machte das Unternehmen bis heute zu einem Vorreiter der Elektromobilität
SolarCity2006Unternehmen, das Solarstromanlagen konzipiert, vertreibt und installiert. Die Gründung erfolgte gemeinsam mit seinen Cousins Lyndon und Peter Rive.
Open AI2015Gemeinnützige Gesellschaft, die sich der Erforschung künstlicher Intelligenz widmet. Ziel ist es, KI so zu entwickeln, dass Sie der ganzen Menschheit dient.
Neuralink2016Auf Forschung fokussiertes Unternehmen, das untersucht, ob und in welchem Umfang es Möglichkeiten zur Vernetzung von Maschinen und dem menschlichen Gehirn gibt.
The Boring Company2016Verkehrsunternehmen, das einen großen Teil des innerstädtischen Verkehrs unter die Erde verlegen will. Geplant ist beispielsweise die Erschließung des Raumes Los Angeles mit einem Hochgeschwindigkeitstunnelsystem.
Thud2018Medienunternehmen, das im Bereich Comedy und Satire tätig werden soll.

„Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht“

Bei all den Projekten, an denen Musk beteiligt ist, ist eines sicher: Musk ist ein Hans Dampf in allen Gassen. Immerhin gibt er in seiner Biographie an, gerne einmal 85 Stunden pro Woche oder mehr zu arbeiten. Mitarbeiter berichten gar davon, dass Musk in wichtigen Projektphasen auch gleich in einem Schlafsack im Büro zu übernachtet. Man kann von Musk halten, was man will. Lassen muss man ihm jedoch seine Zielstrebigkeit. Und der Erfolg gibt ihm Recht. Immerhin konnten sich selbst Automobilexperten vor einigen Jahren kaum vorstellen, dass es zeitnah ein Elektroauto mit hoher Reichweite geben würde.

“Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht.”

Das war stets Musks Philosophie. Das Ergebnis war 2013 das Tesla Model S mit einer Reichweite von 490 Kilometern und ein Aufschrei in der Automobilindustrie. Die Vision der flächendeckend umsetzbaren Elektromobilität nimmt seither Gestalt an. Nicht unbeteiligt daran ist sicherlich die Freigabe aller Tesla-Patente zur allgemeinen Förderung der Elektromobilität.

Musks Visionen zwischen Pragmatismus und Science-Fiction

Auf die Frage hin, was der Schlüssel für visionäres Unternehmertum sei, antwortete Musk: „Zusammen mit seinem Team Produkte zu entwickeln, die für Menschen sinnvoll sind.“ Der Erfolg von Musks Unternehmen ist also kein Zufall. Allerdings muss sich noch zeigen, ob auch die verwegenen Visionen des Südafrikaners mit kanadischem und US-amerikanischem Pass wahr werden. Immerhin möchte Musk die Welt nicht nur mit der Elektromobilität sauberer machen und den Nahverkehr revolutionieren.

“Ich würde gern auf dem Mars eine Kolonie gründen. Ich will helfen, dass die Menschheit andere Planeten besiedelt. Wenn auf der Erde etwas schief geht, dann geht unser Wissen nicht verloren.”

So Musk in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen. Aussagen wie diese zeigen einerseits zwar Musks tiefgründige und pragmatischen Visionen. Andererseits weisen Sie aber auch auf Musks exzentrische Charakterzüge hin, mit denen er so manches Mal aneckt.

Preisgekrönt und im Fokus der Kritik

Musk polarisiert wie kaum ein anderer Charakter im Silicon Valley. Während der Tesla-Chef bereits mit zahlreichen Umwelt- und Technologiepreisen ausgezeichnet wurde, ruft sein impulsives und dünnhäutiges Verhalten fortwährend Kritiker hervor. Ähnlich wie US-Präsident Donald Trump nutzt der Unternehmer vor allem Twitter als Kommunikationsmedium und sorgt dort des Öfteren für Aufruhr.
Erst im April hatte Musk per Twitter die angebliche Pleite des Autobauers Tesla als Aprilscherz verpackt. An den Börsen wurde der Tweet mit einem Absturz der Aktie quittiert. Auch mit Analysten geht Musk alles andere als Gentleman-like um. Verweigerte Antworten auf kritische Fragen und verbale Entgleisungen führen ebenso regelmäßig zu Kritik wie das zeitliche Verfehlen selbstgesteckter Ziele.

Die Welt braucht mehr Menschen wie Musk

Man kann von Musk halten was man will. Aber, und das gilt vor allem in Bezug auf die Elektromobilität und Musks Unternehmen Tesla: Er hat es geschafft, einen Steil ins Rollen zu bringen, den andere wichtige Player nicht ignorieren konnten. Durch das Aufbrechen verkrusteter Strukturen hat Musk bereits viel erreicht und den Weg für die flächendeckende Elektromobilität vorgezeichnet.
Ob auch Musks Traum von der Besiedlung des Mars wahr werden wird, muss allerdings die Zukunft zeigen. Eines ist aber sicher: In Musk steckt noch viel von dem verletzlichen Jungen, der das Träumen nicht verlernt hat und eigentlich nur die Welt verbessern möchte. Und das ist ein Charakterzug, den zu wenige Menschen auf unserem Planeten haben.

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