EU macht neuen Stromspar-Stecker zur Pflicht

Dass der Europäischen Union sehr viel am Klimaschutz und der effizienten Ressourcennutzung liegt, wissen wir bereits aus zahlreichen Verordnungen. Angefangen von Energieeffizienz-Labels und Grenzwerten für die Emission von Autos und Heizungsanlagen über Leistungsbegrenzungen für Staubsauger bis hin zu Wasser sparenden Brausen für die heimische Dusche hat die EU schon das eine oder andere Projekt auf den Weg gebracht.

EU macht neuen Stromspar-Stecker zur Pflicht
Bild: weyo / stock.adobe.com
Im Jahr 2020 folgt nun eine weitere Neuerung, die für alle Haushalte innerhalb der EU ebenso verpflichtend ist, wie die Zertifizierung der Heizanlage bezüglich ihres Abgasverlusts.

Neuer Steckertyp soll bis zu 50 Prozent Strom sparen

Die EU hat sich für die kommenden Jahre ein ambitioniertes Ziel gesetzt, denn in den kommenden Jahren soll der Stromverbrauch EU-weit um mindestens ein Drittel sinken. Bewerkstelligt werden soll dies nach der Ansicht der EU-Kommission mit Hilfe eines neuen Energiesparsteckers. Dieser unterscheidet sich in einem entscheidenden Detail von den bisher in Gebrauch befindlichen Netzsteckern des Typs „C“ (CEE 7/16) und des Typs „F“ Schukostecker (CEE 7/4). Anders als diese Modelle verfügen sie nicht über zwei Kontakte, sondern lediglich über einen.

Durch eine im Steckerkorpus selbst integrierte Technologie kann die Stromaufnahme um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Nach den Plänen aus Brüssel sollen die neuen Stromsparstecker die Typencode „CEE 1/4″ erhalten und mit allen EU-Steckdosen kompatibel sein. Die Einführung hat allerdings auch eine Schattenseite, denn ab 2025 sollen auch alle Steckdosen auf den neuen Steckertyp optimiert werden. Geräte, die über die derzeit gebräuchlichen zweipoligen Stecker verfügen, können dann dementsprechend nicht mehr genutzt werden.

Mehrere Modelle im Rennen um EU-Zertifizierung

Aktuell befinden sich mehrere Modelle des neuen Energiesparsteckers in Entwicklung. Das wohl vielversprechendste Steckermodell stammt nicht etwa von einem großen Technologieunternehmen, sondern aus der Entwicklungsabteilung der Stadtwerke Iserlohn. Bereits im Jahr 2016 stellte das Unternehmen einem ersten Prototyp vor und macht nun auch bundesweit auf sich aufmerksam. Hintergrund für die Initiative des regionalen Versorgers ist die Ansicht, dass jeder Bundesbürger mit einer solch einfachen Maßnahme bereits viel für den Klimaschutz tun kann.

Ob das Modell der Stadtwerke Iserlohn das Rennen macht, hängt jedoch vom Urteil des in Brüssel ansässigen Normenausschusses CEN-CENELEC ab. Sobald die Behörde grünes Licht gibt, geht es allerdings ganz schnell, denn ab 2020 werden alle neu gefertigten Elektrogeräte nur noch mit dem neuen Energiesparstecker ausgeliefert.

Stromsparstecker im Eigenbau

Das große Stromsparpotential des neuen Energiesparsteckers scheint auch die Fantasie von zahlreichen Tüftlern anzuregen. Im Internet tauchen in Elektrotechnikforen nämlich bereits erste Bauanleitungen auf. Demnach braucht es lediglich eine Feile und eine handelsübliche Kneifzange, um einen Standardstecker zu einem Energiesparstecker umzurüsten. Dem Vernehmen nach scheinen viele dieser Eigenbauten ebenfalls erstaunlich gut zu funktionieren. In Einzelfällen liegt das Einsparpotential sogar bei satten 100 Prozent.

Das freut nicht nur die Stromrechnung, sondern auch die EU. Zum Problem könnten die findigen Bastler hingegen für die Entwicklungsabteilung der Stadtwerke Iserlohn werden. Wer will schon bis zur offiziellen Einführung am 1. April 2020 warten, wenn er seine Elektrogeräte im Handumdrehen selbst umrüsten kann.

Und? Reingefallen?
Leider wird der revolutionäre Energiesparstecker ein Wunschtraum bleiben, denn dabei handelt es sich nur um einen kreativen Aprilscherz der Stadtwerke Iserlohn. Wer dennoch Energiekosten sparen und dabei die Umwelt schonen möchte, dem empfehlen wir statt eines Stromspar-Steckers unseren Ökostrom-Tarif lifestrom Premium.