Gas- & Stromsperre – Was kann ich tun?

Strom ist für das moderne Leben essentiell, denn ohne ihn bleibt es in deutschen Haushalten nicht nur dunkel, es kann auch weder gekocht, gewaschen noch ferngesehen werden. Auf die Gasversorgung trifft das Gleiche zu. Bleibt die Gasversorgung aus, funktionieren bei Millionen Menschen weder Heizung noch Gasherd. Nichtsdestotrotz werden Strom und Gas jedes Jahr bei vielen Haushalten abgestellt.

Tipps Während laut aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur jährlich immerhin 300.000 Haushalte zeitweilig im Dunkeln sitzen, bekommen immerhin 40.000 Haushalte die Gasversorgung abgeklemmt. Wie lässt sich die Sperre verhindern? Und was ist zu tun, wenn der Anschluss bereits gesperrt wurde?

Wann kann der Gas- oder Stromversorger meinen Anschluss sperren?

In Deutschland müssen triftige Gründe vorliegen, damit ein Energieversorger die Strom- oder Gasversorgung eines Haushaltes unterbrechen darf. In der Regel ist die Ursache finanzieller Natur. Dies trifft vor allem auf Haushalte zu, die ihre Gas- oder Stromrechnung nicht beglichen haben. Manchmal kommt es aber auch vor, dass eine fehlerhafte Überweisung schuld ist. Allerdings ist eine Strom- oder Gassperre nur dann rechtmäßig, wenn diese zumindest vier Wochen vorher angekündigt wird. So hat der Betroffene genügend Zeit, um auf die Androhung zu reagieren.
Die Unterbrechung der Strom oder Gasversorgung kann aber auch verhängt werden, wenn kriminelle Handlungen vorliegen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Stromversorger nachweisen kann, dass ein Stromzähler durch einen Mieter oder Eigentümer manipuliert wurde. Meist folgt auf eine so begründete Stromsperre auch noch ein juristisches Nachspiel, zumal es sich um eine Straftat handelt.
Eine dritte Möglichkeit zur Sperrung ist dann gegeben, wenn die Sicherheit von Personen oder Gebäudeteilen gefährdet ist. Bekommt ein Versorger Kenntnis von einem unsachgemäßen Betrieb von Gas- oder Elektroanlagen, hat dieser sogar die Pflicht, die Versorgung aus Sicherheitsgründen zu unterbrechen. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für die Versorgungsunterbrechung während Wartungsarbeiten.

Gesetz sieht Ausnahmeregelungen vor

Eine Gas- und Stromsperre ist allerdings nicht immer rechtens. Neben der bereits erwähnten Ankündigungsfrist von vier Wochen muss der Versorger die drohende Versorgungsunterbrechung drei Tage vor Inkrafttreten nochmals ankündigen. Ansonsten ist die Sperre nicht rechtskräftig. Eine Sperre aus finanziellen Gründen darf ebenfalls nur dann verhängt werden, wenn der ausstehende Rechnungsbetrag höher als 100 Euro ist. Und selbst wenn der Betrag höher ist, besteht noch eine Chance, die Sperre abzuwenden.
Das Gesetz sieht für diesen Fall den Passus vor, dass „eine hinreichende Aussicht bestehen muss, dass der Schuldner seiner Zahlungsverpflichtung nachkommt“. Wer seinem Gas- oder Stromversorger glaubhaft versichern kann, den ausstehenden Betrag in absehbarer Zeit zu tilgen, kann die Sperre verhindern. Kunden, die einer Preiserhöhung oder Rechnung widersprochen, den Widerspruch schriftlich eingereicht und weiterhin den alten Abschlag gezahlt haben, dürfen auch nicht mit einer Sperre belegt werden. Ebenfalls nicht gesperrt werden dürfen Gas- und Stromversorgung, wenn die Gesundheit von Kleinkindern, Schwangeren oder Schwerkranken gefährdet werden würde.

Was kann ich tun, wenn mir eine Gas- oder Stromsperre droht?

Hat der Versorger eine Sperre angedroht, sollten Verbraucher unabhängig von der Begründung so schnell wie möglich reagieren. Oft lässt sich das Problem durch die Kontaktaufnahme mit dem Energieversorger leicht aus der Welt schaffen. Sofern es sich um ein Missverständnis oder eine fehlgeleitete Überweisung handelt, reicht ein Telefonat bereits aus, um die Dinge wieder gerade zu rücken. Steht eine Zahlung aus, sollte diese ebenfalls so schnell wie möglich beglichen werden.
Kann der ausstehende Betrag nicht auf einmal überwiesen werden, sind die meisten Versorger offen für die Vereinbarung einer Ratenzahlung, die auf die neuen Abschlagszahlungen angerechnet wird. Einige Energieunternehmen sind unter Umständen sogar zu einer Stundung bereit. Kommunikation ist in dieser Situation jedoch alles. Wer den Kopf in den Sand steckt oder aggressiv reagiert, hat hingegen schlechte Karten. Denken Sie immer daran: Auch bei Energieunternehmen arbeiten nur Menschen, die auch mit sich reden lassen – und keine Maschinen.
Ein Anbieterwechsel nach bereits erfolgter Sperre bringt im Übrigen gar nichts. Für die Sperrung des Strom- oder Gasanschlusses ist schließlich der lokale Netzbetreiber verantwortlich. Hat der Techniker die Anlage einmal stillgelegt, kann natürlich auch kein neuer Versorger einspringen.

Darum sollten Sie eine Sperrung unbedingt vermeiden

Die Sperrung des Gas- oder Stromanschlusses ist nicht nur unangenehm, sondern auch teuer. Denn die Kosten, die sowohl für die Sperrung als auch für die Entsperrung anfallen, trägt der Verbraucher. Wie die Bundesnetzagentur berichtet, liegen die Kosten für die Sperrung je nach Versorger zwischen 15 und 145 Euro. Die Entsperrung schlägt nochmals mit 10 bis 130 Euro zu Buche.

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