Gasgeruch! Was muss ich tun?

Ein Gasleck gehört zu den Erlebnissen, die wohl niemand am eigenen Leib spüren möchte. Glücklicherweise sind moderne Systeme so konstruiert, dass ein solches Leck so gut wie ausgeschlossen ist.

Gasgeruch! Was muss ich tun?
Bild: Nor Gal / stock.adobe.com
Dennoch kann es zum unkontrollierten Ausströmen von Gas kommen. Wer in einer solchen Situation richtig handeln möchte, sollte gut vorbereitet sein. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie erkenne ich ein Gasleck?

Ausströmendes Gas ergibt gemeinsam mit dem Luftsauerstoff ein hochexplosives Gemisch. Schon eine Gaskonzentration von nur 4,6 Volumenprozent kann eine schwere Gasexplosion provozieren. Um diese Gefahr zu entschärfen, mischt man dem Erdgas spezielle Duftstoffe zu, denn Erdgas ist eigentlich völlig geruchlos. Früher verwendete man zur sogenannten Odorierung schwefelhaltige Chemikalien wie Thiophen und Mercaptane, die einen stechenden Geruch erzeugen, der an Schwefel und faule Eier erinnert.
Seit 2009 kommen allerdings schwefelfreie Duftstoffe zum Einsatz, die in der Nase ebenso stechen aber eher an chemische Lösungsmittel erinnern. Gerade für Menschen, die den „alten“ Gasgeruch kennen, ist es wichtig, über diese Umstellung Bescheid zu wissen. Wer einen Gasherd hat, kann sich an den typischen Gasgeruch gewöhnen. Tritt ein solcher Geruch auf, ohne dass die Quelle klar identifiziert werden kann, ist dies ein ernstzunehmendes Warnsignal, das schnelles Handeln erforderlich macht.

Keine Panik – Ruhe bewahren

Die im Gas enthaltenen Duftstoffe riechen so intensiv, dass bereits minimale Mengen weit unter der explosiven Luftkonzentration bemerkt werden. Es besteht also genügend Zeit, um die notwendigen Maßnahmen einzuleiten.

Entzündung verhindern

Um die Gefahr für die Explosion des Gasgemisches zu senken, müssen bei Gasgeruch zunächst alle offenen Flammen gelöscht werden. Das betrifft aber nicht nur Kerzen und den Gasherd. Auch Feuerzeuge, Streichhölzer und Zigaretten sind tabu. Da auch Funken das Gas entzünden können, dürfen auch elektrische Geräte ebenso wie Lichtschalter nicht mehr bedient werden. Das Gleiche gilt für die Nutzung von Handy und Telefon im Inneren des Hauses.

Gut durchlüften

Sobald alle direkten Gefahrenquellen beseitigt sind, muss ein Weg geschaffen werden, auf dem das austretende Gas das Haus verlassen kann. Öffnen Sie einige Fenster. So kann das Erdgas, das leichter als Luft ist, aufsteigen und aus dem Haus entweichen, was die Gaskonzentration reduziert. Achtung! Wer eine Propangasanlage besitzt, sollte Kellerräume meiden, da Propangas schwerer als Luft ist und sich dort sammelt.

Den Gashahn absperren

Um das weitere Ausströmen des Gases zu verhindern, muss der Gashahn geschlossen werden. Der Haupthahn für die Gaszufuhr befindet sich im Keller. Um im Notfall schnell handeln zu können, sollten sich Mieter den Standort beim Einzug zeigen lassen. Wie genau die Gaszufuhr abgesperrt wird, ist auf der Schließvorrichtung selbst angegeben.

Das Gebäude räumen

Wer alleine in seiner Wohnung lebt, verlässt das Haus erst nach dem erfolgreichen Abschluss der bisher geschilderten Maßnahmen. Mitbewohner und Kinder sollten hingegen sofort das Haus verlassen, während der Verbliebene die Schutzmaßnahmen durchführt. Ist das erledigt, müssen in einem Mehrparteienhaus unbedingt alle Mietparteien informiert werden, sodass auch diese das Haus verlassen. Je nach Dichte der Bebauung macht es ebenfalls Sinn, auch die ringsum wohnenden Nachbarn zu informieren.

Den Notruf wählen

Sind alle Maßnahmen abgeschlossen, kann aus sicherer Entfernung der Notruf gewählt werden. Zuständig ist hier in erster Linie die Feuerwehr, die unter der Notruf-Nummer 112 erreichbar ist. Zudem ist auch der Notfallbereitschaftsdienst des Gasnetzbetreibers zu informieren. Daher ist es sinnvoll, die entsprechende Telefonnummer im Handy abzuspeichern.

Ist alles erledigt heißt es abwarten, bis die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit ihren Messungen fertig sind und die Fachkräfte des Netzbetreibers den Fehler lokalisiert haben. Aber Achtung: Der Gashahn darf nur durch geschultes Fachpersonal wieder geöffnet werden!