Handys aus China – Taugen diese Handys wirklich etwas?

Früher war China als Werkbank der Welt bekannt. Dass das schon lange nicht mehr so ist, wissen die meisten Menschen nicht. Und so belächeln sie zahlreiche Produkte mit dem Stempel „Made in China“.

Quelle: stock.adobe.com/xiaoliangge
Das gilt auch für Smartphones aus chinesischer Produktion. Immerhin waren diese für lange Zeit als Billigheimer bekannt, die nicht selten als dreiste iPhone-Klone verkauft wurden. Dieses Image gehört mittlerweile der Vergangenheit an, denn chinesische Handy-Marken erobern den internationalen Markt. Aber was taugen Sie China-Smartphones wirklich? Und was ist beim Kauf zu beachten?

China ist das Herz der Mobil-Industrie

Das Reich der Mitte ist seitjeher das Zentrum der Smartphone-Produktion. Auch Markenhersteller wie Apple, Samsung und HTC lassen ihre Geräte ganz oder teilweise bei chinesischen Unternehmen wie Foxconn fertigen. Mittlerweile gehen die Chinesen aber eigene Wege. Mit Namen wie Elefone, Cubot, Gretel und Ulefon haben diese Unternehmen bereits den Heimatmarkt mit günstigen Smartphones versorgt. Und auch in den Schwellenländern der Region haben die Chinesen gegenüber den teuren Premiumherstellern aus den USA und Südkorea einen Vorsprung.

Abbildung 1: Quelle: Eigene Darstellung auf Datenbasis von handelsblatt.com

Während Apple und Samsung zuletzt nur mit sich selbst beschäftigt waren, sind im Hintergrund neue Smartphone-Giganten gewachsen. Diese drängen mittlerweile auch auf die westlichen Märkte und haben dabei allerhand gute Argumente im Gepäck. Allen voran blasen Huawei, Xiaomi und OnePlus (Oppo) zum Angriff auf die etablierten Marken. Auch wenn Samsung noch immer einsam seine Bahnen als Marktführer zieht, hat Huawei Apple bereits auf den dritten Platz verdrängt.

Konkurrenzlos günstig

Die Liste der chinesischen Handyhersteller ist lang. Während die meisten Produzenten für unsere Maßstäbe tatsächlich nur billige Geräte mit bescheidener Ausstattung herstellen, sind andere mehr als konkurrenzfähig. Was alle China-Handys gemeinsam haben, ist der günstige Preis. Im Vergleich zu technisch ebenbürtigen Modellen beträgt dieser oft nicht einmal die Hälfte. Und das, obwohl die Smartphones hierzulande deutlich teurer sind als in China. Extrem günstige Einsteigermodelle wie das Cubot J3 gibt es etwa bei Amazon bereits für unter 70 Euro. Dass es auch deutlich hochwertiger geht, beweisen OnePlus, Xiaomi und Huawei. Nicht umsonst ist Profi-Fußballer Christiano Ronaldo seit 2016 Markenbotschafter für die OnePlus-Tochterfirma Nubia.

Premium-Hardware zum attraktiven Preis

Die Premium-Modelle zeichnen sich durch eine exzellente Hardware und oftmals auch eine sehr hochwertige Verarbeitung aus. Wo etwa Samsung in der mittleren Preisklasse auf Plastik setzt, kommen bei Huawei und Honor Glas und Aluminium zum Einsatz. Modelle wie das Honor View 10 können es mit Eckdaten wie sechs GB Arbeitsspeicher, einem sechs Zoll großen Display und einer 16+20 Megapixel-Hauptkamera in jedem Fall mit den etablierten Spitzenmodellen aufnehmen.
Wer also gute Hardware zu einem günstigen Preis bekommen möchte, kann durchaus zur Alternative aus Fernost greifen. Auch im mittleren Preissegment bieten Huawei und Co. hervorragende Alternativen, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Ein solcher Dauerbrenner ist das Huawei P smart. Für unter 150 Euro bietet das Gerät immerhin 32 GB internen Speicher, drei GB Arbeitsspeicher und eine 13 Megapixel-Kamera. Aufgrund der hohen Qualität der Produkte müssen sich Apple, Samsung, Sony und Co. also warm anziehen.

Worauf muss ich beim Kauf achten

China-Smartphones können Sie auf zwei Arten beziehen.
Erstens: Sie importieren diese selbst über einen vertrauenswürdigen Online-Shop aus China und sparen damit nochmals ein wenig Geld.
Zweitens: Sie kaufen bei hierzulande etablierten Händlern, die den Import bereits für Sie abgewickelt haben.
Modelle großer Marken wie Xiaomi, OnePlus, Honor und Huawei sind offiziell in Deutschland erhältlich und im Online-Handel bestellbar. Diese sind bereits auf den europäischen Markt zugeschnitten. Gerade Exoten wie das mit einem 10.300 mAh-Akku ausgestattete Outdoor-Smartphone Ulefine Armor T3, müssen Sie jedoch noch aus China importieren. Achten Sie beim Import auf die folgenden Punkte:

Darauf ist beim Import zu achten

  • In den meisten Fällen landet die Sendung beim Zoll. Hier ist zusätzlich zum Kaufpreis noch die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent zu entrichten.
  • Bestellen Sie ausschließlich bei seriösen Import-Shops wie Gearbest, CECT-Shop oder Banggood.
  • Zahlen Sie lieber ein paar Euro mehr Versandkosten. Wer hier spart, verzichtet oftmals auf die Möglichkeit der Sendungsverfolgung. Häufig sorgt das auch für einen schnelleren Versand.
  • Bestellen Sie keine offensichtlichen iPhone-Imitate. Diese werden mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Zoll beschlagnahmt.
  • Auch Smartphones, die keine CE-Kennzeichnung tragen, bleiben beim Zoll hängen. Diese sind in der EU nicht verkehrsfähig.
  • Das importierte Smartphone muss das LTE-Band 20 unterstützen. Ansonsten funktioniert der Mobilfunk u.a. auf dem Land sowie bei Vodafone- und o2-Kunden nicht korrekt.
  • Bei Direktimporten müssen Sie oftmals Apps wie den Google Play Store manuell installieren.

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