Heizen mit Nachtspeicheröfen – Wir zeigen Ihnen Alternativen

Das Heizen mit Nachtspeicheröfen ist vor allen Dingen eines: Teuer! Obwohl viele Hauseigentümer mit dem Heizeffekt und Heizkomfort zufrieden sind, stellen die Öfen im Angesicht steigender Strompreise ein großes Problem dar. Wer seine Heizkosten senken will, kann natürlich an seinem Heizverhalten arbeiten und damit bereits jede Menge Geld sparen.

Irgendwann ist das Einsparpotential aber ausgereizt. Eine Alternative zum Nachtspeicherofen ist damit unausweichlich. Wir zeigen Ihnen, welche Alternativen Sie haben.

Umstieg auf eine Teilspeicher-Elektroheizung

Sofern Sie ihren Strom nicht gerade selbst über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugen, ist so ziemlich jedes Heizsystem günstiger als ein Nachtspeicherofen. In rund 80 Prozent der Fälle wird dieser daher zumindest gegen eine Teilspeicher-Direktheizung ausgetauscht. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Strahlungsheizung und Konvektionsheizung, die mit nur geringem baulichen Aufwand zu installieren ist. Zudem können die Heizkörper frei im Raum platziert werden, denn für den Anschluss reicht in der Regel eine konventionelle Steckdose aus. Attraktiv ist diese Lösung auch durch das flexible und direkte Ansprechverhalten sowie die vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten.

Moderne Geräte bringen es gegenüber den mitunter 25 Jahre alten Nachtspeichersystemen auf eine Ersparnis von bis zu 20 Prozent. Wenn Sie mit einem solchen System liebäugeln, sollten Sie allerdings besonders auf den Stromtarif achten. Wer nämlich keinen günstigen Nachtstromtarif nutzt oder anderweitig einen günstigen Tarif ergattert, zahlt trotz höherer Effizienz drauf. Letztlich bietet sich der Umstieg von Nachtspeicheröfen auf Teilspeicher-Elektroheizungen vor allem für die Installation in wenig genutzten Räumen an, sofern der Anschluss an ein wasserführendes Heizsystem unverhältnismäßig teuer ist.

Ersatz durch moderne Infrarotheizsysteme

Auch die Infrarotheizung ist unter dem Gesichtspunkt der absoluten Kostenersparnis eher eine Lösung für weniger genutzte Räume wie Hobbyräume, Partykeller und Wintergärten bzw. für sehr gut gedämmte Häuser. Infrarotheizungen geben ihre Wärme nicht direkt an die Raumluft ab, sondern arbeiten mit elektromagnetischer Wärmestrahlung. Damit erwärmen sie ähnlich wie die Sonne alle festen Körper direkt. Das wiederum sorgt für ein schnelles und gleichmäßiges Wärmegefühl im ganzen Raum. Dadurch, dass die Infrarotheizung eine gewisse Tiefenwärme erzeugt und zudem kein Staub aufgewirbelt wird, schafft sie ein besonders angenehmes und gesundes Raumklima. Ein großer Pluspunkt für Allergiker.

Im Quervergleich zu Teilspeicher-Elektroheizungen sind Infrarotsysteme von ihrem Aufbau her noch simpler und damit ebenfalls sehr wartungsarm. Da auch die Infrarotheizpanele lediglich einen konventionellen Schuko-Anschluss benötigen, lassen sie sich völlig unabhängig von Rohrleitungen an Wänden oder Decken platzieren. Unter designtechnischen Aspekten sind Infrarotheizpanele besonders interessant, da es sie nicht nur in diversen Leistungsklassen, sondern auch Designvarianten gibt. Neben unauffälligen Heizplatten sind die Panele auch als Tafeln, Spiegel, Bilder, Steinplatten, Leisten, Glaselemente oder sogar in Kugelform zu bekommen. Damit sich die Infrarotheizung als Vollheizung allerdings lohnen kann, ist ein entsprechend günstiger Stromtarif die wichtigste Voraussetzung.

Komplettumbau der Heizanlage

Wer nicht gerade im Begriff ist, ein Passivhaus mit Photovoltaikanlage zu errichten, für den ist und bleibt das Heizen mit Strom langfristig die teuerste aller möglichen Alternativen. Jedenfalls dann, wenn Teilspeicher- und Infrarotsysteme als Vollheizung genutzt werden. Der Komplettumbau hin zu einem wasserführenden Heizsystem rechnet sich in den meisten Fällen deutlich eher. Selbst wenn dazu neben der Anschaffung eines Brenners und diverser Heizkörper auch die Verlegung von Rohren fällig wird, lassen sich die Investitionskosten schnell wieder aufwiegen. So kostet die Kilowattstunde Erdgas im Durchschnitt 6,5 Cent. Im Vergleich zum durchschnittlichen Strompreis von 28,2 Cent pro kWh ist dies weniger als ein Viertel.

Gerade durch das günstige Zinsumfeld und die staatlichen Zuschüsse für Pelletheizungen, Wärmepumpen und Gasbrennwertgeräte sollten Sie nicht vorschnell zur kurzfristig günstigeren Variante greifen. Im Zweifelsfall ist eine eingehende Energieberatung im Vorfeld Gold wert und rechnet sich für Sie auch langfristig.