Hilfe Heizungsrohrbruch – Was ist zu tun?

Wasser im Haus oder der Wohnung ist der Alptraum aller Eigentümer und Mieter. Immerhin können schwere Schäden an der Bausubstanz und der Einrichtung entstehen. Der Bund der Versicherungswirtschaft verzeichnet jährlich rund 1,2 Millionen Wasserschäden – mal mit schwereren, mal mit glimpflichen Folgen.

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In der Regel sind undichte oder gebrochene Trinkwasserleitungen schuld an der Misere. Deutlich seltener kommt es zu Schäden durch undichte Heizungsanlagen. Schäden lassen sich aber auch hier nur dann minimieren, wenn Sie gleich von Beginn an richtig handeln. Was also ist zu tun, wenn Wasser aus dem Heizsystem austritt?

Ursachen für das Austreten von Wasser aus der Heizung

Die gute Nachricht zuerst: Schäden an Heizungsrohren sind in der Regel deutlich geringer als an Trinkwasserleitungen. Daher tropft das Wasser lediglich heraus, anstatt zu strömen. Meist sind davon exponierte Stellen wie die Verbindungen zu Heizkörpern, die Heizkörper selbst oder die Therme betroffen. Oftmals sind poröse Dichtungen der Grund für das Heraustropfen bzw. Heraussickern von Wasser. Immerhin nutzen sich Gummidichtungen mit den Jahren spürbar ab, verlieren ihre Elastizität und damit die Dichtwirkung.
Ein weiteres Problem sind korrosive Stellen, die u.a. durch Sauerstoff im Heizsystem entstehen können. Betroffen sind hier in erster Linie die Heizkörper. Rostige Stellen sollten Sie daher umgehend behandeln oder den Heizkörper gleich austauschen. Wie das funktioniert lesen Sie in unserem Artikel zum Thema „Was tun bei Rost am Heizkörper?“. Nur in seltenen Fällen ist das Austreten von Wasser auf Montage- oder Materialfehler zurückzuführen.

So erkennen Sie ein leckendes Heizsystem

In den meisten Fällen macht sich ein Leck an neuralgischen Stellen wie Ventilen, Verbindungen, Heizkörpern und der Therme bemerkbar. Hier führt regelmäßiges Tropfen zur Bildung von Pfützen. Nur selten strömt das Wasser regelrecht aus dem System. Zeigt sich der „Rohrbruch“ an der Heizung nicht so offensichtlich, müssen Sie auf andere Anzeichen achten:

  • Stetiger Druckabfall in der Heizungsanlage, der auch nach dem Auffüllen des Wasserstands fortschreitet.
  • Funktionsstörungen der Heizanlage (z.B. nicht anspringende Heiztherme)
  • Ungewöhnliche Strömungsgeräusche im Bereich der Heizungsrohre.
  • Bildung nasser Flecken an den Wänden. Vor allem dort, wo Heizungsrohre verlaufen.
  • Feuchtigkeit hinter den Fußbodenleisten, da sich das austretende Wasser dort oft unentdeckt sammelt.
  • Schimmelbildung hinter den Fußbodenleisten.

    Glück im Unglück

    Auch hier gibt es eine gute Nachricht. Anders als bei Trinkwasserleitungen handelt es sich bei den meisten Heizungsanlagen um geschlossene Anlagen. Es strömt also kein Wasser in das System nach. Damit hält sich der potentielle Wasserschaden, selbst wenn dieser während Ihrer Abwesenheit geschieht, einigermaßen in Grenzen. Insbesondere, wenn der Schaden weiter oben im Heizsystem auftritt, sorgt die Schwerkraft dafür, dass nur wenig Wasser austritt. Nichtsdestotrotz sollten Sie umgehend handeln.

    So handeln Sie richtig

    Auch einen „Rohrbruch“ der Heizung müssen Sie so schnell wie möglich durch einen Handwerker beheben lassen. Befindet sich das Leck an einem gut erreichbaren Ort, sorgen Sie zunächst dafür, dass das Heizungswasser nicht unkontrolliert austritt. Stellen Sie dazu eine Schüssel darunter, um die Flüssigkeit aufzufangen. Schalten Sie im Anschluss die Heizungsanlage aus und informieren Sie einen Fachbetrieb. Dieser lokalisiert den Schaden, begutachtet diesen und nimmt notwendige Reparaturen vor. Achtung: Handelt es sich bei Ihrer Heizanlage um ein System ohne geschlossenen Kreislauf, müssen Sie zunächst den Haupthahn zudrehen.
    Während Eigentümer unmittelbar eine Reparatur in Auftrag geben können, müssen Mieter zunächst Ihren Vermieter informieren. Besteht umgehender Handlungsbedarf und ist der Vermieter bzw. Hausmeister nicht zu erreichen, dürfen Sie die Reparatur auch direkt in Auftrag geben. Die Kosten für die Reparatur trägt der Vermieter, allerdings nur im Rahmen des notwendigen finanziellen Aufwands. Wenn Sie also den Heizkörper tauschen lassen, obwohl eine Reparatur ausreichend gewesen wäre, tragen Sie die Mehrkosten.

    Wann Sie selbst Hand anlegen können und wann nicht

    Einige Ursachen können Sie mit ein wenig handwerklichem Geschick und einer Rohrzange selbst beheben. Tritt das Wasser an einer Verschraubung aus, ist es oftmals ausreichend, diese ein wenig anzuziehen. Achten Sie aber darauf, das Gewinde nicht zu überdrehen. Sollte das nicht funktionieren, können Sie das Leck provisorisch mit sich selbst festziehenden Teflon-Band abdichten. Das funktioniert auch bei kleineren Rissen in freiliegenden Heizungsrohren. Die letztendliche Reparatur sollten Sie aber ebenso den Experten überlassen wie den Austausch von Dichtungen und die Reparatur von Thermenschäden.

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