Kostenfalle Durchlauferhitzer – So sparen Sie trotzdem Strom

Für beinahe 30 Prozent aller deutschen Haushalte sind nicht etwa Waschmaschine, Herd, Unterhaltungselektronik und Co. der größte Posten auf der Stromverbrauchsrechnung, sondern die Warmwasseraufbereitung. Wer sein warmes Wasser nicht direkt über das Heizsystem bezieht, nutzt dafür meist einen elektrischen Durchlauferhitzer.

LucidPipe Power System – Kommt unser Strom bald aus dem Wasserrohr?
Bild: shutterstock.com/Katrinphoto
Der überdimensionierte Wasserkocher ist zwar praktisch, hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Er verbraucht Unmengen an Strom. Wie aber können Verbraucher Geld sparen, ohne dass die Morgendusche kalt bleibt?

Wann Durchlauferhitzer Sinn machen

Eines vorweg: Der elektrische Durchlauferhitzer hat in jedem Fall eine Daseinsberechtigung, denn in vielen Fällen ist er die einzige wirtschaftlich sinnvolle Alternative. Auch wenn in Neubauten sicherlich die wenigsten Bauherren darauf setzen, das Wasser mit teurem Strom zu erwärmen, macht die Installation eines Durchlauferhitzers in Altbauten Sinn. Gerade im Vergleich zum Einbau einer neuen Heiztherme mit Warmwasserbereitung sowie der Installation zusätzlicher Rohrleitungen für die Verteilung im Haus gestalten sich die Anschaffungskosten für Durchlauferhitzer gering.
Anders als bei einem Warmwasserboiler hält der Durchlauferhitzer kein warmes Wasser auf Vorrat bereit, sondern erwärmt es kontinuierlich, während es aus dem Hahn fließt. Dies hat den Vorteil, dass nicht plötzlich kochend heißes Wasser aus dem Speicher aus der Leitung fließen kann. Der Nachteil ist jedoch der höhere Energieverbrauch, denn für die kontinuierliche Erwärmung ist eine enorme Wärmeleistung notwendig. Kein Wunder, dass haushaltsübliche Geräte mit einer Leistung von 18, 24 oder gar 33 Kilowatt ausgestattet sind.

Der Durchlauferhitzer – Oft besser als sein Ruf

Auf dem Markt gibt es zwei Arten von Durchlauferhitzern. Während elektronisch geregelte Geräte die stufenlose Regulierung ermöglichen, sind hydraulische Durchlauferhitzer mit einer mehrstufigen Temperatursteuerung ausgestattet. Der elektronische Durchlauferhitzer hat dabei den entscheidenden Vorteil, dass die gewünschte Wassertemperatur auf das Grad genau eingestellt werden kann. Auf der anderen Seite bietet das hydraulische Pendant meist zwei oder drei Leistungsstufen ohne Zwischenregelung.
Damit das Wasser die richtige Temperatur zum Duschen hat, muss bei hydraulischen Geräten oft kaltes Leitungswasser beigemischt werden, was natürlich alles andere als energieeffizient ist. Ein moderner Durchlauferhitzer mit stufenloser Steuerung ist daher nicht nur in der Handhabung komfortabler, sondern spart durch seinen besseren Wirkungsgrad auch bis zu 30 Prozent Energie ein. Gerade für Familien mit einem hohen Warmwasserbedarf rechnet sich der Austausch des Altgeräts oft schon nach wenigen Jahren.

Strom sparen trotz Durchlauferhitzer

Unabhängig davon, welche Art von Durchlauferhitzer im Haushalt verbaut ist, besteht in beiden Fällen deutliches Einsparpotential. Wie die folgenden Tipps beweisen, funktioniert das auch ohne großen Aufwand.

1. Die richtigen Grundeinstellungen vornehmen: Jedes zusätzliche Grad, um das Ihr Wasser erwärmt werden muss, hat einen überproportionalen Anstieg des Energieverbrauchs zur Folge. Stellen Sie Ihren Durchlauferhitzer daher so ein, dass er kein übermäßig heißes Wasser erzeugt. Selbst für eine warme Dusche sind je nach Empfinden 35 bis 39 Grad Celsius völlig ausreichend. Wer nämlich über den Regler in der Duschkabine nachregeln muss, um die Temperatur zu senken, verschwendet Energie. Bei hydraulischen Geräten reicht meist die mittlere von drei Stufen aus.

2. Wassersparvorrichtungen nutzen: Je weniger Wasser erhitzt werden muss, desto geringer ist der Energieverbrauch auch bei hydraulischen Geräten. Der Einbau eines Wasserhahns mit geringer Durchflussmenge oder eines Duschkopfs, der nicht mehr 12 Liter Wasser, sondern nur noch neun Liter pro Minute durchlässt, birgt damit großes Einsparpotential. Ein wirklicher Nachteil ist das nicht, denn durch die verbesserte Düsentechnik wird auch das Wasser effizienter verwendet.

3. Warmes Wasser ist nicht immer notwendig: Wer den Wasserhahn aus Gewohnheit auch für die Entnahme kleinster Wassermengen immer auf „warm“ stellt, verschwendet massiv Energie. Jedes Mal, wenn dies passiert, wird der Durchlauferhitzer aktiviert und verbraucht Strom. Das ist auch dann der Fall, wenn Sie sich nur für wenige Sekunden die Hände waschen. Da die Geräte, wie bereits angesprochen, eine sehr hohe Leistung haben, summieren sich die Kosten über das Jahr hinweg auf. Stellen Sie den Hahn daher nur dann auf „warm“, wenn Sie wirklich warmes Wasser brauchen.

4. Entkalken des Durchlauferhitzers: Kalkablagerungen sorgen sowohl bei der Waschmaschine wie auch bei einem Durchlauferhitzer dafür, dass die Wärmeenergie schlechter an das Wasser abgegeben wird. Da so für das Erreichen der Zieltemperatur mehr Energie aufgewendet werden muss, sind unnötige Stromkosten vorprogrammiert. Regelmäßiges Entkalken kann dies verhindern.

Wie kann ich Ihnen helfen?×

lifestrom ChatBot starten