Kostenvergleich – Was kostet Heizen mit Gas und Strom wirklich?

Hierzulande sind noch immer viele Haushalte mit einer Elektroheizung ausgestattet. Ganz gleich, ob Nachtspeicherofen, Teilspeicherofen, Infrarotheizung oder elektrische Fußbodenheizung. Eines haben alle diese Heizsysteme gemeinsam: Das Heizen ist im Vergleich zur Wärmeerzeugung mit anderen Energieträgern extrem teuer.

Kostenvergleich – Was kostet Heizen mit Gas und Strom wirklich?
Bild: iana_kolesnikova / stock.adobe.com
Wer also mit dem Gedanken spielt, seine alte Elektroheizung zu ersetzen, möchte natürlich wissen, mit welchen Einsparungen er langfristig rechnen kann. Zudem verraten wir, in welchen Situationen es doch sinnvoll sein kann, auf eine Elektroheizung zu setzen.

Heizen mit Strom geht ins Geld

Dass Heizstrom teuer ist, zeigt schon ein Blick auf die Preisentwicklung am Strommarkt. Seit dem Jahr 2000 ist der Preis pro Kilowattstunde Strom von durchschnittlich 13,9 Cent auf 28,8 Cent geklettert und hat sich damit mehr als verdoppelt. Parallel ist natürlich auch der Erdgaspreis gestiegen. Allerdings war der Anstieg von durchschnittlich rund 4,8 Cent im Jahr 2000 auf 5,7 Cent heute bei weitem nicht so stark. Eine Ursache sind natürlich die zahlreichen Abgaben, wie die EEG-Umlage, die heute alleine bereits 6,8 Cent pro Kilowattstunde ausmacht.

Das grundsätzliche Problem ist allerdings noch tiefgreifender, denn anders als bei Erdgas oder Erdöl handelt es sich bei elektrischem Strom nicht um einen Primärenergieträger. Strom muss zunächst aus Primärenergieträgern wie Gas, Kohle oder erneuerbaren Energien gewonnen werden, während Gas direkt verheizt werden kann. Mit dieser Umwandlung sind natürlich Kosten verbunden, die das Heizen mit Strom teuer machen. Wie teuer, zeigt ein rechnerisches Beispiel für ein Einfamilienhaus mit einem Heizwärmebedarf von 20.000 kWh.

Heizgas ist deutlich günstiger als Heizstrom

Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 28,8 Cent pro Kilowattstunde und einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh fallen jährliche Kosten in Höhe von 5.760 Euro an. Das wäre immerhin ein monatlicher Abschlag von 480 Euro! Kommt hingegen eine Gasheizung beim gleichen Heizwärmebedarf zum Einsatz, sieht die Rechnung gleich viel freundlicher aus, zumal eine Kilowattstunde Gas im Schnitt lediglich 5,7 Cent kostet. Unter dem Strich kostet das Heizen mit Gas jährlich also nur 1.140 Euro, was einem Abschlag von 95 Euro entspricht.

Heizstromtarife helfen beim Kostensparen

Um die Stromkosten abzufedern existieren bei manchen Anbietern auch spezielle Heizstromtarife. Diese Tarife sind einige Cent pro Kilowattstunde günstiger. Aktuell liegt der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde Heizstrom etwa bei 22 Cent. Bei einem angenommenen Heizwärmebedarf von 20.000 kWh fallen Kosten in Höhe von 4.400 Euro an. Gegenüber dem „Normaltarif“ ist dies immerhin eine Ersparnis von 1.360 Euro im Jahr. Allerdings müssen Sie für die Nutzung auch einen sogenannten Doppelzähler installieren lassen, der Haushaltsstrom und Heizstrom getrennt abrechnet.

Wann lohnt sich was?

Unter dem Strich lohnt sich eine Elektroheizung heute nur noch für wenige Anwendungsbereiche. Und auch nur dann, wenn die langfristigen Betriebskosten der Elektroheizung niedriger sind, als die Betriebs- und Installationskosten für ein alternatives Heizsystem, für das Rohrleitungen und Heizkörper installiert werden müssen. Räume, die nur selten genutzt werden und über keinen Anschluss an das Heizsystem verfügen, können problemlos mit einer effizienten Elektroheizung beheizt werden.

Zu nennen sind hier Wintergärten, Werkräume, Garagen oder Hobbyzimmer. Aber auch ein Ferienhaus, das nur sehr sporadisch genutzt wird, ist für die Installation einer Elektroheizung geeignet. Die Anschaffung eines Gasheizsystems, das zudem auch noch gewartet werden muss, ist dementsprechend deutlich teurer. Eine Gasheizung lohnt sich allerdings überall dort, wo über lange Zeiträume viel Heizwärme benötigt wird.

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