Lichtblick für viele Verbraucher – Netzentgelte werden bis 2023 einheitlich

Der Strompreis kennt hierzulande seit Jahren nur eine Richtung – nach oben. Verantwortlich dafür sind vor allem die immensen Investitionen in die nachhaltige Stromversorgung im Rahmen der Energiewende. Diese Maßnahmen, die uns langfristig nutzen, schmerzen allerdings im Geldbeutel. Das merken nicht nur Privathaushalte, sondern auch deutsche Unternehmen, die hierzulande den Löwenanteil des Stroms verbrauchen.

Lichtblick für viele Verbraucher – Netzentgelte werden bis 2023 einheitlich
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Nun gibt es für viele Verbraucher jedoch gute Nachrichten, denn bis 2023 sollen die Netzentgelte bundesweit vereinheitlicht werden.

1. Was sind Netzentgelte?

Netznutzungsentgelte sind Gebühren, die jeder Netznutzer, der Strom aus dem Versorgungsnetz bezieht, an den regionalen Netzbetreiber zahlen muss. Das gilt sowohl für Unternehmen, als auch für Privathaushalte. Zwecks einfacherer Abwicklung sind die Netzentgelte Bestandteil des Strompreises, sie sind auf der Jahresendabrechnung aber separat aufgeführt. Die Zahlung von Netzentgelten ist keine Willkür, sondern eine notwendige Tatsache. Immerhin müssen die Netzbetreiber die Kosten für den Bau, die Instandhaltung und die Investition in modernere Übertragungsnetze finanzieren.
Anders als der Strompreis in seiner Gesamtheit richtet sich die Höhe der Netzentgelte nicht nach den Mechanismen des freien Marktes. Der Hintergrund ist simpel. Während Stromkunden insgesamt vom großen Konkurrenzkampf auf dem Stromanbietermarkt profitieren, bilden die Stromnetze ein natürliches Monopol. Die Regulierung stellt sicher, dass die Netzbetreiber die Monopolstellung nicht in Form von überhöhten Entgelten ausnutzen. Nichtsdestotrotz sind die zu zahlenden Netzentgelte durch die massiven Investitionen der Energiewende deutlich gestiegen. Und das auch noch mit großen regionalen Unterschieden.

2. Netzentgelte sind bundesweit unterschiedlich

Es gibt einige Gründe für die unterschiedlich hohen Gebühren im Bundesgebiet. So zahlen Stromkunden in Regionen mit einem hohen Anteil an Wind- und Solaranlagen beispielsweise deutlich mehr. Und das, obwohl die Energie aus regenerativen Quellen allen zugutekommt. Ursächlich sind hier die Investitionen in den Netzausbau. Andere Unterschiede auf Bundesebene ergeben sich aus weiteren Faktoren, wie unter anderem die Qualität und das Alter der Netze. Hinzu kommen Integrationskosten für die erneuerbaren Energien sowie Investitionen in den Netzausbau und die Versorgungssicherheit z.B. in Form von Reservekraftwerken.
Wichtigster Kostenpunkt ist jedoch die unterschiedliche Netzauslastung. Demzufolge verteilen sich die Netzkosten auf dem eher dünn besiedelten Land auf weniger Verbraucher als in der dicht besiedelten Stadt. Ähnlich verhält es sich im Hinblick auf Regionen mit und ohne nennenswerte Industrieproduktion. Mehr über die regionalen Unterschiede erfahren Sie in unserem Beitrag „Warum sind die Stromkosten in Deutschland regional unterschiedlich?“.

3. Die Angleichung erfolgt in mehrere Schritten

Nach einem Beschluss des Bundeskabinetts steht nun fest, dass die Netzentgelte bundesweit bis 2023 angeglichen werden. Die Begründung ist logisch. Da alle privaten und gewerblichen Stromverbraucher von der Energiewende profitieren, müssen auch die Netzentgelte gleichermaßen verteilt sein. Das dürfte vor allem Stromkunden auf dem Land und in den neuen Bundesländern freuen, wo die Netzentgelte zuletzt über dem Durchschnitt lagen. Ähnlich sieht es für Verbraucher in Regionen mit einem hohen Anteil an Wind- und Solarkraftanlagen aus.

Bis 2023 soll eine Anpassung an ein bundeseinheitliches Niveau in fünf gleichgroßen Schritten folgen. In der Praxis erfolgt die Angleichung durch die Verteilung von Mehrerlösen der Netzbetreiber, die die festgelegte Erlösobergrenze überschreiten. Das freut unter dem Strich nicht nur Privathaushalte, sondern auch Unternehmen. Diese profitieren sowohl von einer erhöhten Kostensicherheit, als auch von der Reduktion strompreisbedingter Standortnachteile. Wie sich die Netzentgelte und damit auch die Stromkosten in der Praxis entwickeln, müssen die nächsten Jahre zeigen.

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