Was macht einen guten Stromtarif aus?

Steigende Strompreise bewegen immer mehr Deutsche dazu, sich auf die Suche nach einem neuen Stromversorger mit attraktiveren Tarifen zu machen. Dank diverser Online-Vergleichsportale ist der Anbieterwechsel heute einfacher denn je.

Was macht einen guten Stromtarif aus?
Bild: Abd Mukmin/shutterstock.com
A llerdings lauern an dieser Stelle einige Fallen, die Sparfüchse am Ende teuer zu stehen kommen können. Was also macht einen guten Stromtarif aus und worauf ist bei der Auswahl zu achten?

Der billigste Stromtarif ist nicht unbedingt der beste Tarif

Es ist nur allzu verständlich, dass viele Stromkunden auf der Suche nach einem neuen Tarif vor allem auf die Kosten pro Kilowattstunde schauen. Der auf den ersten Blick günstigste Kilowattstundenpreis kann sich jedoch als teurer Spaß herausstellen, denn oft sind Nebenkosten wie die Grundgebühr nicht direkt offensichtlich. Gerade bei Anbietern, die mit extrem günstigen Konditionen locken, ist die monatliche Grundgebühr meist sehr hoch. Eine weitere Falle sind Neukundenrabatte und Abschlussboni im Wert von oftmals mehreren hundert Euro für das erste Jahr. Diese Positionen werden gerne auf den Kilowattstundenpreis angerechnet, sodass dieser massiv sinkt. Wenn die Boni dann wegfallen und im zweiten Vertragsjahr die Abrechnung ins Haus flattert, ist die böse Überraschung oft groß. Gute Stromtarife sind hingegen transparent, sodass die tatsächlichen Kosten unmittelbar ersichtlich sind.

Vertragsfallen vermeiden

An den vorherigen Punkt knüpft die Vertragslaufzeit an. Gerade Verträge, die im ersten Jahr mit satten Rabatten locken und ab dem zweiten Jahr oder gar bereits nach einigen Monaten im Preis ansteigen, sind nicht selten mit langen Vertragslaufzeiten verbunden. Damit zahlt der Verbraucher langfristig drauf. Ein guter Stromtarif hat daher eine möglichst kurze Vertragslaufzeit von rund einem Jahr. In Ausnahmen, wie zum Beispiel bei sehr transparenten Preismodellen, sind auch zwei Jahre durchaus in Ordnung. Wichtig ist darüber hinaus auch eine kurze Kündigungsfrist, sodass Verbraucher stets flexibel reagieren können. Von Anbietern mit Paketpreisen, die zur Abnahme einer fixen Strommenge verpflichten, sowie von Versorgern, welche die Leistung von Vorauszahlungen per Vorkasse verlangen, ist prinzipiell abzuraten.

Beim Ökostrom auf Zertifizierungen achten

Wer besonderen Wert auf Ökostrom legt und sichergehen möchte, dass mit seinem Geld auch wirklich der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert wird, sollte auf das Vorhandensein von speziellen Siegeln achten. Während viele Anbieter durch das sporadische Beimischen von Ökostrom ein sogenanntes „Greenwashing“ betreiben, setzen reine Ökostromversorger auf strenge Zertifizierungsverfahren. Gute Ökostrom-Tarife sind mit Siegeln wie dem „ok Power“-Label, dem „Grüner Strom“-Label oder den Siegeln des TÜV Nord bzw. TÜV Süd versehen, welche die Erfüllung der Standards EE01 und EE02 bestätigen.