Was muss ich beim Kauf einer Ladesäule für mein Elektroauto beachten?

Elektroautos werden schon lange nicht mehr verächtlich als Ökoschleudern bezeichnet. Kein Wunder, bieten Tesla, BMW, Nissan und Co. doch bereits einige attraktive Modelle an.

Was muss ich beim Kauf einer Ladesäule für mein Elektroauto beachten?
Bild: Matej Kastelic/shutterstock.com
Ebenso attraktiv ist natürlich die Möglichkeit, das eigene Auto bequem zuhause zu laden und damit völlig unabhängig von Tankstellen zu sein. Da das Laden im Schneckentempo an der Schuko-Steckdose aber keine Dauerlösung ist, muss eine eigene Ladesäule her. Aber welche Ladesäule ist die richtige?

Maximale Ladeleistung des Elektroautos beachten

Wie schnell oder langsam ein Fahrzeug lädt, hängt vom verbauten On-Board-Charger ab. Typischerweise reicht die Leistungsspanne von Fahrzeug zu Fahrzeug von 3,7 kW bis 22 kW. Es liegt auf der Hand, dass die Ladesäule mindestens die maximal mögliche Ladeleistung des eigenen E-Autos abdecken sollte, um die Ladezeit zu minimieren. Da eine Wallbox eine Investition in die Zukunft ist und in absehbarer Zeit Fahrzeuge mit noch höheren Ladeleistungen auf den Markt kommen werden, macht eine potente Ladesäule langfristig Sinn.

Interessant ist eine möglichst hohe Leistung der Ladesäule auch durch die Tatsache, dass der Wirkungsgrad mit zunehmender Ladeleistung aufgrund geringerer Energieverluste der Ladegeräte steigt. Dies macht sich über mehrere Jahre hinweg auch finanziell deutlich anhand eingesparter Stromkosten bemerkbar. Eine gute Ladestation bzw. Wallbox sollte also zwischen 11 und 22 kW liefern. Voraussetzung für die Installation ist zudem ein Drehstromanschluss und ein zur Leistung der Ladesäule passendes Ladekabel – denn die beste Ladesäule nützt nichts, wenn das verwendete Kabel die hohe Ladeleistung nicht unterstützt. Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Auswahl von Steckersystem und Hersteller

Um die Sicherheit, die Kompatibilität zu den gängigen Fahrzeugen und die langfristige Wartung zu gewährleisten, empfiehlt sich der Kauf bei einem Qualitätshersteller. Im Hinblick auf den flexiblen Einsatz der Ladesäule für Gäste, das Zweitfahrzeug oder ein neues Elektrofahrzeug muss bei der Auswahl der Wallbox aber auch das Steckersystem eine Rolle spielen. Wer sich für eine Ladestation mit fest installiertem Kabel entscheidet, muss bedenken, dass der Stecker in der Regel nur auf das eigene Fahrzeug passt.

Daher sollte eine Wallbox mit der in Europa am weitesten verbreiteten Typ-2-Steckdose nebst Adaptermöglichkeiten ausgestattet sein. So kann jeweils nach Bedarf das passende Ladekabel samt Ladestecker angeschlossen werden. Gerade wer für seine Mitarbeiter eine Ladesäule auf dem Firmenparkplatz installieren möchte, sollte diesen Punkt besonders beachten. Das gilt auch für Hoteliers, die einen zukunftsfesten Gästeparkplatz planen.

Welche Zusatzfunktionen brauche ich?

Die Zusatzfunktionen sind ein entscheidender Kosten- aber auch Komfortfaktor jeder Ladestation. Wird die Wallbox beispielsweise in einem halböffentlichen Bereich wie auf einem Firmenparkplatz oder in einer Gemeinschaftsgarage installiert, macht eine Zugangsbeschränkung via RFID-System Sinn. Wer die Ladekosten von Gästen, Mitarbeitern oder des eigenen Firmenwagens getrennt abrechnen möchte, braucht zudem einen Subzähler bzw. eine Ladesäule, die eine automatische Online-Abrechnung getrennt nach Fahrzeugen ermöglicht. Ein integrierter Lastmanager hilft zudem dabei, die begrenzte Ladeleistung auf mehrere Fahrzeuge aufzuteilen, die gleichzeitig an der Wallbox laden.

Was kostet die Installation einer Ladesäule?

Die Preisspanne für günstige Ladesysteme beginnt bei etwa 800 Euro. Mit jeder Zusatzfunktion, wie zum Beispiel der Möglichkeit, die Ladesäule in die eigene Photovoltaikanlage zu integrieren, steigen die Kosten. Eine Ladesäule mit zwei Steckplätzen und Internetschnittstelle schlägt beispielsweise mit mindestens 2.300 Euro zu Buche. Der zweite große Kostenblock umfasst die Installation der Anlage, die nur durch einen Fachelektriker vorgenommen werden darf.

Hier spielt es beispielsweise eine Rolle, wie weit der Installationspunkt vom Sicherungskasten entfernt liegt. Schließlich benötigt die Ladestation einen Drehstromanschluss, der vom Sicherungskasten aus über eine eigene Leitung verlegt werden muss. Je weiter der Kasten entfernt ist, desto höher sind die Material- und Arbeitskosten. Darin inbegriffen sind Wanddurchbrüche und durchzuführende Erdarbeiten. Die Wandmontage ist im Übrigen etwas günstiger als die Installation einer klassischen Ladesäule mit Ständer und Betonsockel.

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