Nachhaltig leben im Alltag – So einfach geht’s!

Um nachhaltig zu leben, muss nicht zwingend viel Geld investiert werden. Solarzellen auf Dächern, stromsparende Elektrogeräte und andere kostspielige Maßnahmen sind zwar sinnvoll, aber schlichtweg nicht für jeden finanziell machbar.

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Quelle: stock.adobe.com/Leonid
Bereits mit simplen und besonders kosteneffizienten Mitteln lässt sich einiges bewegen. Menschen mit einem geringen monatlichen Budget können wesentlich mehr für die Umwelt tun, als gemeinhin angenommen.

1. Bio-Lebensmittel stets saisonal einkaufen

Dass Nahrungsmittel mit dem Bio-Siegel in der Regel teuer sind, ist nichts Neues. Aus diesem Grund meinen viele Menschen, dass eine ökologische Ernährung mit einem kleinen Budget nicht möglich sei. Das stimmt allerdings nur bedingt. Der Lebensmitteleinkauf muss lediglich besser vorausgeplant werden, wenn neben den Umweltaspekten auch die Finanzen eine große Rolle spielen. In erster Linie ist es wichtig, dass saisonal eingekauft wird, denn im Frühjahr und Sommer sind vor allem Bio-Lebensmittel wesentlich teurer. Aus diesem Grund sollten qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zur warmen Jahreszeit gekauft werden, um sie einlagern und dadurch auch im Winter verzehren zu können.
Um frische Lebensmittel haltbar zu machen, eignen sich verschiedene Methoden. Durch das Dörren im Backofen lassen sich zum Beispiel leckere Bananen- oder Apfelchips herstellen. Ebenso gut können frische Beeren in Form von Marmelade, Saft oder Gelees haltbar gemacht werden. Die Früchte abgefüllt in Einmachgläsern zu verstauen spart nicht nur Platz, sondern auch jede Menge Geld. Auch frisches Gemüse lässt sich durch das sogenannte Einwecken sogar über mehrere Jahre haltbar machen. Generell sollte Gemüse und Obst – auch unabhängig vom Bio-Siegel – passend zur Jahreszeit gekauft werden. Wer sich damit auseinandersetzt, zu welcher Zeit welche Lebensmittel am besten gekauft werden sollten, erspart der Umwelt unnötige Transporte und sich selbst hohe Ausgaben. Auf den Kauf exotischer Früchte sollte nach Möglichkeit ganzjährig verzichtet werden. Diese sind nicht nur teuer, sondern verursachen extrem viel schädliches CO2.

2. Foodsharing – Weniger Verschwendung durch teilen

Wer nachhaltig leben möchte, sollte nicht nur seine Einkaufsweise überdenken, sondern den generellen Konsum einschränken. Der Begriff Einschränkung ist hierbei nicht gleichzusetzen mit Verzicht – aber mit weniger Verschwendung. Achtlos in den Müll geworfene Lebensmittel zehren Ressourcen auf, welche anderswo dringend gebraucht werden. Das sogenannte Foodsharing bezeichnet das Bemühen einzelner Gruppen, Lebensmittel möglichst vollständig zu verzehren. Indem sowohl private Haushalte als auch Restaurants Übriggebliebenes zu einem sehr geringen Preis oder sogar kostenlos teilen, wird allen geholfen: der Umwelt und den Menschen.
Mit der Hilfe von Foodsharing-Apps können sich Interessierte jederzeit darüber informieren, wo in ihrer nächsten Nähe Lebensmittel übriggeblieben sind. Natürlich funktioniert dieses System nur dann, wenn jeder mitmacht. Wer sich regelmäßig an Lebensmitteln fremder Menschen satt isst, sollte hin und wieder ebenfalls etwas beitragen, indem er seine Essensreste über eine entsprechende App anbietet. Von diesen Apps profitieren alle. Dank weniger Verschwendung werden auch Menschen mit sehr wenig Geld satt, die Umwelt wird geschont und die Müllproduktion verringert. Bei manchen Apps gibt es sogar eine Funktion, welche es dem Nutzer erlaubt, sogenannte Foodboxen zu reservieren. Der User hat dann ein bestimmtes Zeitfenster, in welchem er seine Box vom Restaurant oder Einzelhändler abholen kann. In der Regel sind die Waren kurz vor Ladenschluss abholbereit.

3. Weniger Müll für mehr Umweltbewusstsein

Müll zu sparen ist nicht schwer. Es erfordert lediglich einige kleine Umstellungen im Alltag. Dabei geht es nicht nur darum – wie etwa beim Foodsharing – weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Vielmehr soll der unnötige Abfall zum Beispiel in Form von Verpackungsmaterialien gar nicht erst produziert werden. Und das gelingt sogar recht einfach. Obst und Gemüse aus dem Supermarkt oder vom Bioladen haben eine ganz eigene, natürliche Verpackung – die Schalen! In den wenigsten Fällen ist es notwendig, die frischen Lebensmittel zusätzlich in eine Plastiktüte zu verpacken. Wer diese Waren offen in den Einkaufswagen und danach auf das Kassenband legt, spart jede Menge Plastik, welches er spätestens zu Hause ohnehin sofort entsorgt hätte.
Nicht umsonst fällt immer wieder der Begriff „Wegwerfgesellschaft“, wenn es um den aktuellen Konsumwahn geht. Was vor einigen Jahrzehnten noch repariert und wiederverwendet wurde, landet heute kurzerhand auf der Müllhalde. Dass die Waren immer kurzlebiger werden, liegt an sinkenden Preisen und einer minderwertigen Produktion. Indem Produkte wieder repariert statt entsorgt werden, können jede Menge Müll und Kosten eingespart werden. Wenn die eigenen Fähigkeiten nicht ausreichen, um zum Beispiel Elektronik wieder in Ordnung zu bringen, können Freunde, Familie oder Bekannte Hilfestellung geben. In Städten gibt es außerdem immer häufiger privat betriebene Werkstätten oder sogenannte Repair-Cafés, welche mit Rat und Tat zur Seite stehen. In der Regel werden diese Stellen von Menschen initiiert, welche ebenfalls etwas zu einem nachhaltigeren Umgang mit Waren beitragen möchten.
Eine ganz andere und besonders fatale Art von Müll ist der Atommüll. Durch den Wechsel zu Ökostrom wird die Produktion von hochradioaktivem Atommüll vermieden. Für ein nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Leben ist dieser Schritt überhaupt nicht schwierig, dafür aber umso effektiver.

4. Plastik – unnötig und umweltschädigend

Kunststoff ist das Rohmaterial, welches seit einigen Jahrzehnten in allen Bereichen unseres Alltags eingesetzt wird. Plastikflaschen, Plastikspielzeug, Plastikverpackungen, Mikroplastik in Kosmetik, Synthetikfasern – all diese Dinge belasten die Umwelt nachhaltig. Vor allem die Meere leiden zunehmend unter einer regelrechten Vermüllung. Doch nicht nur die Unterwasserwelt, Fische und Meerestiere werden geschädigt. Beim Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten nehmen Menschen das Plastik mit der Nahrung auf. Was Plastik mit unserem Organismus macht, ist noch nicht endgültig geklärt. Dass der Verzehr aber nicht gesund sein kann, ist hingegen unumstritten.
Die Vermeidung von Plastik beginnt bereits beim Trinken. Die Wasserqualität in Deutschland ist hervorragend und Leitungswasser ausdrücklich zum Verzehr geeignet. Es besteht also überhaupt kein Grund, Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Netter Nebeneffekt: Schlepperei, Zeit und Geld werden ebenfalls eingespart. Beim Einkauf von Lebensmitteln können außerdem Hersteller bewusst gemieden werden, welche ihre Produkte gleich mehrfach verpacken. Kekse, die einzeln verpackt, noch einmal umverpackt und zum Schluss in eine ansehnliche Schachtel gelegt werden? Das muss nun wirklich nicht sein! Je mehr Menschen diese Methoden boykottieren, desto eher wird ein Umdenken in der Lebensmittelindustrie stattfinden.
Eine weitere Möglichkeit, um effektiv Plastikmüll zu vermeiden, lautet: selbst kochen! Wenn Lebensmittel frisch eingekauft werden, bedeutet das nicht nur weniger Verpackungsmüll, sondern auch einen gesünderen Lebensstil. Wer Kochen nicht zu seinen Hobbys zählt, findet im Internet jede Menge Rezepte für die schnelle und umweltbewusste Küche. Beim Kauf der einzelnen Zutaten sollte natürlich möglichst auf Umverpackungen verzichtet werden. Plastiktüten sind beim Einkauf ebenfalls tabu. Der gute alte Jute-Beutel oder ein großer Rucksack sind nicht nur haltbarer, sondern mindern auch die Erzeugung und Verschwendung von Plastik drastisch.

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