Nachhaltigkeit im Badezimmer

Auch hier gibt es einige Stellschrauben, an denen wir drehen können, um unser Leben nachhaltiger zu gestalten, ohne dabei auf Komfort zu verzichten. Eine Win-win-Situation also.

Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ist nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus der wirtschaftlichen Perspektive eine Notwendigkeit und kein Gegensatz. Das gilt aber nicht nur für die Küche, die Mobilität oder die Produktion in Unternehmen, sondern auch für das Badezimmer.

Nachhaltigkeit beginnt schon beim Bau bzw. der Einrichtung

Nur allzu gerne rennen wir kurzfristigen Trends hinterher und verlieren dabei die langfristige Perspektive aus dem Auge. Das ist natürlich auch im Badezimmer so. Dumm nur, wenn die hübschen Designer-Armaturen oder die trendigen Fliesen nach ein paar Jahren gar nicht mehr so hip sind und um des Hausfriedens Willen ausgetauscht werden müssen.
Regel Nummer 1 lautet daher: Die Grundelemente des Badezimmers in einem möglichst zeitlosen Design wählen und möglichst hochwertige Materialien verwenden, die lange halten. Das ist zwar zunächst teurer, zahlt sich langfristig aber aus. Zu den besonders empfehlenswerten Materialien gehören Edelstahl, Glas und Aluminium, zumal diese hervorragend recycelt werden können. Auch Naturmaterialien wie Granit, Marmor oder Kalkputz bestechen durch ihre Nachhaltigkeit.

Strom sparen ist Trumpf

Gerade im Badezimmer lauern einige heimliche und einige sehr offensichtliche Stromfresser. Zur letztgenannten Kategorie gehören zweifelsfrei die Waschmaschine, der Wäschetrockner und die bei vielen Menschen beliebten Heizlampen. Die Anschaffung energieeffizienter Geräte verspricht in Kombination mit der Auswahl entsprechender Energiesparprogramme deutliche Einsparungen. Aufschluss gibt hier unter anderem das Energiesparlabel. Zu den eher heimlichen Energiefressern gehören Geräte wie der Föhn und das Glätteisen, zumal beide Helferlein leicht mit 2.000 Watt Verbrauch daherkommen.

Auch hier sind Modelle mit einer hohen Energieeffizienz ideal. Immerhin föhnt sich Frau von Welt nach dem Duschen rund 20 Minuten die Haare. Bei Männern sind es im Durchschnitt immerhin fünf Minuten. Über ein Jahr gesehen entsteht so enormes Einsparpotential. Wer auch seine alten Halogen- oder Glühlampen gegen moderne LED-Lampen austauscht, spart ebenfalls bis zu 90 Prozent Energie ein und profitiert dennoch von einem hell erleuchteten Badezimmer.

Wasser sparen ist sinnvoll, aber nicht immer

Grundsätzlich lohnt es sich auch in einem wasserreichen Land wie Deutschland, verantwortungsvoll mit dieser Ressource umzugehen. Wasser aber allein um des Wasser sparens zu sparen, ist aber in keinem Fall sinnvoll. Wie Dirk Kunze, der Geschäftsleiter vom Zweckverband Kommunale Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Mittleres Erzgebirgsvorland (ZWA) berichtet, kann genau das sogar zu schweren Problemen und zusätzlichen Kosten führen.

Steht das Wasser zu lange in den Leitungen kann es beispielsweise zu Keimbelastung kommen, der die Versorgungsbetriebe nur schwer wieder Herr werden. Auch wenn nicht genügend Abwasser durch die Leitungsnetze strömt kommt es zu teuren Komplikationen. Durch unzureichende Spülung bleiben Fäkalien hängen, die Schwefelsäure bilden. So wiederum entsteht Schwefelsäure, welche Löcher in die Rohrleitungen frisst und Schadstoffe wie etwa Kupfer freisetzt. Das Wasser sparen kommt somit wie ein Bumerang zurück, da die Kosten für die Netzreparatur und Instandhaltung massiv ansteigen.

Diese Kosten werden natürlich auf den Verbraucher umgelegt. Falsche Sparsamkeit ist also nicht nur teuer, sondern in einem wasserreichen Hochtechnologieland auch nicht notwendig, da das Wasser nicht „verbraucht“ wird, sondern nach der Säuberung wieder in den natürlichen Kreislauf zurückkehrt. Immerhin gehört Deutschland trotz seines Wasserreichtums zu den hochentwickelten Ländern mit einem sehr niedrigen Wasserverbrauch pro Kopf.

Wirklich sinnvoll ist es jedoch, warmes Wasser zu sparen, denn das Erhitzen von Wasser ist ein enormer Energiefresser. Warum also zehn Minuten heiß duschen, wenn es fünf Minuten auch tun? Darüber hinaus ist es auch sinnvoll, die Wassertemperatur tendenziell etwas niedriger einzustellen, denn jedes zusätzliche Grad kostet mehr Energie. Auch Grundregeln wie das Zudrehen des Wasserhahns beim Zähneputzen oder die Nutzung der Spartaste beim „kleinen Geschäft“, gehören zu den Selbstverständlichkeiten im Bad.

Möglichst viel Abfall vermeiden

Jeder kennt das Chaos an Töpfchen und Döschen im eigenen Badezimmer. Das ist aber ein großes Problem, denn all diese Behältnisse landen früher oder später im Müll und müssen mit hohem Aufwand wieder recycelt werden. Um Müll einzusparen, sind Großpackungen in jedem Fall die bessere Wahl. Ganz gleich, ob es um Duschgel, Shampoo, Rasierschaum, Bodylotion oder Flüssigseife geht.

Eine weitere Möglichkeit, um Abfall zu vermeiden, sind wiederverwertbare Produkte. Ideal sind beispielsweise waschbare Abschminkpads. Diese sind eine Wohltat für die Umwelt, da die aus Baumwolle hergestellten Einwegpads mit einem hohen Wasserverbrauch produziert werden. Und zum Wegwerfen ist das Wasser nun einmal wirklich zu schade.

Microplastik die rote Karte zeigen

Während wir die Kunststoffverpackungen unserer Pflegeprodukte jeden Tag wahrnehmen, liegt die noch wesentlich größere Gefahr im sogenannten Mikroplastik. Dabei handelt es sich beispielsweise um mikroskopisches Kunststoffgranulat, das in Peelings, Zahncremes und anderen Produkten enthalten ist, um beispielsweise eine bessere Reinigungswirkung zu erzielen. Das große Problem an der Sache ist, dass dieses Mikroplastik mit dem Abwasser aus dem Haus gespült wird und selbst in modernen Kläranlagen nicht vollständig ausgesondert werden kann.
Dementsprechend landet es in Flüssen, Meeren und Seen und kann dort Schaden an der Flora und Fauna anrichten. Erst kürzlich haben Forscher aus Österreich in einer Pilotstudie erstmals nachgewiesen, dass Mikroplastik auch in menschlichen Stuhlproben zu finden ist. Wer also wirklich nachhaltig handeln möchte, verzichtet auf Kosmetika und Pflegeprodukte mit Mikroplastik, denn mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte, die die gleichen Effekte auch ohne Kunststoff versprechen. Ein Blick auf das Etikett gibt in der Regel Aufschluss darüber, ob ein Produkt Mikroplastik enthält.

Die häufigsten Kunststoffe und Kosmetika:

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA)
  • Nylon-12
  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polyurethan (PUR)
  • Polyquaternium-7 (P-7)

Fazit – In jedem Bad lauert Nachhaltigkeitspotential

Es gibt eine Menge Stellschrauben, an denen sich im Badezimmer drehen lässt. Und wie unsere Darstellung zeigt, geht das sogar ganz ohne Komfortverlust. Eine weitere Möglichkeit, die Nachhaltigkeit im Badezimmer zu erhöhen und dabei auch noch Geld zu sparen, ist der Wechsel zu einem Öko-Strom- bzw. Öko-Gasversorger.

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