Photovoltaik vs. Solarthermie – der Unterschied

Waren Häuser mit installierten Solarpanelen vor gut 20 Jahren noch die absoluten Exoten in jedem Neubaugebiet, sieht das heutzutage völlig anders aus.

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Sowohl Solarthermieanlagen als auch Photovoltaiksysteme sind technisch ausgereift und erfreuen sich gerade vor dem Hintergrund der Energiewende und dem Wunsch nach mehr Unabhängigkeit wachsender Beliebtheit. Aber worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik? Und welche Vor- und Nachteile bringen beide Systeme mit sich?

Gleiche Energiequelle, andere Energieform

Die größte Gemeinsamkeit zwischen Solarthermie- und Photovoltaikanlagen besteht darin, dass beide Systeme mit Hilfe der Sonneneinstrahlung Energie gewinnen. Damit wären aber auch schon die größten Parallelen abgehandelt. Technisch handelt es sich um zwei Paar Schuhe. Eine Photovoltaikanlage erzeugt aus den auftreffenden Sonnenstrahlen elektrischen Strom, der in das Stromnetz eingespeist werden kann oder sich für den Eigenverbrauch nutzen lässt. Eine Solarthermieanlage wandelt die Sonnenstrahlen in Wärmeenergie um. Genau genommen wird dabei eine Lösung innerhalb der Solarthermie-Module mittels Sonnenenergie erhitzt. Die so generierte Wärme kann je nach System sowohl für die Brauchwassererwärmung als auch für die Unterstützung der Heizanlage verwendet werden.

Solarthermie: Geringerer Flächenbedarf und hohe Kostenersparnis

Schließlich ist der größte Vorteil die Nutzung der Sonne als unerschöpfliche Energiequelle. Das tut sowohl der Natur als auch dem Geldbeutel gut. Gegenüber einer Photovoltaikanlage benötigt eine Solarthermieanlage weniger Platz auf dem Dach. Je nach Auslegung der Anlage sind ca. 7 bis 15 Quadratmeter absolut ausreichend, um jährliche Kosten im Rahmen von ca. 30 bis 40 Prozent einzusparen.
Zudem fallen die Investitionskosten mit nur 3.000 bis 6.000 Euro deutlich geringer aus. Interessant ist auch die Möglichkeit, die staatliche Förderung für die Installation in Anspruch zu nehmen, was die Anlagen nochmals attraktiver macht. An dieser Stelle lockt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 500 Euro Bonus für den Einbau einer Solarthermieanlage in einen Bestandsbau. Für eine Kombianlage zum Heizen sowie zur Warmwasserbereitung winken sogar bis zu 2.000 Euro.

Photovoltaik: Eine unabhängige Stromversorgung

Photovoltaikanlagen brauchen zwar mehr Platz und fordern höhere Investitionen, sind aber auch vielfältiger einsetzbar. Den mit Hilfe der Solarmodule erzeugten Strom kann man nämlich per „Power-to-Heat“-Verfahren auch zur Wärmegewinnung für ein Heizsystem oder einen Brauchwasserspeicher nutzen. Überschüssige Energie lässt sich effizient zwischenspeichern. So muss der Überschussstrom nicht ins Stromnetz einspeisen werden. Allerdings deutlich attraktiver ist die Installation eines Haus-Akkus geworden.
Das liegt schlicht daran, dass der überwiegende Teil des Solarstroms dann erzeugt wird, wenn der Verbrauch z.B. durch Wärmepumpen oder Großgeräte gering ist. Eine Photovoltaikanlage mit Haus-Akku stellt somit auch dann Strom zur Verfügung, wenn die Sonne nicht scheint. So steigt die Unabhängigkeit gegenüber großen Stromversorgern und damit auch die jährliche Ersparnis durch den Eigenverbrauch. Der Wermutstropfen betrifft allerdings die Kosten. Pro Kilowatt Peak (kWp) werden inklusive Montage 1.500 bis 2.000 Euro fällig. Die Investitionskosten für die Versorgung eines typischen Einfamilienhauses belaufen sich damit auf ca. 7.000 bis 15.000 Euro.

Welches System ist das richtige?

Die Entscheidung ist in erster Linie eine Kostenfrage. Da die staatlichen Fördermöglichkeiten nicht mehr so großzügig sind wie noch vor einigen Jahren, müssen sowohl Photovoltaik- als auch Solarthermieanlagen genau geplant werden, damit sich die Systeme in absehbarer Zeit amortisieren. Gerade die Kombination von Strom und Wärmeerzeugung gestaltet sich künftig immer interessanter. Dies liegt einerseits an besseren und günstigeren Speicherlösungen und andererseits an zunehmend energieeffizienteren Geräten sowie einer energieeffizienteren Bauweise, wodurch die benötigte Anlagengröße für die gleiche Wohnfläche schrumpft.

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