Schnäppchenjäger aufgepasst! – Lohnt es sich wirklich, seinen Stromanbieter ständig zu wechseln?

Der Strompreis erreicht Jahr für Jahr neue Rekordhöhen. Verantwortlich sind in erster Linie steigende Kosten für die EGG-Umlage, Steuern, Abgaben und die Kosten für den Netzausbau. Grund genug also, einen Preisvergleich vorzunehmen und mit einem Wechsel des Stromanbieters bares Geld zu sparen.

Schnäppchenjäger aufgepasst! – Lohnt es sich wirklich, seinen Stromanbieter ständig zu wechseln?
Bild: shutterstock.com/Ditty_about_summer
Dass sich der Wechsel in vielen Fällen lohnt, ist offensichtlich. Manche Zeitgenossen schwören aber sogar darauf, ihren Stromanbieter jährlich zu wechseln, um die maximale Ersparnis zu generieren. Aber lohnt sich das überhaupt? Und worauf ist beim Anbieterwechsel zu achten?

Wie häufig kann ich meinen Stromanbieter wechseln?

Nicht zuletzt dank der Liberalisierung des Strommarktes in den 1990er-Jahren können wir unseren Stromanbieter heute so häufig wechseln, wie wir wollen. Allerdings sind dafür ein paar Voraussetzungen nötig. Im Gegensatz zum von vielen Anlegern praktizierten Tagesgeld- bzw. Zins-Hopping ist der Wechsel des Stromanbieters natürlich nicht jeden Monat möglich. Ausschlaggebend ist die Vertragslaufzeit. Diese gibt nämlich an, wie lange ein Kunde unter „normalen“ Umständen an einen Stromversorger gebunden ist.

Meist liegt diese bei 12 bis 24 Monaten und hat eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Eine Ausnahme besteht aber beispielsweise dann, wenn der Stromanbieter seine Preise während der Vertragslaufzeit erhöht. Dann können Stromkunden dank des gesetzlich verankerten Sonderkündigungsrechts den Stromanbieter auch während der Vertragslaufzeit wechseln. Besonders einfach ist der Wechsel aus dem Grundversorgertarif heraus, da hier in der Regel eine Kündigungsfrist von nur 14 Tagen gilt.

Macht es Sinn, den Stromanbieter jedes Jahr zu wechseln?

Da der Wechsel meist zumindest auf Jahresbasis problemlos möglich ist, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Eines vorweg: Der Wechsel aus einem regionalen Grundversorgertarif hin zu einem eigens ausgewählten Stromanbieter macht immer Sinn, da Grundversorgertarife deutlich teurer sind. Auf diese Weise lassen sich ohne großen Aufwand bereits mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

Die Ersparnis speist sich einerseits aus tatsächlich niedrigeren Kosten hinsichtlich der Grundgebühr und des Preises pro Kilowattstunde und andererseits aus Bonusaktionen. Letzteres ist der Grund dafür, dass viele Stromkunden ähnlich wie beim beschriebenen Zins-Hopping auch ein jährliches Stomanbieter-Hopping betreiben. Die Motivation ist klar, denn viele Stromanbieter locken mit einem Neukundenbonus und einer meist für sechs oder zwölf Monate gültigen Garantie für einen niedrigen Arbeitspreis.

Sobald die Preisgarantie erlischt, suchen sich Schnäppchenjäger bereits den nächsten Stromanbieter mit attraktivem Neukundenbonus. Unter dem Strich lohnt es sich so tatsächlich, jedes Jahr den Anbieter zu wechseln. Jedenfalls unter der Voraussetzung, dass Stromkunden jedes Jahr aufs Neue eine Geschäftsbeziehung mit einem unbekannten Anbieter eingehen möchten.

Worauf muss ich beim Anbieterwechsel achten?

Unter all den seriösen Stromanbietern gibt es allerdings auch einige schwarze Schafe, die die Schnäppchenjäger-Mentalität der Deutschen wunderbar auszunutzen wissen. Beim Vertragsabschluss ist also insbesondere dann Vorsicht geboten, wenn ein Anbieter deutlich günstiger ist als alle anderen Mitbewerber. Dann ist in der Regel irgendwo ein Haken – entweder in Form einer langen Vertragslaufzeit oder in Gestalt eines Lockangebots.

Typische Lockangebote verstecken sich in kleingedruckten Klauseln wie z.B., dass der augenscheinlich günstige Kilowattstundenpreis nur für sechs oder gar drei Monate gilt. Darauf folgt für Verbraucher dann das böse Erwachen in Form einer drastischen Preissteigerung, die völlig vertragskonform ist und nicht vom Sonderkündigungsrecht gedeckt wird. Auch von Angeboten, bei denen Sie in Vorkasse treten müssen, sollten Sie die Finger lassen. Fälle wie die Pleite von Teldafax sind ein mahnendes Beispiel. Heute warten hier nämlich noch immer unzählige Geschädigte auf ihr Geld.

Fazit

Wer sein Sparpotential voll ausschöpfen möchte, für den lohnt es sich tatsächlich, den Stromanbieter öfter zu wechseln, um durch Neukundenboni, Sofortboni und zeitlich begrenzte Rabatte Geld zu sparen. Allerdings sollte dabei immer ein Auge auf die Vertragskonditionen geworfen werden. Wer hingegen nach seinem Wechsel aus dem Grundversorgertarif einen Anbieter gefunden hat, mit dem er völlig zufrieden ist, muss auch seinen Stromanbieter nicht ständig wechseln. Energiespartipps, wie wir sie an anderer Stelle schon besprochen haben, sind häufig sogar deutlich effektiver.

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