So kündigen Sie Ihren Stromanbieter richtig!

Der Wechsel des Stromanbieters ist für die meisten Haushalte die effektivste Methode, um die jährlichen Stromkosten zu senken. Glaubt man aktuellen Statistiken, haben trotz dieser Tatsache rund 40 Prozent aller deutschen Haushalte ihren Stromanbieter noch nie gewechselt.

So kündigen Sie Ihren Stromanbieter richtig!
Quelle: https://stock.adobe.com/Nebojsa
Ein häufiger Grund ist die Angst vieler Verbraucher davor, etwas falsch zu machen oder von einem Anbieter über den Tisch gezogen zu werden. Viele Ängste sind allerdings völlig unbegründet, solange die folgenden Tipps der Experten der Bundesnetzagentur berücksichtigt werden.

lifestrom: „Wer kann seinen Stromanbieter wechseln?“

Bundesnetzagentur: Prinzipiell hat jeder Stromkunde das Recht, den Stromanbieter zu wechseln. Das gilt nicht nur für Haus- und Wohnungseigentümer, sondern auch für Mieter. Selbst wenn die Stromkosten direkt über den Vermieter abgerechnet werden, sollten Mieter die Möglichkeit wahrnehmen, den Vermieter auf die Einsparmöglichkeiten bei einem Anbieterwechsel hinzuweisen. Mehr als „Nein“-sagen kann der Vermieter nicht. Hilfreich ist gerade bei Privatvermietern die Vorlage eigener Rechercheergebnisse auf Preisvergleichsportalen.

lifestrom: „Muss ich eine Kündigungsfrist einhalten?“

Bundesnetzagentur: Jeder Stromliefervertrag hat eine Kündigungsfrist. Wie lang diese ausfällt, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Wer sich in der sogenannten Grundversorgung beim regionalen Energieversorger befindet, hat eine Kündigungsfrist von 14 Tagen. Bei individuellen Tarifen ist die Kündigungsfrist den Vertragsunterlagen bzw. den AGBs zu entnehmen. Meist liegt die Frist zwischen einem und drei Monaten.

lifestrom: „Wie finde ich einen neuen Stromanbieter?“

Bundesnetzagentur: Ein neuer Stromanbieter lässt sich am besten über ein Online-Vergleichsportal finden. Um einen passenden Anbieter zu finden, der in der jeweiligen Wohnregion aktiv ist, benötigen wechselwillige Stromkunden ihre Postleitzahl sowie den geschätzten Jahresverbrauch des Haushalts.

lifestrom: „Worauf muss bei der Anbieterwahl geachtet werden?“

Bundesnetzagentur: Ein günstiger Tarif ist natürlich wichtig, aber nicht alles. Stromkunden sollten sich vor allem von großen Neukundenrabatten und einmaligen Bonuszahlungen nicht blenden lassen, denn diese verfälschen oft die tatsächlichen jährlichen Kosten. Ein Blick ins Kleingedruckte ist also in jedem Fall nötig, da der neue Anbieter sich sonst nach dem ersten „günstigen“ Vertragsjahr als teurer als der Altanbieter herausstellen kann.
Stromkunden sollten auch auf die Zahlungsformalitäten achten, merkt Jana Beckmann, Referentin bei der Bundesnetzagentur, an. Am besten ist eine monatliche Abschlagszahlung. Jährliche Zahlungen aber insbesondere die Zahlung per Vorkasse für ein ganzes Jahr sollten unbedingt vermieden werden. Geht der Stromanbieter beispielsweise in die Insolvenz, ist das im Voraus gezahlte Geld weg. Aus dem gleichen Grund sind auch Angebote mit einer zu zahlenden Kaution nicht zu empfehlen.

lifestrom: „Worauf sollte noch geachtet werden?“

Bundesnetzagentur: Um auch kurzfristig reagieren zu können, sind kurze Vertragslaufzeiten von maximal einem Jahr von Vorteil. Insgesamt sollte auch immer ein Blick in die AGBs geworfen werden, ob sich dort kundenfreundliche Regelungen finden. Im Idealfall handelt es sich schließlich um eine langfristige Geschäftsbeziehung. Kampfpreise sind darüber hinaus mit Vorsicht zu genießen. Häufig stellt sich der Service dieser Anbieter als mangelhaft heraus. Bösen Überraschungen können Stromkunden durch die Recherche des Anbieternamens in Foren und Bewertungsportalen vorbeugen.

lifestrom: „Wie geht der Anbieterwechsel vonstatten?“

Bundesnetzagentur: Der Wechsel des Stromanbieters ist heute sehr einfach. Sobald ein passender Stromanbieter gefunden ist, muss lediglich ein Online-Formular ausgefüllt werden. Hierzu werden neben den persönlichen Adressdaten und dem geschätzten Jahresverbrauch auch weitere Daten benötigt. Für die korrekte Abrechnung beim Altanbieter und die Neuanmeldung sind die Zählernummer, der aktuelle Zählerstand sowie die Kundennummer und der Name des Altversorgers wichtig. Sobald diese Daten übermittelt sind, ist die Arbeit für den Stromkunden erledigt.

lifestrom: „Wie kann man Abrechnungsproblemen mit dem Altanbieter aus dem Weg gehen?“

Bundesnetzagentur: Wichtig ist neben der Einhaltung der Kündigungsfrist vor allem die korrekte Dokumentation des aktuellen Zählerstandes. Damit es zu keiner falschen Abrechnung kommt, sollte der Zählerstand zum Stichtag des Wechseltermins abfotografiert und über die Kameraeinstellungen mit einem Datumsstempel versehen werden, empfiehlt Miriam Oligmüller von der Bundesnetzagentur.

lifestrom: „Und wie wird der Vertrag beim Altversorger gekündigt?“

Bundesnetzagentur: Heute muss eigentlich kein Stromkunde mehr seinen Vertrag selbst kündigen. Die gesamte Bürokratie übernimmt in der Regel der neue Stromanbieter. Anbieter, die diesen Schritt nicht übernehmen sammeln somit dicke Service-Minuspunkte. Die entsprechende Vollmacht für die Vertragskündigung erteilen Stromkunden dem neuen Versorger im Rahmen der Übersendung der Vertragsdaten. Auch wenn es prinzipiell noch immer möglich ist, selbst zu kündigen, rät die Bundesnetzagentur Stromkunden davon ab.

lifestrom: „Was passiert, wenn beim Stromanbieterwechsel doch etwas schiefgeht?“

Bundesnetzagentur: Auch wenn Probleme selten sind, kann es trotzdem vorkommen, dass die Belieferung nicht ab dem ersten Tag reibungslos funktioniert. Dann sitzt allerdings niemand im Dunklen. Die Grundversorgung mit Strom ist durch den regionalen Grundversorger immer sichergestellt und vom Gesetzgeber sogar vorgeschrieben.

Wie kann ich Ihnen helfen?×

lifestrom ChatBot starten