Solaranlage mieten – Geht das?

Viele Eigenheimbesitzer träumen nach wie vor davon, eine eigene Solaranlage auf dem Dach zu installieren. Das hat auch einen guten Grund, denn wer träumt nicht davon, einen großen Teil seines Stroms selbst zu erzeugen?

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Dank des Preisverfalls bei Solarinstallationen ist diese Investition in den letzten Jahren auch immer bezahlbarer geworden. Nichtsdestotrotz müssen Eigenheimbesitzer noch immer mit hohen vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Anschaffungskosten rechnen, die über die Stromkostenersparnis zunächst einmal wieder hereingeholt werden wollen. Wie gut, dass man Solaranlagen mittlerweile auch mieten kann.

Wie funktioniert das Mieten einer Solaranlage?

Wie so viele Ideen kommt auch die Idee zum Mieten von Solaranlagen aus den USA und wird dort seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert. Nun gehen auch hierzulande immer mehr Stadtwerke und Energieversorger dazu über, zusätzlich zu ihrem Kerngeschäft auf solche Modelle zu setzen. Der große Unterschied zur Investition in eine eigene Photovoltaikanlage besteht freilich darin, dass der Hauseigentümer nicht der Eigentümer der auf dem Dach montierten Solaranlage wird, sondern diese lediglich mietet. Der Anbieter agiert in einem solchen Szenario meist zeitgleich sowohl als Vermieter der Anlage als auch als Stromversorger für die Zeit, in der die Solaranlage keinen Strom liefert.

Welche Vorteile hat eine Mietanlage?

Der größte Vorteil sind sicherlich die Kosten. Während für eine durchschnittliche Photovoltaikanlage leicht 6.000 bis 10.000 Euro investiert werden müssen, setzen Mietmodelle auf eine monatliche Pacht. Diese liegt je nach Anbieter und Größe der gemieteten Solaranlage bei 40 bis 100 Euro im Monat. Im Gegenzug erhält der Mieter der Anlage das Recht, den auf seinem Dach erzeugten Strom direkt zu verbrauchen.
Produziert die Anlage mehr Strom als aktuell verbraucht wird, wird der Überschussstrom ins Netz eingespeist. Übersteigt der aktuelle Haushaltsverbrauch die Produktion auf dem Dach, bezieht der Mieter seine Energie wiederum ganz konventionell aus dem Netz. Eigenheimbesitzer sparen sich somit neben den Installationskosten auch Betriebsführungskosten und die Aufwendungen für die regelmäßige Wartung der Anlage.

Worauf ist zu achten?

Damit sich das Mieten einer Solaranlage gegenüber dem Kauf auch wirklich lohnt, sind einige Dinge zu beachten. An erster Stelle steht hier natürlich der Mietvertrag selbst, denn vor allem in Bezug auf die Verwendung des erzeugten Stroms gibt es von Anbieter zu Anbieter Abweichungen. Wichtig ist hier beispielsweise, ob der erzeugte Strom durch den Mieter nur für den Eigenverbrauch genutzt werden darf oder ob überschüssiger Strom ebenfalls auf dessen Rechnung ins Netz eingespeist wird. Viele Anbieter speisen den Überschussstrom nämlich auf eigene Rechnung ein.
Ebenfalls zu klären ist, wer welche Kosten in Bezug auf die Anlage trägt. Während die meisten Anbieter die Wartung übernehmen, gibt es jedoch auch einige Unternehmen, die diese Kosten auf den Mieter abwälzen. Dies sollte vor Vertragsabschluss in jedem Fall berücksichtigt werden.

Wann lohnt sich eine Mietanlage?

Wer wirklich langfristig über den Zeitraum mehrerer Jahrzehnte denkt und die entsprechenden finanziellen Mittel übrig hat, für den ist die Investition in eine eigene Solaranlage in der Regel die wirtschaftlichere Alternative. Für Eigenheimbesitzer, die über weniger Investitionsmittel verfügen und dennoch eine Solaranlage auf dem Dach haben möchten, ist eine Mietanlage unter Umständen sinnvoller.
Letzteres hängt aber sowohl von der Ausgestaltung des Mietvertrags als auch von der Dimensionierung der Anlage als solches ab. Auf eine realistische Gesamtersparnis von rund einem Drittel Stromkosten pro Jahr zu kommen, muss die Anlage entsprechend auf den Haushaltsverbrauch angepasst sein, da die Kosten die potentielle Ersparnis ansonsten auffressen. Als grobe Faustregel gilt hier: Je höher der Eigenverbrauch anteilig am erzeugten Strom ist, desto lohnenswerter ist das Mieten einer Solaranlage.