Spielen ohne Reue – Energiespartipps für Playstation, Xbox und Co.

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Geht es also nach einem der größten deutschen Dichter Friedrich Schiller, gehören Playstation, Xbox und Co. untrennbar zu uns.

Spielen ohne Reue – Energiespartipps für Playstation, Xbox und Co.
Bild: George Rudy/shutterstock.com
„Leider sind sowohl Spielkonsolen als auch Gaming-PCs wahre Stromfresser und verursachen im Hinblick auf die Stromrechnung bei so manchem Spieler ein schlechtes Gewissen. Das muss nicht sein, denn mit den richtigen Spartipps und der richtigen Einstellung können Spieler ohne Reue in virtuelle Welten abtauchen.

Wer verbraucht am meisten Strom?

Wer aktuelle Titel spielen möchte, kommt um einen ordentlichen Gaming-PC bzw. eine Konsole der aktuellen Generation nicht herum. In puncto Stromverbrauch zeigt sich schnell, dass die Konsolen im Durchschnitt deutlich weniger Strom verbrauchen. Ein Grund für den geringeren Stromverbrauch der Konsolen ist, dass die Spiele für diese Hardwareplattformen optimiert werden können. Bei Gaming-PCs ist dies aufgrund der unterschiedlichen Hardware-Konfigurationen unmöglich. Allerdings bieten Highend-PCs demgegenüber die Möglichkeit, Spiele in allerhöchsten Grafikeinstellungen zu genießen.

Der Preis dafür ist jedoch ein Stromverbrauch, der nicht selten um die 400 Watt beträgt. Wer also auf achtfache Kantenglättung und 4K-Auflösung verzichten kann, steigt im Hinblick auf die Stromkosten gleich zur Konsole um. Selbst unter Volllast zieht die aktuelle Slim-Version der Playstation 4 nämlich nur rund 89 Wattstunden aus der Steckdose. Bei einem Strompreis von 28,2 Cent pro Kilowattstunde und durchschnittlich zwei Stunden Spielzeit pro Tag sparen Playstation-Spieler gegenüber dem beschriebenen PC ganze 63,75 Euro pro Jahr. Ähnlich sieht es bei der energieeffizienten Variante der Xbox One aus.

1. Slim-Modelle der aktuellen Konsolengeneration kaufen

Um zwischen den Anhängern von Sony und Microsoft keinen Streit vom Zaun zu brechen, beschränken wir uns an dieser Stelle auf „interne“ Einsparmöglichkeiten. Wer eine neue Konsole anschaffen und Strom sparen möchte, sollte daher zur jeweiligen Slim-Version greifen. Im Vergleich zur Standardausführung halbiert sich der Stromverbrauch dabei nahezu. Für Besitzer der älteren Modelle lohnt sich der spätere Umstieg nur, wenn sehr viel gespielt wird. Ansonsten übersteigen die Anschaffungskosten die Einsparung beim Strom.

2. Energiesparpotential von Monitoren und TV-Bildschirmen nutzen

Riesige TV-Geräte und PC-Monitore sind trotz LED-Technologie Energiefresser. Sparfüchse setzen nicht nur auf ein Modell mit hoher Energieeffizienzklasse, sondern wählen das Gerät auch ein bis zwei Nummern kleiner. Mit der Bildschirmdiagonale steigt der Energiehunger nämlich massiv an. Die Helligkeit der Anzeigegeräte ist auch ein wichtiger Verbrauchsfaktor. Spieler, die die Bildschirmhelligkeit auf 50 Prozent senken, reduzieren dem Stromverbrauch um bis zu 30 Prozent. Die Absenkung tut aber nicht nur dem Geldbeutel gut, sondern auch den Augen.

3. Ungenutzte Highend-Grafikkarte deaktivieren

Es gibt gute Gründe für einen Gaming-PC. Viele Titel sind schließlich nur für den PC-erhältlich. Der Stromrechnung zuliebe sollte die volle Power des Systems aber auch nur dann zum Tragen kommen, wenn wirklich gespielt wird. Trotz Stromsparmodus und intelligenter Verbrauchssteuerung im Idle-Modus fressen ungenutzte Highend-Grafikkarten dennoch bis zu 20 Watt. Gut, dass sich Grafikkarten über den Gerätemanager leicht deaktivieren lassen. So übernimmt die in den meisten Prozessoren eingebaute Grafikeinheit die „Alltagsarbeit“ und die Grafikkarte kommt nur beim Spielen zum Zug. Besonders groß ist das Stromsparpotential natürlich, wenn sich gleich mehrere leistungsstarke Grafikkarten im Gehäuse befinden.

4. Konsolen sind zum Spielen da

Ja, moderne Konsolen sind mittlerweile die reinsten Multi-Media-Center. Schnell ein Youtube-Video streamen, eine Blu-ray schauen oder an einem Partyabend die Musik über die Konsole laufen lassen. Das geht aber gewaltig ins Geld, denn im Vergleich zu spezialisierten Geräten ist der Energiehunger um ein Vielfaches höher. Das Launch-Modell der Playstation 4 genehmigt sich für das Abspielen einer Blu-Ray beispielsweise satte 84 Watt, ein guter Blu-ray-Player hingegen gibt sich mit weniger als 20 Watt zufrieden. Wer Musik über die Konsole hört, hat ein ähnliches Problem. Das Smartphone, das sich mit einem Klinkenkabel im Handumdrehen an die Stereoanlage anschließen lässt, ist hier die bessere Wahl.

5. Auf den Stand-by bzw. Ruhemodus verzichten

Gerade der beliebte Stand-by- bzw. Ruhemodus ist ein gemeiner Energiefresser. Während Playstation-Spieler noch mit ca. 8,5 Watt wegkommen, müssen Xbox-Spieler mit ca. 15,3 Watt kalkulieren. Ursächlich ist bei beiden Konsolen die trotz abgeschalteter Konsole aktive Internetverbindung, die unter anderem Updates ermöglicht. Über das Jahr gerechnet kommt durch die „Dauerbereitschaft“ einiges zusammen. Wer auf dieses Fünkchen Bequemlichkeit verzichten kann, schließt die Konsole an eine Steckerleiste mit Kippschalter an.

6. Surround-Kopfhörer statt Sound-System

Der Sound macht einen Gutteil der Faszination einer Spielwelt aus. Wenn es richtig aus den Boxen kracht und knallt, nervt das im Zweifelsfall aber nicht nur die Nachbarn, sondern treibt auch die Stromrechnung in die Höhe. Gute Heimkinoanlagen ziehen nicht selten über 100 Watt aus dem Netz. Grandioser Surround-Sound lässt sich nahezu ohne Stromverbrauch und Streit mit den Nachbarn aber auch mit Hilfe guter Surround-Kopfhörer genießen.

7. Geistige Buchhaltung betreiben

Der letzte Punkt ist vor allem deshalb wichtig, weil das Spielen etwas ist, das Spaß macht und für Entspannung sorgt. Spieler sollten die Dinge daher auch etwas lockerer sehen. Denn, wer beispielsweise bereits auf LED-Beleuchtung umgestiegen ist, energieeffiziente Großverbraucher in seinem Haushalt hat oder die Wäsche aufhängt, statt sie in den Trockner zu werfen, hat auf seinem geistigen Konto so viel Strom gespart, dass ein paar Stunden Spaß mehr oder weniger auch nicht ins Gewicht fallen. Jedenfalls dann nicht, wenn zumindest auch einige der zuvor genannten Tipps angewendet wurden. Wer seinen geistigen Buchhalter auf Trab halten will, kann sich den Spaß machen und nachrechnen, wie viele Extrastunden vor der Playstation oder Xbox eine bestimmte Stromsparmaßnahme verspricht. Schließlich ist das ganze Leben auch nur ein Spiel.