Stecker-Chaos – Welche Systeme und Spannungen gibt es?

Das Notebook für die Reise in die USA ist bereits im Koffer verschwunden und auch das Netzteil für das Smartphone hat seinen Weg ins Handgepäck gefunden. Kaum sind die Koffer nach der Landung im Hotelzimmer ausgepackt, will das Smartphone für den kommenden Urlaubstag geladen werden.

Stecker-Chaos – Welche Systeme und Spannungen gibt es?
Bild: Shawn Hempel/shutterstock.com
Doch oh Schreck, das Ladegerät passt nicht in die Steckdose. Und auch das Netzteil des Notebooks will sich partout nicht an das Stromnetz anschließen lassen. Was nun?

Steckersysteme in Deutschland

Mit diesem Problem werden jährlich hunderttausende Urlauber konfrontiert, denn nicht überall auf der Welt herrschen deutsche Standards. Wer für den nächsten Urlaub auf der sicheren Seite sein will, sollte über Steckersysteme und Netzspannung im Ausland Bescheid wissen. Von den insgesamt 16 Steckertypen, die auf der Welt verbreitet sind, finden in Deutschland lediglich zwei Steckersysteme Verwendung. Dabei handelt es sich um den zweipoligen F-Stecker mit Schutzkontakt und den flachen Typ-C-Stecker. Da fast alle Steckdosen in Europa den C-Stecker aufnehmen können, wird dieser auch Eurostecker genannt. Auch der F-Stecker, der durch den zusätzlichen Schutzkontakt auch als „Schuko“-Stecker bezeichnet wird, ist mit vielen Steckdosen in Europa kompatibel. In Deutschland ist ein solcher Stecker für Großgeräte wie beispielsweise Waschmaschinen vorgeschrieben.

Andere Länder, andere Systeme

Auch wenn es mit dem Eurostecker ein System gibt, das an nahezu allen europäischen Steckdosen und sogar an vielen chinesischen Steckdosen verwendet werden kann, tanzen selbst innerhalb Europas einige Länder aus der Reihe. Sowohl in Großbritannien als auch in Irland, Zypern und Malta wird ein mit drei flachen Polen ausgestatteter Typ-G-Stecker verwendet. In den USA und Kanada hingegen setzt man auf den mit zwei flachen Polen versehenen Typ-A-Stecker und den mit einem zusätzlichen runden Pol ausgestatteten Stecker vom Typ B. Auch wer nach Australien oder Neuseeland verreist, wird eine Überraschung erleben. Dort nämlich finden Stecker vom Typ I Verwendung, die sich durch einen senkrechten Kontakt und zwei schräge Flachkontakte kennzeichnen.

Wann ein Reiseadapter nötig ist und wann nicht

Mit unterschiedlichen Steckertypen ist es aber noch lange nicht getan. Um das Chaos komplett zu machen, kommen noch länderspezifische Unterschiede der Netzspannung hinzu. Selbst wenn also der Stecker passt, bedeutet dies noch lange nicht, dass sich ein Gerät im Urlaub betreiben lässt. In den USA herrschen anstelle der in Deutschland üblichen 230 Volt und 50 Hertz nämlich 120 Volt bei 60 Hertz vor. Auch in Japan und vielen Ländern der Karibik liegt die Spannung mit nur 100 bzw. 110-120 Volt deutlich niedriger als hierzulande.

Da die meisten Netzteile der üblichen Reiseelektronik bereits mit Spannungswandlern ausgestattet sind, muss in der Regel kein zusätzlicher Spannungswandler ins Reisegepäck. Steht auf dem Typenschild „100-230V, 50/60Hz“ lässt sich das Gerät beispielsweise problemlos in Europa, Asien und Nordamerika nutzen. Glücklicherweise brauchen Reisende heute auch nicht mehr für jedes Reiseland mit abweichendem Steckertyp einen eigenen Reiseadapter. Auf dem Markt existieren zahlreiche Universalmodelle, die sich über ein Schiebesystem an jeden Länderstandard anpassen lassen. Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, sich vor einer Reise über die Steckersysteme und die Netzspannung im Zielland zu informieren.

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