Strom erzeugen durch Fußball spielen

So langsam neigt sich die Fußballsaison in Europas Top-Ligen dem Ende entgegen. Doch wie in jedem zweiten Jahr ist auch 2018 nach der Meisterfeier und dem Champions League Finale noch nicht Schluss.

Strom erzeugen durch Fußball spielen
Bild: alswart / stock.adobe.com
Denn mit großen Schritten nähert sich bereits die 21. Fußballweltmeisterschaft, die den halben Globus über vier Wochen hinweg elektrisieren wird. Das ist aber nicht die einzige Art und Weise, wie mit Hilfe von Fußball Strom erzeugt werden kann.

Mach es noch einmal, Jogi!

Wenn ab dem 14. Juni in Russland der Ball rollt, bricht auch die deutsche Nationalelf zu einer ganz besonderen Mission auf. Der Mission „Titelverteidigung“. Das wird allerdings nicht einfach werden, denn dem Sieger des Confed Cups ist es noch nie gelungen, auch den Weltmeistertitel zu gewinnen. Aber vielleicht schafft es die Mannschaft um Kapitän Manuel Neuer, Thomas Müller, Toni Kroos und Mesut Özil trotzdem. Der Weg ist jedenfalls weit, denn die Gegner, die in den 11 Stadien warten, haben den gleichen Traum. Bis zum Abpfiff des Finales am 15. Juli im Moskauer Luschniki-Stadion ist in jedem Fall Spannung garantiert.
Neuerungen gibt es während dieser Auflage der Fußballweltmeisterschaft jedenfalls genug. Zum einen wären da WM-Debütanten wie die Wikinger aus Island, die sich bereits während der Europameisterschaft 2016 in die Herzen der Fußballwelt gespielt haben. Gewiss werden die Skandinavier auch in diesem Jahr wieder für Furore sorgen. Ebenfalls bahnbrechend ist der Einsatz des Videobeweises, der Fehlentscheidungen, wie dem legendären Elfmeterpfiff im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2014 zwischen Kroatien und dem Gastgeber Brasilien, hoffentlich einen Riegel vorschiebt.

Fußball erzeugt Energie

Dass Fußball über Kulturgrenzen hinweg verbindet, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Neu hingegen ist die Erkenntnis, dass sich mit Hilfe des Fußballspielens auch elektrischer Strom erzeugen lässt. Das Ergebnis ist ein Ball, der mit Hilfe der umgewandelten Bewegungsenergie eine LED-Lampe zum Leuchten bringt. Die Idee zu dem als „Soccket“ bekannten Ball wurde aus der Not heraus im Rahmen eines Studentenprojektes geboren. „Damals ging es nicht darum, etwas Revolutionäres zu entwickeln, sondern einfach nicht durchzufallen.“ So äußert sich das Gründerteam von „Uncharted Play“ heute rückblickend und eröffnet damit, dass die Idee eigentlich auf einem Zufall beruht.

Vom Zufall zum Produkt

Einige Jahre zuvor war die aus Nigeria stammende Harvard-Absolventin Jessica O. Matthews auf einer Hochzeit in ihrer nigerianischen Heimat eingeladen. Dort stellte sie zwei Dinge fest. Erstens, dass die Kinder dort, wie überall auf der Welt, unheimlich gerne Fußball spielen. Und zweitens, dass die Stromversorgung vor allem auf dem Land regelmäßig ausfällt und mit Hilfe stinkender Dieselgeneratoren mitunter nur stundenweise funktioniert. Im Rahmen ihres Projektes kombinierte die junge Frau beide Feststellungen und entwickelte den „Soccket“.
Nur 30 Minuten Fußballspielen reichen aus, um die integrierte Batterie mit Hilfe des verbauten Gyroskops voll aufzuladen. Der Ball, der ebenso belastbar ist wie jeder andere Fußball, verfügt über einen integrierten Sockel für eine LED-Lampe, die mit der gespeicherten Energie ganze drei Stunden brennt. Heute wird der Ball von vielen Hilfsorganisationen verteilt und hilft damit dabei, Licht in die Häuser vieler Menschen zu bringen.

Fußballplätze sorgen für Licht in Rios Favelas

An keinem Ort auf der Erde wird das Leben so sehr vom Fußball bestimmt wie in Brasilien. Kein Wunder, dass dort auch eine revolutionäre Technologie als Pilotprojekt zum Einsatz kommt, mit deren Hilfe die Kicker den Strom für ihre eigenen Flutlichtmasten erzeugen und damit bis weit in die Nacht hinein Fußball spielen können, ohne dass der Strom in Rechnung gestellt wird. Des Rätsels Lösung sind 200 Kinetik-Platten unterhalb des Kunstrasens. Diese funktionieren nach dem Prinzip der Druckplatte und wandeln so jeden Schritt in elektrische Energie um, die wiederum in einem Akku gespeichert wird. Damit haben auch die in Rios Favelas so häufigen Stromausfälle keinen Einfluss mehr auf den Spielspaß.

Eine Energieform mit Zukunftspotential

Die Idee, kinetische Energie in elektrischen Strom umzuwandeln, ist durchaus vielversprechend. Denn überall dort, wo viele Menschen zusammentreffen, lässt sich auch eine Menge Energie gewinnen. Und das betrifft nicht nur diese ganzen besonderen Fußballplätze, von denen es auf der Welt bisher rund 100 Stück gibt, sondern auch Flughäfen, Bahnhöfe und stark frequentierte Innenstädte.
Geht es nach dem britischen Unternehmen Pavegen, das die Energieversorgung mit Hilfe der Technologie umkrempeln will, dauert es allerdings noch ein wenig, bis die Kinetik-Platten unter Gehwegen und Fußballplätzen flächendeckend Einzug halten, denn noch sind die Produktionskosten hoch. Sobald diese Platten vollständig ausgereift und in großen Mengen standardisiert hergestellt werden können, steht dem Einsatz aber nichts mehr im Wege.

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