Stromanbieterwechsel als Mieter

Bei einem Wechsel des Stromanbieters lassen sich nicht nur Stromkosten sparen, häufig gibt es auch noch einen Bonus in Höhe von mehreren hundert Euro obendrauf. Eine Frage, die sich aber vielfach stellt, ist: Kann ich auch als Mieter zu einem anderen Stromanbieter wechseln? Unser Beitrag gibt Antworten und verrät Ihnen, worauf Sie bei einem Wechsel achten müssen.

Stromanbieterwechsel als Mieter
Bild: Monkey Business Images/shutterstock.com

Stromanbieter-Wechsel als Mieter: Eigener Stromzähler Voraussetzung

Die grundlegende Voraussetzung, dass Sie als Mieter ihren Stromanbieter wechseln können, ist ein eigener Stromzähler. Wer selbst einen Liefervertrag mit dem Stromversorger abgeschlossen hat, kann auch den Lieferanten wechseln. Sie brauchen dafür weder die Erlaubnis von Ihrem Vermieter, noch müssen Sie ihn darüber informieren.
Nur in wenigen Fällen wird der Strom direkt über den Vermieter abgerechnet. In einem solchen Fall ist der Vermieter Vertragspartner und verrechnet die Stromkosten lediglich an die einzelnen Mietparteien weiter. Einen Wechsel zu einem anderen Anbieter könnte in diesem Fall nur der Vermieter durchführen – pauschal für das ganze Haus. Was aber nicht heißt, dass sich das nicht unter Umständen für alle Hausparteien lohnt. Sprechen Sie ihren Vermieter einfach einmal darauf an.
Es gilt also: Wenn Sie einen eigenen Stromzähler besitzen, haben Sie auch einen Liefervertrag mit ihrem Stromanbieter. Sie können den Anbieter damit jederzeit wechseln.

Was Sie für einen Wechsel benötigen:

  • ihre Zählernummer
  • den Zählerstand (können Sie selbst direkt ablesen)
  • die Kundennummer bei ihrem bisherigen Stromversorger
  • ihren Jahresverbrauch
  • eine Information über die Kündigungsfristen bei Ihrem derzeitigen Stromversorger
  • ihre Bankverbindung
  • Die meisten dieser Daten finden Sie auf ihrer Stromabrechnung. Dort sind normalerweise Zählernummer, Kundennummer und in der Abrechnung auch der Jahresverbrauch vermerkt. Sollten Sie sich bezüglich des Jahresverbrauchs unsicher sein, können Sie sich an groben Richtwerten orientieren:

  • Single-Haushalte: ca. 1.500 kWh / Jahr
  • Zwei-Personen-Haushalte : ca. 2.800 kWh / Jahr
  • Familienhaushalte (zwei Kinder): zwischen rund 4.000 und 6.000 kWh / Jahr
  • Wichtig: Kündigungsfristen beachten

    Die geltenden Kündigungsfristen finden Sie in ihrem aktuellen Stromliefervertrag. Wenn Sie in der (meist teuren) Grundversorgung bei ihrem regionalen Stromversorger sind, können Sie normalerweise monatlich kündigen. Viele andere Verträge sehen aber deutlich längere Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten vor. Die Laufzeit liegt hier oft bei einem Jahr, sechs Wochen vor dem Stichtag kann gekündigt werden, ansonsten läuft der Vertrag ein weiteres Jahr weiter.
    Sollte dies der Fall sein, können Sie dennoch jederzeit einen Wechsel veranlassen. Wirksam wird der Wechsel aber erst dann, wenn Sie zum nächsten Stichtag kündigen können. In der Regel erledigt der neue Stromanbieter dann auch alle Kündigungsformalitäten automatisch für Sie.
    Wenn ihr bisheriger Stromanbieter eine Preiserhöhung vornimmt, wird in der Regel auch ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt (meist für die Dauer von zwei bis vier Wochen). Darüber werden Sie stets schriftlich verständigt. Einen solchen Zeitraum können Sie nutzen, um aus ihrem bisherigen Stromvertrag zu kommen und zu einem günstigeren Anbieter ihrer Wahl zu wechseln.
    Bei einem Neueinzug oder einem Umzug haben Sie dagegen immer ein Sonderkündigungsrecht. In einem solchen Fall können Sie problemlos jedes Mal den Stromanbieter wechseln. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen auf dem Strommarkt lassen sich durch eine gezielte Auswahl des Stromanbieters durchaus ansehnliche Beträge sparen.