Stromausfall – Was muss ich tun? Unsere besten Tipps

Das deutsche Stromnetz gehört weltweit zu den stabilsten Stromnetzen überhaupt. Und das ist auch gut so, denn in nahezu jedem Bereich unseres täglichen Lebens herrscht ohne „Saft“ Stillstand. Und dennoch kommt es jährlich zu mehreren hunderttausend kleinen und größeren Stromausfällen. Wirklich lange Ausfälle über etliche Stunden oder gar Tage sind allerdings die große Ausnahme.

Stromausfall – Was muss ich tun? Unsere 10 besten Tipps
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Tatsächlich lag die durchschnittliche Unterbrechungsdauer pro Stromkunde im Jahr 2016 bei nur 11,5 Minuten. Das sind immerhin schon 0,4 Minuten weniger als im Jahr 2015. Auch wenn die Versorgungssicherheit hoch ist, kann es dennoch jederzeit zu einem kleinen Blackout kommen. Wer dann sofort weiß, was zu tun ist, ist klar im Vorteil.

Unsere wichtigsten Tipps bei Stromausfall im Haus

  1. Immer auf einen Stromausfall vorbereitet sein: Wer zumindest ein wenig vorsorgt, ist bei einem vorübergehenden Stromausfall zumindest nicht völlig aufgeschmissen. Folgende Dinge sollten im Vorfeld unbedingt erledigt werden:
    • Vorrat an Batterien und Akkus anlegen
    • Kerzen, Streichhölzer und Feuerzeuge horten
    • Eine geladene Powerbank für das Smartphone bereithalten
    • Einen Essens- und Getränkevorrat für mindestens eine Woche anlegen
    • Lebensmittel im Haus haben, die auch kalt gegessen werden können
    • Einen Campingkocher besorgen
    • Kauf eines batterie- oder kurbelbetriebenen Radios, um Informationen zu erhalten
  2. Die Störungs-Hotline des Netzbetreibers abspeichern: Um auf eine Störung hinzuweisen oder Informationen über die Dauer der Störung zu erhalten, ist die Nummer der Störungs-Hotline des zuständigen Netzbetreibers nötig. Diese ist auf der Stromrechnung zu finden und sollte in der Kontaktliste eingespeichert werden.
  3. Durchgänge in der Wohnung freihalten: Sobald der Strom weg ist, sollten möglichst alle störenden Gegenstände aus den Fluren und Durchgängen entfernt werden. Trotz Notfallbeleuchtung mit Kerzen und Taschenlampen ist es ohne Strom ziemlich finster. Und wie leicht ist es passiert, sich das Knie zu stoßen, sich den kleinen Zeh an einer Kante zu brechen oder über einen im Weg stehenden Gegenstand zu stolpern und sich dabei zu verletzen?

Unsere wichtigsten Verhaltensregeln bei Stromausfall

Auch wenn wir eigentlich gelernt haben, mit „Ausnahmesituationen“ umzugehen, gelingt es uns nicht immer, das korrekte Verhalten abzurufen. Obwohl jeder beispielsweise die W-Fragen kennt, die bei einem Notruf zu beachten sind, werden diese im Ernstfall gerne vergessen. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so gravierend, ist es auch bei einem Stromausfall. Denn mittlerweile haben wir uns so an die unterbrechungsfreie Versorgung gewöhnt, dass jeder andere Zustand eine echte Ausnahmesituation ist. Mit einigen einfachen Verhaltensregeln ist aber auch ein Stromausfall kein Problem.

  1. Ruhig bleiben: Panik ist bei einem Stromausfall nicht angebracht und bringt nichts. Der Strom kommt in der Regel von ganz alleine wieder.
  2. Ein Stromausfall ist kein Notfall: Dementsprechend ist ein Stromausfall auch kein Notfall, der über die üblichen Notrufnummern gemeldet wird. Dafür gibt es spezielle Notfallnummern der Versorger. Dazu aber später mehr.
  3. Akkus und Batterien schonen: Da niemand letztendlich weiß, wie lange der Strom weg ist, gilt es sparsam zu sein. Das gilt sowohl für elektrisches Licht via Taschenlampe als auch für die Nutzung des Smartphones. Eine Runde Candy Crush ist also nicht unbedingt der beste Zeitvertreib.
  4. Autofahren vermeiden: Ist der Strom großflächig ausgefallen, funktionieren meist auch Ampeln, Straßenbeleuchtung und andere Verkehrszeichen nicht. Wer nicht unbedingt weg muss, bleibt zuhause.

Was muss ich bei Stromausfall sofort tun?

Während einige Maßnahmen nur bei länger anhaltenden Stromausfällen bzw. generell in aller Ruhe ergriffen werden können, sind andere Dinge nach Möglichkeit sofort zu erledigen. Auf diese Weise können Gefahren beseitigt und Folgeschäden verhindert werden.

  1. Die Situation klären: Wie es bei einem Stromausfall weitergeht, hängt in erster Linie von der Situation ab. Daher gilt es zunächst, einige Fragen zu klären: Ist nur die eigene Wohnung betroffen? Ist das ganze Haus dunkel, die ganze Nachbarschaft? Oder ist der Strom großflächig ausgefallen? Ist nur die Wohnung dunkel, liegt der Fehler in der Regel auch dort.
  2. Elektrogeräte abschalten: Elektrogeräte wie den Fernseher, die Spielekonsole oder den Computer nach dem Ausfall am Netz zu lassen, kann schwere Folgen haben, wenn der Strom zurückkehrt. Um Überspannungsschäden zu vermeiden, sollten alle diese Geräte ausgeschaltet und über das Ziehen des Netzsteckers vom Stromnetz getrennt werden. Das gilt im Besonderen für Geräte, die sich zu einer Gefahr entwickeln können (z.B. Bügeleisen, Herdplatte, elektrische Werkzeuge). Wichtig ist dieser Schritt auch, weil defekte Geräte auch selbst durch das Auslösen der Sicherung einen Stromausfall in der Wohnung auslösen können.
  3. Den Sicherungskasten überprüfen: Ist der Strom im Haus bzw. der Wohnung ausgefallen, liegt das häufig an einer herausgesprungenen Sicherung. Das lässt sich am Sicherungskasten leicht überprüfen. Sind alle Elektrogeräte vom Storm getrennt, kann diese wieder hereingedrückt werden. Lag es nicht an der Sicherung, handelt es sich meist um einen großflächigen Ausfall.

Was können die drei wichtigsten Ursachen für Stromausfall sein?

Ein so komplexes System wie das Stromnetz, das sich von Großkraftwerken bis hin in jedes einzelne Zimmer verästelt, kann durch viele Dinge ins Wanken gebracht werden. Die folgenden drei Ursachen sind dabei jedoch die mit Abstand häufigsten.

Defekte Elektrogeräte und überlastete Steckdosen
Wie heißt es doch so schön: „Viele Probleme sind hausgemacht!“ Das trifft auch auf das Thema Stromausfall zu. Die wohl häufigste Ursache für den Blackout in den eigenen vier Wänden ist ein defektes Elektrogerät. In einem solchen Fall kommt es im Leitungsnetz bzw. im jeweiligen Stromkreis zu unregelmäßigen Strömen, sodass die Sicherung auslöst. Ähnliches passiert, wenn ein Stromkreis bzw. eine einzelne Steckdose überlastet wird. Auch wenn in der EU theoretisch bis zu 3.680 Watt Anschlussleistung pro Steckdose möglich sind, empfehlen Experten, dass 2.500 Watt nicht überschritten werden sollten.

Außergewöhnliche Wetterlagen
Hochspannungsleitungen sind zwar sehr widerstandsfähig, gegen extreme Unwetter haben sie oft aber nur wenig auszurichten. Häufig kommt es in solchen Situationen dazu, dass herabstürzende Äste oder umfallende Bäume Leitungen und Transformatorstationen beschädigen. Auch eine hohe Schneelast auf Hochspannungsleitungen kann einen Kollaps der Leitung auslösen. Bei besonders heftigen Unwettern kann es zudem vorkommen, dass bestimmte Abschnitte vorsorglich abgeschaltet werden, um die Stromversorgung in besonders kritischen Gebieten stabil und die Folgen eines Stromausfalls beherrschbar zu halten.

Baustellen und Wartungsarbeiten
Auch Stromleitungen, Kraftwerke und Transformatorstationen müssen von Zeit zu Zeit gewartet werden. Damit die Arbeiten durchgeführt werden können, wird der Strom hier in der Regel für begrenzte Zeit abgeschaltet. Derartige Arbeiten werden von den Netzbetreibern meist aber im Vorhinein angekündigt und sind beispielsweise der Lokalzeitung zu entnehmen. Anders sieht es hingegen aus, wenn auf einer Baustelle ein Bagger ein Kabel durchtrennt. Auch das kommt immer wieder vor, sorgt aber meist nur für Stromausfälle in einzelnen Wohnsiedlungen.

„Lifehacks“ für den Stromausfall

Ein Deckenlicht oder eine Schreibtischlampe angeschaltet lassen, um schnell zu erkennen, wenn wieder Strom fließt.

  • Kühlschrank und Gefriertruhe möglichst lange geschlossen halten. Moderne Geräte halten die Kälte nämlich über bis zu 24 Stunden auch ganz ohne Strom. Auf diese Weise bleiben die Lebensmittel trotz Stromausfall frisch.
  • Eine Münze in der Gefriertruhe kann bei der Erkennung verdorbener Lebensmittel helfen. Dazu wird ein Glas mit Wasser gefüllt und in die Gefriertruhe gestellt. Sobald dieses gefroren ist, kommt eine 1-Euro-Münze darauf. Dieser improvisierte Indikator zeigt durch das Einsinken der Münze während des Schmelzprozesses an, ob die Lebensmittel noch gut sind oder nicht. Ist die Münze nur zu einem Viertel oder einem Drittel eingesunken, können die Lebensmittel noch verwendet werden. Liegt die Münze hingegen am Boden, gehören die Lebensmittel in den Müll.
  • Wer nicht weiß, wo sein Sicherungskasten ist, kann auch ganz leicht ohne herausfinden, ob der Strom nur in der eigenen Wohnung oder in der ganzen Nachbarschaft weg ist. Dazu genügt ein Blick auf das Smartphone. Sind in der Umgebung keine WLAN-Netze verfügbar, ist der „Saft“ überall weg. Ist nur das eigene WLAN-Netz nicht mehr zu sehen, liegt der Fehler auch in der eigenen Wohnung.

Die wichtigsten Hotline-Nummern bei Stromausfall

Sollten beispielsweise im Internet oder über das Radio keine Informationen über eine Störung vorhanden sein, kann es Sinn machen, den Versorger bzw. Netzbetreiber direkt zu kontaktieren. In der Regel befindet sich die Störungs-Hotline des jeweiligen Netzbetreibers auf der letzten Stromabrechnung. Wer diese nicht zur Hand hat, dem hilft die Bundesnetzagentur auf ihrer Homepage weiter.
Und hier die Störungsnummer von E.ON: +49(0)871/95386200 (Stand August 2018).