Stromkosten- Warum sind sie in Deutschland regional unterschiedlich?

Dass Deutschland für Stromkunden ein teures Pflaster ist, weiß jeder, der sich seine jährliche Stromrechnung ansieht. Auch im europäischen Vergleich belegt Deutschland mit durchschnittlich 29,51 Cent pro Kilowattstunde hinter Dänemark (30,68 Cent pro Kilowattstunde) den traurigen zweiten Platz.

Stromkosten- Warum sind sie in Deutschland regional unterschiedlich?
Bild: welshpix / stock.adobe.com
Die Strompreise für Endverbraucher unterscheiden sich aber nicht nur innerhalb der EU, sondern auch innerhalb Deutschlands. Und das mitunter sogar erheblich. Woran aber liegt das? Und wie können Stromkunden darauf Einfluss nehmen?

Es kommt auf den gewählten Stromtarif an

Der wichtigste Faktor, der den Unterschied zwischen den Stromkosten verschiedener Haushalte erklärt, ist schlicht der gewählte Stromtarif. Insbesondere Stromkunden, die noch im teuren Grundversorgertarif des regionalen Energieversorgers stecken, zahlen nicht selten 31 Cent pro Kilowattstunde. Wer sich die Mühe macht und die Angebote unterschiedlicher regionaler und überregionaler Stromversorger miteinander vergleicht, stößt auf deutlich günstigere Tarife von unter 25 Cent pro Kilowattstunde. Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden ergibt sich alleine aus einem solchen Anbieterwechsel damit eine jährliche Ersparnis von 240 Euro. Dieses Sparpotential lässt sich dank zahlreicher Anbieter heute auch problemlos mit Ökostromtarifen erreichen.

Steuern und Abgaben sind für alle Stromkunden gleich

Häufig gerät der Staat natürlich in den Verdacht, einer der großen Preistreiber in Sachen Strom zu sein. Im Großen und Ganzen ist das durchaus zutreffend, zumal sich ein Großteil des Strompreises aus Steuern und Abgaben zusammensetzt, die in Summe seit Jahren stetig steigen. Der größte Posten ist dabei die EEG-Umlage mit 23,6 Prozent, gefolgt von der Umsatzsteuer mit einem Anteil von aktuell 16 Prozent und der Stromsteuer von gut 7 Prozent. Allerdings sind die zu leistenden Abgaben nicht der Grund für die regionalen Unterschiede des Strompreises, diese sind nämlich ganz im Gegenteil für alle Haushalte im Bundesgebiet gleich. Wo aber liegen die Ursachen dann?

Netznutzung, Wettbewerb und Bevölkerungsdichte sind entscheidend

Ein Blick auf die Deutschlandkarte und die entsprechende Stromkostenverteilung der Regionen bringt Licht ins Dunkel. Dort zeigen sich einige eindeutige Trends. Am teuersten ist der Strom im Durchschnitt nämlich in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin, Hamburg sowie im Saarland. Die negative Spitzenposition nehmen dabei mit durchschnittlichen Stromkosten von über 95 Euro im Monat Schleswig-Holstein und Berlin ein. Während sich alle verbleibenden Flächenländer in einem Bereich von durchschnittlich 90 bis 92 Euro pro Monat aufhalten, ist der Strom in Bremen mit im Schnitt unter 86 Euro monatlich am günstigsten.
Einer der großen Einflussfaktoren sind die Netzentgelte, die in jedem Bundesland unterschiedlich hoch ausfallen. Diese ergeben sich aus Ausbaukosten, Wartungskosten sowie der Auslastung der Stromnetze. Daher ist es kein Wunder, dass der Strom in eher dünn besiedelten Flächenländern tendenziell teurer ist, zumal die Netzkosten auf weniger Stromkunden verteilt werden müssen. Warum aber sind die Stromkosten dann in den großen Flächenländern im Westen niedriger als im Osten? Und warum ist der Strom im kleinen Saarland und in der Bundeshauptstadt Berlin so teuer?

Nun, die Netzinfrastruktur ist nicht der einzige Einflussfaktor. Hinzu kommen Faktoren wie der Wettbewerb der Anbieter untereinander sowie das Wechselverhalten der Stromkunden. Während sich in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen aber auch Sachsen zahlreiche Stromversorger um die Kunden streiten und sich einen dementsprechenden Preiskampf liefern, ist die Konkurrenzsituation in Schleswig-Holstein, Berlin oder auch dem Saarland deutlich entspannter.
Anbieter sind damit nicht gezwungen, die von ihnen beeinflussbaren Preisfaktoren anzupassen. Was im großen Maßstab der Bundesländer gilt, gilt natürlich auch in Bezug auf kleinere Regionen. Während der Strom aufgrund der hohen Verdichtung in Städten vergleichsweise günstig ist, sind die Stromkosten auf dem Land infolge der Netzinstandhaltungskosten meist höher, auch wenn die Kosten von den Stromversorgern natürlich nicht eins zu eins umgelegt werden.

So können Sie Einfluss auf die regionalen Strompreise nehmen

Auch wenn es viele Menschen nicht realisieren, haben die Kunden in einer Marktwirtschaft wie der unseren den Daumen am Drücker. Allerdings macht ein Großteil der Haushalte aus Angst, Unwissen oder Bequemlichkeit keinen Gebrauch von dieser Macht. Denn: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Kunden, die also aktiv nach einem günstigeren Anbieter in ihrer Region suchen, sorgen dafür, dass andere Anbieter reagieren müssen, wenn sie keine Kunden verlieren möchten. Durch diesen intensiven Wettbewerb sinken automatisch die Preise, zumal auch immer mehr kleine Ökostrom-Versorger mit regionalen Konzepten auf den Markt strömen.
Wer sich hingegen nur über die Strompreise beschwert, jede Verantwortung von sich weist und untätig bleibt, trägt dazu bei, dass sich in Sachen Strompreis rein gar nichts verändert. Jeder Anbieterwechsel ist also ein positives Signal. Meistens ist der Anbieterwechsel auch unkompliziert, wie zum Beispiel bei lifestrom. Und Potential besteht noch zur Genüge, denn laut aktuellen Statistiken haben fast 40 Prozent aller deutschen Haushalte noch niemals ihren Stromanbieter gewechselt, wobei ein Großteil genau dieser Haushalte noch in teuren Grundversorgertarifen steckt.

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