Albtraum Stromnachzahlung

Jedes Jahr im Januar beginnt bei vielen Deutschen beim Gang zum Briefkasten das Herz zu klopfen. Der Grund für diese Aufregung ist die erwartete Jahresabrechnung des Stromversorgers, nachdem der finale Zählerstand abgelesen und eingeschickt wurde.

Albtraum Stromnachzahlung
Bild: kudla/shutterstock.com
Nicht wenige Stromkunden erleben beim Öffnen der Post auch tatsächlich eine böse Überraschung, denn die fällige Nachzahlung für den jährlichen Stromverbrauch bewegt sich in vielen Fällen im dreistelligen Bereich. Wie aber sollte mit der Nachzahlung umgegangen werden? Was ist, wenn die Zahlung nicht auf einmal geleistet werden kann? Und wie können Nachzahlungen vermieden werden?

Nicht den Kopf in den Sand stecken

Die wichtigste Regel ist zunächst einmal: Ruhe bewahren. Auf keinen Fall sollten Stromkunden die Aufforderung zur Nachzahlung nebst den sich anschließenden Mahnungen ignorieren, denn im schlimmsten Fall steht irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Soweit muss es aber in keinem Fall kommen, denn bei Energieversorgern arbeiten auch nur Menschen, die mit sich reden lassen. Wer sich also mit einer sehr hohen Nachzahlung konfrontiert sieht, die völlig unbegründet erscheint, forscht bei seinem Energieversorger nach. Fehler, wie sie beispielsweise durch Zahlendreher oder defekte Stromzähler verursacht werden können, lassen sich somit leicht aufdecken.
Ist der Nachzahlungsbescheid unabhängig von seiner Höhe hingegen begründet, ist der Forderungsbetrag grundsätzlich sofort zu entrichten. Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte ebenfalls direkt Kontakt mit seinem Stromversorger aufnehmen. Auch wenn in Deutschland kein gesetzlich verankertes Recht auf Nachlässe, kurzzeitige Zahlungsaufschübe oder eine Ratenzahlung besteht, lassen sich die meisten Stromversorger aus Kulanz darauf ein. Meist wird dabei auf ein Zahlungsmodell zurückgegriffen, das vier bis sechs Monatsraten umfasst, sodass die Gesamtforderung in der Regel ihren Schrecken verliert. Alternativ verlangen manche Anbieter auch eine Anzahlung in Höhe von 50 Prozent des Gesamtbetrags.

So lässt sich hohen Stromnachzahlungen effektiv vorbeugen

Zwar sind somit in den meisten Fällen Ratenzahlungen möglich, langfristig ist es jedoch deutlich besser, Nachzahlungen generell zu vermeiden. Gerade beim Anbieterwechsel sollten Stromkunden daher lieber einen zu hohen Jahresverbrauch angeben als einen zu geringen, um direkt einen angemessenen Monatsabschlag zu zahlen. Auf diese Weise besteht ein effektiver Kostenpuffer, sodass am Ende der Abrechnungsperiode sogar eine Rückerstattung samt Beitragssenkung winkt.
Mindestens ebenso lohnenswert ist natürlich auch das Bilden von Haushaltsrücklagen, die ausschließlich für unvorhergesehene Mehrkosten wie Gas-, Wasser- und Stromabrechnungen gedacht sind. Langfristig noch deutlich effektiver ist das Einsparen von Strom. Wie dieser Beitrag zeigt*, ist Stromsparen aber nicht zwingend mit einem Verzicht auf Lebensqualität verbunden, sondern mit klugem Verhalten.