Stromrechnung in der WG – Klare Regelungen machen Streit überflüssig

Abgesehen von kleineren Streitereien um den Abwasch, den Putzplan und die Bartstoppeln im Waschbecken verläuft das WG-Leben meist sehr harmonisch. Eines kann den Frieden in der Wohngemeinschaft allerdings stören – die Stromrechnung.

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M it den richtigen Tipps lässt sich der soziale Sprengstoff aber schon weit im Vorfeld entschärfen.

Gegensätze ziehen sich an

In einer typischen Wohngemeinschaft finden sich die unterschiedlichsten Charaktere wieder. Während Thorben ohnehin kaum da ist, da er sich die Tage auf der Arbeit um die Ohren schlägt und danach oft bei seiner Freundin übernachtet, ist Karsten höchstens zu den Vorlesungen außer Haus. Er verbringt den Rest des Tages lieber vor seinem Gaming-PC. Selina indes liebt ihre tropischen Reptilien und ihre täglichen Schaumbäder, die den elektrischen Durchlauferhitzer glühen lassen. Sarah dagegen liest gerne stundenlang bei Kerzenschein, besteht aber darauf, ihre Wäsche separat zu waschen.

Spätestens, wenn die jährliche Stromrechnung ins Haus flattert, hängt der Haussegen in unserer Muster-WG schief. Jedenfalls dann, wenn keine klaren Absprachen getroffen worden sind. Was also ist zu tun? Und wer ist eigentlich für den Strom in der WG verantwortlich?

Ist der Hauptmieter immer für den Strom zuständig?

Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass der Hauptmieter automatisch auch für den Stromvertrag verantwortlich ist. Es ist zwar die sinnvollste und gängigste Lösung aber kein Zwang. Sofern der Strom nicht variabel oder pauschal über den Vermieter abgerechnet wird, kann prinzipiell jeder dort amtlich gemeldete Mitbewohner den Vertrag mit dem Stromversorger abschließen.

Können auch mehrere Mitbewohner in den Stromvertrag aufgenommen werden?

Ob mehrere Vertragspartner für den Versorgervertrag zulässig sind, entscheidet einzig der Stromversorger. Während manche Stromanbieter diese Option kategorisch ausschließen, begrenzen die meisten Energieunternehmen die Anzahl der Vertragspartner pro Stromzähler auf zwei bis maximal drei. Die Variante mit ausschließlich einem Ansprechpartner ist sowohl für die Wohngemeinschaft als auch für den Versorger aber deutlich komfortabler.

So lassen sich die Stromkosten fair auf alle Mitbewohner aufteilen

Die faire Verteilung der Stromkosten ist durch die unterschiedlichen Marotten der Mitbewohner natürlich eines der häufigsten Streitthemen im WG-Leben. Von Beginn an klare Regelungen mit jedem Mitbewohner beugen hier Streitigkeiten vor. Diese Bedingungen sollten entweder direkt im Mietvertrag oder über einen separaten Vertrag zwischen den WG-Mitgliedern schriftlich festgehalten werden. Mündliche Absprachen sind nicht empfehlenswert, da sie im Streitfall kaum belegbar sind.

Die für die meisten Wohngemeinschaften beste Variante ist die solidarische Aufteilung der Stromkosten nach Köpfen. Auch wenn ein Mitbewohner mehr Strom als der andere verbraucht, wiegt sich dies beispielsweise oft durch einen höheren Wasser- oder Gasverbrauch wieder auf. Wenn sich die Verbrauchsunterschiede nicht sogar gänzlich aufheben, sind sie in den meisten Fällen so unerheblich, dass der Aufwand für eine getrennte Abrechnung kaum lohnt.

Die 7 besten Stromspartipps für Wohngemeinschaften

Damit es erst gar nicht zum Streit um die Stromrechnung kommt, kann jedes WG-Mitglied aktiv einen Beitrag leisten. Denn, wer Strom spart, bekommt vom Versorger vielleicht sogar zu viel gezahlte Abschläge zurück.

  1. So oft wie möglich gemeinsam kochen:

    Eine lebhafte Kochsession sorgt nicht nur für gute Stimmung in der WG, sondern spart auch jede Menge Strom. Schließlich läuft der Ofen so nicht für jede Tiefkühlpizza einzeln. Und wenn der Körper doch einmal nach einer Tiefkühlpizza schreit, sollte nach Mitstreitern gesucht werden, die ebenfalls Lust auf Pizza haben.

  2. Die Waschmaschine immer voll beladen:

    Der eine oder andere Mitbewohner wie Sarah muss sich vielleicht erst daran gewöhnen, die Unterwäsche der WG-Bewohner zu waschen. Allerdings verspricht eine voll beladene und nicht bei 60, sondern bei 40 Grad laufende Waschmaschine große Einsparungen.

  3. Einen Geschirrspüler anschaffen:

    Mit der Anschaffung einer Geschirrspülmaschine entfällt nicht nur der ewige Streit um den Abwasch. Der gewonnene Komfort spart gegenüber dem ständigen Spülen von ein paar Teilen obendrein auch noch Strom und Wasser.

  4. Verzicht auf den Wäschetrockner:

    Wer noch mehr Strom sparen möchte, steckt die durch den Geschirrspüler eingesparte Zeit in das Aufhängen der Wäsche. Der gute alte Wäscheständer verbraucht immerhin gar keinen Strom. Und wenn ein Teil doch einmal schneller trocken sein muss, tut es auch der Heizkörper.

  5. Das Gefrierfach regelmäßig abtauen:

    So ein bisschen Eis im Gefrierfach stört doch nicht! Weit gefehlt, denn schon eine Eisschicht von einem knappen Zentimeter Dicke verdoppelt den Stromverbrauch von Gefrierfach und Kühltruhe.

  6. Umrüsten auf LED-Beleuchtung:

    Wo viel gelernt, gearbeitet und gefeiert wird, braucht es auch viel Licht. Daher lohnt sich gerade in der WG die gemeinschaftliche Investition in LED-Beleuchtung. Da die moderne Beleuchtungstechnik oft bis zu 90 Prozent Strom einspart, rechnet sich die Aktion in nicht einmal einem Jahr.

  7. Den Stromanbieter wechseln:

    Wer die Möglichkeit hat, selbst einen Stromanbieter zu wählen, sollte dies auch tun. Gerade gegenüber dem von den meisten deutschen Haushalten genutzten Grundversorgertarif lassen sich so mehrere hundert Euro im Jahr sparen.