Stromsparen durch Steckerziehen

Wer auf das Energiesparen bedacht ist, achtet selbstverständlich auf eine energieeffiziente Beleuchtung. Er lässt das Licht im Flur nicht unnötig lange brennen und schaltet Elektrogeräte feinsäuberlich aus.

Was viele nicht wissen: auch dann sind viele Geräte nicht wirklich aus, sondern verbrauchen Strom. Und so entstehen jährlich unnötige Kosten. Wo aber lauern die fiesen Verbraucher und wie lässt sich hier effektiv Strom sparen?

1. Wo lauern die heimlichen Verbraucher?

Die schlechte Antwort auf diese Frage lautet: überall! Und das hat viel mit unserer Bequemlichkeit zu tun, denn die meisten Geräte, die wir nutzen, verfügen über einen Stand-by-Modus. Dieser Modus versetzt das jeweilige Gerät in einen Zustand, dass es schneller nutzbar ist und damit rascher den Nutzen erfüllt, den wir erwarten. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass Kaffeevollautomat, Drucker, Spielekonsole und Fernseher nicht wirklich ausgeschaltet sind. Sie verbrauchen somit trotzdem einige Watt Energie. Solange an einem Elektrogeräte also noch irgendwo ein Lämpchen leuchtet, verbraucht es Energie.

2. Kleinvieh macht auch Mist

Allein die Status-LED eines modernen Fernsehers verbraucht rund ein Watt pro Stunde. Die Technik, die den Fernseher im betriebsbereiten Zustand hält, nicht einmal mitgerechnet. Auf ein Jahr hochgerechnet verbraucht allein diese kleine Status-LED 8,76 Kilowattstunden. Das wiederum entspricht bei einem aktuellen Strompreis von durchschnittlich 29,12 Cent pro Kilowattstunde stolzen 2,55 Euro. Kosten, denen so gut wie kein Nutzen gegenübersteht. Es braucht wenig Fantasie, um sich auszumalen, wie viel Energie in jedem Haushalt pro Jahr für den unnötigen Stand-by-Betrieb von Drucker, Notebook, TV-Gerät, Blu-ray-Player und Co. verschwendet wird.

3.Problemzone Ladegerät

Der Griff zum Ladegerät für das Smartphone ist seit einigen Jahren mindestens so selbstverständlich wie das Zähneputzen. Gerade, wenn es morgens etwas hektisch wird, wird nur schnell das Smartphone abgezogen und das Ladegerät bleibt in der Steckdose. Warum sollte man es auch abziehen? Wer will das Ding schon jedes Mal wieder herauskramen? Das ist zumindest im Hinblick auf das Energiesparen ein großer Fehler. Denn auch ohne dass ein Smartphone zum Laden gekoppelt ist, verbrauchen Ladegeräte Strom.
Das Gleiche gilt im Übrigen auch für jede andere Art von Netzteil oder Trafo. Solange Netzteile und Trafos von Lampen, Computern und Unterhaltungselektronik also direkt mit dem Stromnetz verbunden sind, kostet das bares Geld. Allein die im Home-Office gern verwendete Kombination aus PC, Monitor und Multifunktionsdrucker kann so jährlich 100 Kilowattstunden Strom verbrauchen.

4. Konsequentes Steckerziehen schafft Abhilfe

Wer unnötige Energieverschwendung verhindern und gleichzeitig Geld sparen möchte, dem bleibt nur eine Wahl: Stecker ziehen. Nur, wenn das betreffende Gerät nicht mehr mit dem Stromnetz verbunden ist, bleibt auch der Minimalverbrauch aus. Das gilt sowohl für Netzteile, als auch für den Stand-by-Betrieb vieler Geräte. Und wem es zu aufwendig ist, jeden Stecker einzeln zu ziehen, der setzt auf Mehrfachsteckleisten mit Kippschalten.
Der Schalter unterbricht die Stromzufuhr zuverlässig und macht den heimlichen Verbrauchern den Garaus. Kleiner Wermutstropfen: Auch die Status-LED des Kippschalters verbraucht ein wenig Strom. Selbst wenn es zunächst etwas Gewöhnung bedarf, sind diese Sparmaßnahmen nach wenigen Wochen in Fleisch und Blut übergegangen. Eine Ersparnis von leicht 100 Euro pro Jahr ist diesen Aufwand aber in jedem Fall wert.

5. Energie effizient nutzen und zurückgewinnen

Was für die Energieeinsparung in Sachen Beleuchtung gilt, gilt auch für andere Bereiche. Ein hervorragendes Praxisbeispiel ist die Krones AG, die an einem weit fortgeschrittenen Konzept für eine weitgehend energieautarke und CO2-neutrale Brauerei arbeitet. Durch die Verwertung von Reststoffen aus der Produktion, die in elektrische und thermische Energie umgewandelt werden, soll eine Energieeinsparung von rund 50 Prozent möglich sein.
Kein Wunder, dass das Projektteam im Jahr 2017 den Publikumspreis beim „Energy Efficiency Award“ gewonnen hat. Ähnliche Wege kann aber auch jedes andere Unternehmen beschreiten. Ein nicht minder interessantes Beispiel ist die Salzgitter Flachstahl GmbH. Das Unternehmen beweist mit seinen gezielten Maßnahmen zur Energieeffizienz, dass auch energieintensive Unternehmen die Nachhaltigkeit fördern können.
Durch die Entwicklung spezieller Abdichtungssysteme und Anlagen zur Wärme-Rekuperation konnte das Unternehmen seinen Energiebedarf für den Betrieb der Pfannenfeuer zur Stahlschmelze massiv reduzieren. Unter optimalen Betriebsbedingungen liegt die Stromeinsparung bei bis zu 54 Prozent, was der Salzgitter Flachstahl GmbH den „Leuchtturm energieeffiziente Abwärmenutzung“-Award einbrachte.

6. Der Urlaub bietet besonders viel Sparpotential

Wann ist das Sparpotential am größten? Richtig, wenn über längere Zeit ohnehin niemand zuhause ist, der die Elektrogeräte nutzen könnte. Wer in den Urlaub fährt, sollte daher nach Möglichkeit die Stecker aller Elektrogeräte ziehen. Das gilt nicht nur für Bürogeräte und den Multimedia-Fuhrpark im Wohnzimmer. Es gilt ebenso für Stehlampen mit Trafo, die elektrische Zahnbürste, den Radiowecker und natürlich auch den WLAN-Router.
Der Urlaub ist ebenfalls die ideale Zeit, um Kühlgeräten wie dem Kühlschrank oder der Tiefkühltruhe den Stecker zu ziehen. Drei Wochen, in denen die beiden „Dauerbrenner“ nicht laufen, machen sich auf der Stromrechnung deutlich bemerkbar. Dass zuvor alle Lebensmittel verbraucht, an Bekannte verschenkt oder per Foodsharing weiterverwertet werden sollten, versteht sich dabei von selbst.

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