Stromverbrauch früher, heute und in Zukunft

Gemessen am Alter anderer bahnbrechender Entwicklungen ist die Nutzbarmachung der Elektrizität gerade erst ein paar Momente her. Nichtsdestotrotz hat keine Technologie seit dem Rad den Menschen so schnell vorangebracht wie der elektrische Strom. Kein Wunder, dass heute ohne Strom bereits nichts mehr geht

Stromverbrauch früher, heute und in Zukunft
Bild: Spriteza/shutterstock.com
Aber wie steht es dabei um den Stromverbrauch? Wie schlagen wir uns heute im Vergleich zu 1990 oder gar 1960? Und wie wird sich der Stromverbrauch in Zukunft entwickeln?

Die Anfänge der Massenelektrifizierung

Beginn des 20. Jahrhunderts war Strom noch ein kostbares Gut. Auch elektrische Geräte waren entsprechend teuer. Da verwundert es wenig, dass der Stromverbrauch in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sehr niedrig war. Und das trotz der Verbreitung von Radios und elektrischem Licht. Auch heute erzählen viele Großeltern immer noch gerne, wie sie Ende der 50er oder Anfang der 60er-Jahre erstmals einen Fernseher, ein Telefon oder gar eine Küchenmaschine anschafften.
Im Rahmen des Wirtschaftswunders in den 50er- und 60er-Jahren erlangten immer mehr Menschen in Deutschland einen gewissen Wohlstand. Damit breiteten sich auch allerhand elektronische Geräte in der Küche, im Wohnzimmer und auch in den Kinderzimmern aus. Ein Blick auf den Stromverbrauch der österreichischen Haushalte zwischen der Vorkriegszeit und dem Jahr 1960 illustriert die enorme Entwicklung.

Abbildung 1: Quelle: Eigene Darstellung auf Datenbasis des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO)

Der Siegeszug der Elektronik in Wirtschaft und Privatleben

Ab den 1960er-Jahren stieg die Anzahl der elektrischen Geräte weiter enorm. Eine Entwicklung, die bis heute nicht nachgelassen hat. Ein Blick auf die Ausstattung deutscher Haushalte in den Jahren 1962 und 2013 ist eindeutig. Laut dem Statistischen Bundesamt besaßen im Jahr 1962 beispielsweise nur 34 Prozent aller Haushalte einen Fernseher. Im Jahr 2013 waren es 67 Prozent. Neben dem Fernseher und dem Radio befanden sich zu Beginn der 1960er beinahe ausschließlich Haushaltsgeräte als Stromverbraucher im Haushalt.
Seither sind mit Blu-ray-Playern, Computern, Smartphones, Spielekonsolen, elektrischen Zahnbürsten, Kaffeevollautomaten und Heimkinoanlagen etliche Verbraucher hinzugekommen. Nicht zu vergessen der Stromverbrauch in Handel, Handwerk und Industrie, der für unser Leben hierzulande notwendig ist. Wie aber hat sich das alles auf den Stromverbrauch pro Kopf zwischen 1960 und heute ausgewirkt?

Abbildung 2: Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Google Public Data

Eine überraschend überraschende Entwicklung

Der Pro-Kopf-Stromverbrauch in Deutschland zeigt speziell zwischen 1960 und 1989 eine erwartbare Entwicklung. Oder hätten Sie erwartet, dass der Stromverbrauch im Angesicht der zunehmenden Elektrifizierung und dem Siegeszug von Computer und Co. abnimmt? Zu Beginn der 1990er-Jahre knickt der steile Verbrauchszuwachs jedoch deutlich ab. So hat sich der Stromverbrauch seit dem Jahr 2005 bis zum Jahr 2015 sogar kaum verändert.
Ein einziger deutlicher Ausreißer ist das Jahr 2009. Das Jahr, in dem die Finanzkrise die deutsche Wirtschaft am härtesten traf und man die Produktion drosseln musste. Wie aber kann es sein, dass der Stromverbrauch pro Kopf stagniert und in der Tendenz sogar leicht sinkt? Und das trotz anhaltendem Wirtschaftswachstum, Digitalisierung und immer neuen elektronischen Spielereien?

Effizienz und wirtschaftlicher Wandel kompensieren wachsenden Komfort

Der Hauptgrund für den auf nationaler Ebene weitgehend stagnierenden Stromverbrauch sind der technologische Fortschritt und das wachsende Bewusstsein für Energieeffizienz. Waren Glühlampen mit 100 Watt bis vor 15 Jahren beispielsweise noch das Standardleuchtmittel, sind es heute Energiesparlampen mit 25 Watt. Auch diese werden schon in Kürze von moderner LED-Technik mit nur fünf Watt Verbrauch bei gleicher Lichtleistung abgelöst werden. Ähnliche Fortschritte sehen wir in der Computertechnik sowie im Bereich industrieller Anlagen.
Ein dritter Faktor, der Deutschlands Wirtschaft als Energieverbraucher betrifft, ist sicherlich auch ein industrieller Wandel. Dominierte viele Jahrzehnte die energieintensive Schwerindustrie, wurde diese Schritt für Schritt durch Unternehmen aus dem Handels-, Dienstleistungs- und Hightech-Sektor ersetzt. Stahlschmelzen, Glashütten und Co. finden sich nur noch an wenigen Orten.

Bewussterer Umgang mit Strom

Freilich hat durch die steigenden Strompreise auch ein Wandel im Kopf stattgefunden. Heute gehen viele Menschen dementsprechend weniger verschwenderisch mit Strom um und schonen so die Umwelt und den Geldbeutel. Mit Hilfe unserer Tipps zum Stromsparen in Küche , Wohnzimmer , beim Wäschewaschen und im Büro funktioniert das sogar ohne großen Verzicht.

Wie sieht es mit dem Stromverbrauch in der Zukunft aus?

Man könnte durchaus sagen, dass wir in puncto Stromverbrauch auf einem guten Weg sind. Das gilt vor allem im Hinblick auf energieeffizientere Technik und ein steigendes Bewusstsein für die Ressourcenschonung. Nichtsdestotrotz könnte unser Stromverbrauch noch niedriger liegen, wenn mehr Menschen z.B. ihre Vorbehalte gegenüber neuen Technologien wie Energiesparlampen ablegen.
Für die Zukunft gehen Energieexperten allerdings von einem zunehmen Stromverbrauch in Deutschland aus. Dies geht unter anderem auf steigende Komfortansprüche und die im Durchschnitt wachsenden Wohnflächen zurück. Auch die zunehmende Verbreitung von elektrischen Wärmepumpen als nachhaltige Alternative zu fossilen Primärenergieträgern wird den Gesamtverbrauch künftig höchstwahrscheinlich ansteigen lassen.

E-Mobilität sorgt für die Weichenstellung

Wie stark der Anstieg ausfallen wird und wann sich dieser wieder abflacht, können Experten nur vermuten. Abhängig ist die Entwicklung des Stromverbrauchs unter anderem von der Entwicklung der Mobilität der Zukunft. Gelingt uns der flächendeckende Ausbau der Elektromobilität sowohl im Individualverkehr als auch im ÖPNV wird der Stromverbrauch massiv steigen. Wie Experten von Agora Energiewende im Rahmen einer beachtenswerten Studie zur Energiewende erläutern, ist eine solche Entwicklung aber keinesfalls negativ. Das Ziel der Elektromobilität ist schließlich die Kompensation fossiler Brennstoffe sowie der dort anfallenden Schadstoff-Emissionen.

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