Warum werden meine Heizkörper nicht warm?

Sobald die Heizperiode beginnt, häufen sich bei Heizungsinstallateuren die Aufträge, bei denen es um Heizkörper geht, die gar nicht oder zumindest nicht richtig warm werden.

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Das ist gerade in der kühlen Jahreszeit nicht nur unangenehm, sondern auch ärgerlich, da Installateure oft über mehrere Wochen hinweg ausgebucht sind. Wer aber einige mögliche Ursachen kennt, der kann sich mitunter sogar selbst helfen und sich damit die Kosten für den Heizungsinstallateur sparen.

1. Die Heizung steht auf Sommerbetrieb

Ein sehr offensichtlicher aber dennoch häufig vergessener Grund für kalt bleibende Heizkörper zu Beginn der Heizperiode ist schlicht der Sommerbetrieb der Heizanlage. Um in der warmen Jahreszeit keine Energie zu verschwenden, verfügen viele Heizsysteme über einen Sommermodus, in dem die Therme ausschließlich zur Warmwasserbereitung herangezogen wird. Da der eigentliche Heizkreislauf deaktiviert ist, bleiben auch die Heizkörper kalt. Heizsysteme, die nicht zur Warmwasserbereitung benötigt werden, werden oft auch ganz abgeschaltet. Hier verschafft ein Blick auf die Therme Abhilfe, da die Heizkörper direkt nach der Umstellung auf den richtigen Heizmodus wieder warm werden.

2. Es steckt zu viel Luft im Heizsystem

Luft im Heizkreislauf ist der absolute Klassiker unter den Störfällen. Gerade durch die lange Standzeit im Sommer hat die im Heizsystem befindliche Luft mehr als genug Zeit, sich in einzelnen Heizkörpern zu sammeln. Da diese nun nicht mehr von ausreichend Heizwasser durchspült werden, bleiben sie kalt oder werden nicht richtig warm. Wer ein auffälliges Gluckern oder eine ungleichmäßige Wärmeverteilung feststellt, sollte seine Heizung entlüften. Das Entlüften ist im Übrigen eine Maßnahme, die zu Beginn jeder Heizperiode empfehlenswert ist.

3. Störungen bei der Brennstoffversorgung

Damit die Heizung überhaupt warm werden kann, muss bei den meisten Heizsystemen eine ausreichende Brennstoffzufuhr gewährleistet sein. Gerade bei Gasheizungen kann es dazu kommen, dass der Gasdruck in der Anlage über den Sommer hinweg nachlässt. Das wiederum kann zur Folge haben, dass sich der Gashahn minimal schließt. Aus Sicherheitsgründen reagieren die Sensoren der Therme auf die nicht ausreichende Ionisierung mit einer Fehlermeldung. Sprich: Die Heizanlage zündet nicht. Viele Menschen schließen aus Angst vor ausströmendem Gas aber auch den Gashahn vor der Fahrt in den Sommerurlaub. Auch dann bleiben die Heizkörper kalt. Achtung: Der Gashahn im Haus darf zwar von jedem geschlossen werden, öffnen dürfen ihn jedoch nur Fachkräfte.

4. Zu wenig Heizwasser im System

Funktionieren Heizkessel und Umwälzpumpe tadellos, können Heizkörper trotzdem kalt bleiben. Das liegt an einem zu geringen Füllstand der Heizungsanlage. Ist der Wasserdruck nämlich zu niedrig, kann das Heizwasser nicht vernünftig in den Heizkörpern verteilt werden. Ob der Systemdruck ausreicht, lässt sich über das an der Therme oder an einem Rohr angebrachte Manometer ablesen. In der Regel liegt der Betriebsdruck bei 1 bis 1,5 Bar. Ist er tiefer, muss Heizwasser nachgefüllt und das System entlüftet werden. Sollte es trotz des Auffüllens zum wiederholten Druckabfall kommen, ist es sinnvoll einen Installateur zu rufen, da mit schwerwiegenderen Problemen wie einem Leck in der Verrohrung oder einem defekten Ausdehnungsgefäß zu rechnen ist.

5. Verklemmte Ventile verhindern Heizwasserdurchfluss

Das Problem kann aber auch durch den betreffenden Heizkörper bzw. dessen Thermostatventil verursacht werden. Schließlich sind es die Thermostate, die den Heizwasserdurchfluss steuern. Um zu testen, ob das Ventil defekt ist, muss der drehbare Thermostatkopf abgenommen werden. Darunter kommt ein kleiner Stift zum Vorschein, der mit wenig Druck in das Ventil abgesenkt werden kann und danach von ganz allein wieder herauskommt. Ein defektes Ventil lässt sich daran erkennen, dass es stecken bleibt und so die Heizwasserzufuhr stoppt. Mit Hilfe von ein paar Tropfen Öl sollte sich das Problem aber leicht beheben lassen. Ist dies nicht der Fall, muss das Ventil ausgetauscht werden.

6. Störungen an Kessel und Umwälzpumpe

Führen alle zuvor genannten Lösungsansätze nicht zum Ziel, liegt meist ein Problem mit dem Kessel oder der Umwälzpumpe vor, das sich nur durch einen Fachbetrieb lösen lässt. Häufig geben Heizungsanlagen in solchen Fällen Fehlercodes aus. Diese sollten notiert und dem Fachbetrieb gleich beim ersten Anruf zusammen mit dem Heizungstyp mitgeteilt werden, sodass sich der Monteur bereits auf den Reparatureinsatz vorbereiten kann.