Was ist die Heizkurve und wie stelle ich sie optimal ein?

Eine effiziente Heizanlage ist eine wichtige Voraussetzung, um Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen. Diese Rechnung geht allerdings nur dann auf, wenn die Heizung auch optimal eingestellt ist

Was ist die Heizkurve und wie stelle ich sie optimal ein?
Bild: adobe.stock.com/ rh2010
Einer der Begriffe, den Sie in diesem Zusammenhang unbedingt kennen sollten, ist die sogenannte Heizkurve. Was also verbirgt sich dahinter? Warum ist die Heizkurve so wichtig? Und wie lässt sie sich optimal einstellen?

Was ist die Heizkurve?

Grundsätzlich beschreibt die Heizkurve den Zusammenhang zwischen der Vorlauftemperatur der Heizanlage und der herrschenden Außentemperatur. Bei alten Heizungsanlagen spielt es keine Rolle, welche Witterungsverhältnisse draußen herrschen. Die Vorlauftemperatur ist bei diesen Anlagen immer exakt gleich. Das ist ein Problem, denn je nach Außentemperatur ist eine andere Energiemenge nötig, um ein Gebäude auf Solltemperatur zu bringen.
Dementsprechend liegt die optimale Vorlauftemperatur bei +8 Grad Celsius deutlich niedriger als bei -8 Grad Celsius. Der Zusammenhang ist einfach: denn ist es draußen ohnehin kalt, muss die Heizanlage mehr Energie aufwenden, um das Heizwasser aufzuheizen. Ist das Heizwasser durch den Vorlauf bereits auf einem gewissen Niveau, ist der Energiebedarf, um dieses Niveau zu halten, niedriger. Die Heizkurve lässt sich an modernen Heizsystemen präzise einstellen und regelt, ab welcher Außentemperatur welche Vorlauftemperatur bereitgestellt wird

Welche Faktoren fließen in die Einstellung ein?

Damit sich eine Heizung nach dem Prinzip der Heizkurve verhält, benötigt diese zumindest einen Außentemperaturfühler. Dieser ist in der Regel an bzw. unter der Außenfassade angebracht. Neben der reinen Außentemperatur beziehen manche Heizsysteme auch andere Witterungsfaktoren wie die Sonneneinstrahlung und die Windgeschwindigkeit in die Berechnung mit ein. Dies geschieht über entsprechende Sensoren bzw. kleine Windmesseinrichtungen. Heizsysteme der neuesten Generation können über eine Smart Home-Kopplung gar die Wettervorhersage in die Berechnung der optimalen Vorlauftemperatur einbeziehen.

So sieht die Heizkurve aus

Die Heizkurve lässt sich leicht als Koordinatensystem darstellen. Die Vorlauftemperatur ist auf der x-Achse und die Außentemperatur auf der y-Achse aufgetragen. Jeder Punkt auf im Koordinaten-System stellt eine Kombination aus Außentemperatur und optimaler Vorlauftemperatur dar. Bei 20 Grad Celsius Außentemperatur liegt die Vorlauftemperatur beispielsweise bei null, da die Anlage überhaupt nicht heizen muss. Wenn Sie auch Ihr Warmwasser über die Heizanlage beziehen, ist dies selbstverständlich anders.
Um die Heizkurve zu beschreiben, sprechen Heizungsexperten von der Steilheit der Heizkurve. Wie steil eine Heizkurve verläuft, hängt von der Art des Heizsystems und dessen Eigenschaften ab. In den meisten Fällen ist die Heizkurve relativ flach und verläuft nicht linear. Das liegt daran, dass Heizkörper bei unterschiedlichen Temperaturen auch unterschiedliche Mengen an Wärmeenergie in die Raumluft abgeben. Ein großer Unterschied besteht zwischen Fußbodenheizungen und konventionellen Heizkörpern. Gegenüber Heizkörperanlagen ist die Kurve bei den meisten Fußbodenheizungen nochmals deutlich flacher.

Macht es Sinn die Heizkurve einzustellen?

Das Ziel der Optimierung ist eine möglichst flache Heizkurve, da das System so am effizientesten läuft. Da der Verbrauch bei kühlen Temperaturen am höchsten ist, sollten Sie mit der Anpassung warten, bis die Temperaturen unter die 5 Grad-Marke gefallen sind. Anschließend nehmen Sie sich den kühlsten Raum Ihrer Wohnung vor und drehen die Thermostatventile voll auf. Protokollieren Sie die Raumtemperatur nun über mehrere Tage und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Erfassen Sie jeweils auch die Außentemperatur.

  • Ist es insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen zu kalt, erhöhen Sie die Steilheit.
  • Bei zu hoher Innentemperatur verringern Sie die Steilheit.
  • Liegt die Raumtemperatur dauerhaft zu niedrig, verschieben Sie die Heizkurve parallel nach oben.
  • Ist die Raumtemperatur dauerhaft zu hoch, verschieben Sie die Heizkurve parallel nach unten.
  • In der Übergangsphase zwischen Herbst und Winter müssen Sie die Kurve oftmals parallel nach oben verschieben und die Steilheit senken.
  • Darauf sollten Sie achten

    Die Anpassung selbst erfolgt per Einstellung der Steilheit der Kurve oder einer Parallelverschiebung der gesamten Heizkurve. Wie genau das bei Ihrer Anlage funktioniert, steht in der Betriebsanweisung. Nehmen Sie Veränderungen an der Heizkurve immer nur schrittweise vor und beobachten Sie die Auswirkungen wiederum über mehrere Tage. Bis Ihre Heizanlage ideal eingestellt ist, kann es also durchaus zwei Wochen dauern. Lassen Sie die Einstellung im Zweifelsfall von einem Heizungsinstallateur übernehmen.

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