Was regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz?

Kaum etwas anderes sorgt rund um das Thema Strom für so viele Schlagzeilen wie die EEG-Umlage. Ständig hören Verbraucher davon, dass die auf jede Kilowattstunde Strom zu zahlende EEG-Umlage steigt und damit die Stromrechnung in die Höhe treibt.

Was regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz?
Bild: FotoIdee/shutterstock.com
Auch in den Nachrichten sind die drei Buchstaben immer dann präsent, wenn es um Kostensteigerungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien geht. Grund genug also, dem „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien“ (EEG) einmal genauer auf den Zahn zu fühlen. Worum also geht es und was ist im EEG geregelt?

Ziele und Aufgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Das übergeordnete Ziel des im Jahr 2000 eingeführten EEG ist es, die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu schaffen und zu fördern. In diesem Zusammenhang hat es sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Ausbau von Wasser-, Windkraft-, Biogas- und Photovoltaikanlagen zu fördern. Gleichzeitig sollen die volkswirtschaftlichen Kosten für die Energieversorgung in Deutschland gesenkt werden. Unter anderem spielt hier auch die langfristige Unabhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland eine wichtige Rolle. Zentraler Faktor ist dabei auch der Klimaschutz durch die Senkung des CO2-Ausstoßes infolge des Umstiegs von fossilen auf regenerative Energieträger.
Ein nicht zu verachtender Nebeneffekt ist auch die Schonung fossiler Ressourcen. So hat beispielsweise Erdöl in der Kunststoffherstellung sowie der Pharmaindustrie einen so hohen Wert, dass die schlichte Verbrennung vor dem Hintergrund der begrenzten Lagerbestände langfristig unverantwortlich ist. Konkret ist das EEG darauf ausgerichtet, dass bis zum Jahr 2025 40-45 Prozent des Strombedarfs in Deutschland über regenerative Energiequellen gedeckt werden. Bis 2035 sollen es 55-60 Prozent und bis 2050 gar 80 Prozent sein.

Regelung von Einspeisevergütungen

Um den Ausbau zu fördern, sieht das EEG Einspeisevergütungen vor, die ein Stromerzeuger für seinen regenerativen Strom bekommt, sofern dieser ins öffentliche Netz eingespeist wird. Dieser Strom muss von den Netzbetreibern aufgekauft werden. Zudem sind sie durch das EEG dazu verpflichtet, die Stromnetze in ausreichender Weise auszubauen, damit diese den regenerativen Strom aufnehmen können. Gleichzeitig sieht das Gesetz aber auch eine gleichmäßige Lastverteilung auf die Netzbetreiber vor. So sollen die Kosten verteilt werden, die dadurch entstehen, dass regenerativer Strom in größeren Mengen nur in bestimmten Regionen produziert wird.
Die für Stromerzeuger wohl interessanteste Regelung im EEG ist die Einspeisevergütung, die für das Einspeisen einer Kilowattstunde Photovoltaikstrom gezahlt wird. Wer also eine Solaranlage auf dem Dach hat und den Strom einspeist, bekommt für 20 Jahre beispielsweise eine Vergütung von 12,65 Cent pro Kilowattstunde. Hintergrund der Einspeisevergütung ist es natürlich, die Investition in saubere Energie wirtschaftlich attraktiv zu machen. Allerdings sieht das EEG beispielsweise für den Betrieb von Solaranlagen die gleitende Abnahme der Einspeisevergütung vor, da sich die saubere Energie langfristig ohne Zuschüsse tragen soll. Langfristig sind dies also auch gute Nachrichten für Stromverbraucher.

EEG-Umlage und Kennzeichnungspflichten

Direkten Kontakt haben die meisten Verbraucher mit dem EEG über die EEG-Umlage. Diese ist unter dem Strich nichts anderes, als die finanzielle Beteiligung aller Bürger an der Finanzierung der Energiewende. Im Detail handelt es sich um einen Aufschlag auf den Strompreis, der dazu dient, die Differenz zwischen den Produktionskosten und dem Verkaufserlös von grünem Strom zu decken. Durch die technologische Entwicklung und die Kostensenkung für die Herstellung von regenerativem Strom ist die Umlage langfristig überflüssig.
Verbraucher können die heute zu zahlende EEG-Umlage daher als Investition betrachten, die sich in einigen Jahren in Form deutlich niedrigerer Strompreise und einer höheren Lebensqualität auszahlt. Und damit beim Thema Ökostrom nicht geschummelt wird, verpflichtet das EEG Stromerzeuger und Stromversorger über Mitteilungspflichten, Herkunftsnachweise und Vermarktungsregelungen zu mehr Transparenz gegenüber Stromkunden.