So gelingt der Wechsel aus der Grundversorgung

Strom kommt aus der Steckdose und Gas gelangt über die häusliche Zuleitung in die Therme. Woher die Energieträger kommen, interessiert viele Bundesbürger nicht. Einzig einmal im Jahr, wenn einmal wieder die Strom- und Gasabrechnung ins Haus flattert, ist die Aufregung beim Blick auf die oft fällige Nachzahlung groß.

So gelingt der Wechsel aus der Grundversorgung
Bild: kamasigns / stock.adobe.com
Dieser regelmäßige Anstieg des Blutdrucks könnte vermieden werden, wenn mehr Haushalte aus dem teuren Grundversorgertarif zu einem günstigeren Strom- und Gasanbieter wechseln würden. Wie aber funktioniert das? Und wie hoch ist das Einsparpotential?

Was bedeutet überhaupt Grundversorgung?

Unter der sogenannten Grundversorgung versteht man, dass alle Haushalte in Deutschland automatisch mit Strom bzw. Gas versorgt werden. Hintergrund dieser Grundversorgung ist das „Gesetz zur Grundversorgung“. Dieses verpflichtet jeweils das Energieunternehmen, das in einer Netzregion die meisten Kunden hat, zur Bereitstellung von Strom und Gas. In der Regel betrifft es die jeweiligen Stadtwerke. Hintergrund der Grundversorgung ist grob gesagt, dass jeder Bundesbürger das Recht hat, ein Leben in angemessenem Wohlstand zu führen. Ausnahmefälle sind allerdings die sogenannten Gas- oder Stromsperren, die in bestimmten Fällen ausgesprochen werden können.
Die Grundversorgung erhalten damit alle, die eine zu schlechte Bonität für den Abschluss eines Versorgungsvertrags mit einem anderen Anbieter haben, oder Haushalte, die sich niemals um den Anbieterwechsel gekümmert haben. Letzteres betrifft in Deutschland immerhin noch 36 Prozent der Stromkunden und knapp 41 Prozent der Gasverbraucher. Wer also eine neue Wohnung bezieht, wird automatisch mit Strom und Gas versorgt, auch wenn kein expliziter Vertrag mit einem Energieunternehmen geschlossen wurde.

Darum ist die Grundversorgung nur eine Notlösung

Auch wenn es zunächst bequem erscheint, so hat die Grundversorgung doch einen entscheidenden Nachteil: Die Grundversorgung ist teuer! Dies gilt sowohl bei Strom als auch bei Gas, denn der Preis pro Kilowattstunde liegt hier in der Regel deutlich über dem Durchschnitt und damit automatisch auch weit über dem Kilowattstundenpreis günstiger Anbieter. Das durchschnittliche Einsparpotential eines Single-Haushalts zwischen der Grundversorgung und einem günstigeren Anbieter liegt damit üblicherweise bei deutlich mehr als 100 Euro im Jahr. Mehrköpfige Familien sparen im gleichen Zeitraum gleich mehrere hundert Euro.

Wie erkenne ich, ob ich einen Grundversorgertarif habe?

Wer nicht sicher weiß, ob er in einem Grundversorgertarif steckt, kann gleich mehrere Hinweise nutzen, um dies herauszufinden:

1. Liegt der Preis pro Kilowattstunde deutlich über dem Durchschnitt?
Wenn ja, dann ist es wahrscheinlich, dass es sich um einen Grundversorgertarif handelt.

2. Stammt die letzte Strom- bzw. Gasabrechnung vom lokalen Energieunternehmen, also beispielsweise den Stadtwerken?
Dann handelt es sich entweder tatsächlich um den Grundversorgertarif oder um einen anderen Tarif des Grundversorgers, der oft auch nicht deutlich günstiger ist.

3. Wurde nach dem Einzug kein Vertrag mit einem Strom- oder Gasversorger geschlossen?
Dann handelt es sich in der Regel um einen teuren Grundversorgertarif. Für die Inanspruchnahme der Versorgungsleistung in der Grundversorgung ist nämlich kein expliziter Vertragsschluss nötig.

Warum bleiben so viele Haushalte in der Grundversorgung?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Viele Bundesbürger wissen gar nicht, dass sie in einem Grundversorgertarif stecken und wie teuer dieser Tarif gegenüber den Angeboten günstigerer Energieversorger ist. Umso wichtiger ist es, in dieser Hinsicht Aufklärungsarbeit zu leisten und damit Wettbewerb in den Energieversorgermarkt zu bringen. Der zweite aber umso erstaunlichere Grund ist Bequemlichkeit.
Viele Menschen wissen zwar, dass sie viel Geld sparen können, scheuen aber entweder den Aufwand oder haben andererseits Angst davor, dass beim Wechsel aus dem Grundversorgertarif etwas schiefgeht. Beide Argumente sind heute leicht zu entkräften. Erstens sichert das „Gesetz zur Grundversorgung“ die Belieferung mit Strom und Gas, auch wenn etwas schiefgehen sollte. Zweitens ist der Wechsel heute so einfach wie nie zuvor.

So funktioniert der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter

Der Wechsel aus der Grundversorgung heraus ist besonders einfach, da die Kündigungsfrist mit 7 bis 14 Tagen sehr kurz ausfällt. Ist mit Hilfe eines Online-Vergleichsportals ein günstiger und seriöser Anbieter gefunden, ist der Großteil der Arbeit bereits erledigt. Nun müssen nur noch einige Daten wie Zählerstand, Zählernummer, Anschrift und der Name des bisherigen Versorgers an den neuen Anbieter übermittelt werden.
Dieser übernimmt in den meisten Fällen alle weiteren Schritte von der Kündigung beim Grundversorger bis hin zur Anmeldung der neuen Strom- bzw. Gasbelieferung beim Netzbetreiber. Und schon nach wenigen Tagen landet schließlich die schriftliche Vertragsbestätigung des neuen Energieversorgers in Ihrem Briefkasten. So unkompliziert ist der Wechsel aus der Grundversorgung in einen günstigen Tarif!

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