Wie bereite ich mich auf einen längeren Stromausfall vor?

Während Stromausfälle anderswo auf dem Globus tägliche Routine sind, haben viele Bundesbürger dank der hervorragenden Netzinfrastruktur seit Jahren keinen Stromausfall mehr erlebt.

Wie bereite ich mich auf einen längeren Stromausfall vor?
Bild: Michal Kaminski/shutterstock.com
Oftmals sind die Ausfälle auch von so kurzer Dauer, dass sie kaum bemerkt werden. Kein Wunder, pendelt die durchschnittliche Unterbrechungsdauer pro Endnutzer doch konstant um die 12 Minuten pro Jahr. Was aber, wenn der Strom einmal länger wegbleibt? Eventuell 24 Stunden oder gar eine ganze Woche? So rüsten sich Verbraucher ideal für den Ernstfall.

Für ausreichend Wärme sorgen

Der Winter ist die denkbar ungünstigste Zeit für einen Stromausfall. Selbst wer nicht direkt mit Strom heizt, wird feststellen, dass die Heizkörper in der Wohnung bei einem Stromausfall kalt bleiben. Ohne Strom funktionieren nämlich weder Brenner noch Umwälzpumpen, die das warme Wasser in die Heizkörper transportieren. Wohl dem, der einen Holzofen mitsamt ausreichend Brennholz hat. Auch wenn unsere Wohnungen dank vergleichsweise guter Dämmung nicht gleich auskühlen, empfiehlt sich eine kleine Petroleumheizung, um den Hauptwohnraum auf Temperatur zu halten. Dass auch der Petroleumvorrat für mindestens eine Woche reichen sollte, versteht sich von selbst. Damit auch in der Nacht niemand frieren muss, bieten sich kältetaugliche Schlafsäcke für jedes Familienmitglied an. Alternativ tun es auch genügend warme Decken. Ganz besonders wichtig ist eine einigermaßen warme Wohnung für Familien mit Kleinkindern, Babys oder Schwerkranken.

Licht ist essentiell

Ist eine funktionierende Heizung im Sommer noch verzichtbar, sieht dies in puncto Licht schon ganz anders aus. Einige batteriebetriebene Taschenlampen mit einer genügenden Anzahl an Wechselbatterien sollten also das absolute Minimum an Notfallbeleuchtung sein. Wer sich keine Gedanken um Batterien und Akkus machen möchte, setzt auf Taschenlampen mit Kurbelantrieb. Bei längeren Stromausfällen verschaffen zudem LED-Campinglampen Abhilfe. Diese stromsparenden aber sehr hellen Lampen leuchten ganze Räume aus und können entweder mit Batterien oder via USB-Schnittstelle über eine Powerbank betrieben werden. Offene Flammen wie große Kerzen und Teelichter sind wegen der Brandgefahr und der schlechten Lichtausbeute nicht zu empfehlen. Wer im Notfall dennoch auf diese Lichtquellen zurückgreifen möchte, benötigt neben genügend Streichhölzern und Feuerzeugen in jedem Fall auch einen Feuerlöscher.

So bleibt die Verbindung zur Außenwelt erhalten

Um über den Verlauf der Ereignisse informiert zu bleiben, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio mit Kurzwellenempfang. Da das Smartphone heute unsere wichtigste Verbindung zur Außenwelt ist, spielt auch hier die Stromversorgung eine wichtige Rolle. Clevere Stromkunden speichern auch die Notfallnummer ihres Energieversorgers im Smartphone ab, um sich über Art und Dauer des Stromausfalls zu informieren. Ist der Akku aber einmal leer, war es das mit der Kommunikation. Eine möglichst große und jederzeit vollständig aufgeladene Powerbank schafft also auch hier Abhilfe. Damit auch der Powerbank dauerhaft nicht der Saft ausgeht, lohnt sich die Anschaffung eines Solarladegeräts.

Gutes Essen hebt die Moral

Fällt der Strom für mehrere Tage aus, bleibt auch die Küche kalt. Genügend Lebensmittel, die auch kalt problemlos gegessen werden können, gehören also in jeden Haushalt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz geht sogar noch weiter und empfiehlt einen dauerhaften Lebensmittelvorrat für 14 Tage einzurichten. Speziell im Fall eines längeren Stromausfalls ist nämlich auch die Versorgungslage der Supermärkte nicht sichergestellt. Besonders geeignet sind an dieser Stelle lang haltbare Dosengerichte wie Eintöpfe, Gulasch und Ravioli, die problemlos auf einem Campingkocher erwärmt werden können. Neben Konserven gehört also auch ein Campingkocher nebst Gaskartuschen zur Ausrüstung für einen längeren Stromausfall. Insbesondere wer ein Baby im Haushalt hat, muss zwingend auf einen Gaskocher oder ähnliches Equipment zurückgreifen, um Milch und Babynahrung zu erwärmen.
Noch wichtiger als die Nahrung ist aber die Wasserversorgung. Ohne Strom funktionieren meistens nämlich weder Trinkwasserpumpen noch Toilettenspülungen. Ein Vorrat an Mineralwasser und anderen Getränken, der für mehrere Tage reicht, muss also in jedem Haushalt vorhanden sein. Speziell für Hygienezwecke und die Toilettenspülung lohnt es sich, jederzeit einige Liter Wasser in Kanistern vorrätig zu halten. Die Keimfreiheit der Wasservorräte kann auch über eine längere Lagerzeit durch das Hinzugeben einer kleinen Silbermünze garantiert werden. Damit bei der Zusammenstellung des Notfall-Kits zur Vorbereitung auf längere Stromausfälle auch nichts vergessen wird, hier abschließend noch eine Checkliste für einen Stromausfall von bis zu einer Woche ohne den Anspruch auf Vollständigkeit:

  • LED-Taschenlampen (mit oder ohne Handkurbel)
  • Akkus und Ersatzbatterien für Taschenlampen, Radio etc.
  • Powerbank
  • Solarladegerät
  • LED-Beleuchtung oder alternativ Stumpenkerzen mit hoher Brenndauer
  • Zündhölzer und Feuerzeuge
  • Feuerlöscher
  • Batterie- oder kurbelbetriebenes Radio
  • Petroleumheizung (Winter)
  • Thermoschlafsäcke für jedes Familienmitglied (Winter)
  • Warme Decken
  • Campingkocher mit Gaskartuschen
  • Haltbare Konserven und kalt verzehrbare Nahrung
  • Ca. 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag
  • Feuchte Hygienetücher zum Wassersparen
  • Ausreichend Bargeld
  • Vorrat der wichtigsten Medikamente für 7 Tage
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