Wie entsteht der Gaspreis?

Beim Blick auf die Gasabrechnung fragen sich viele zu Recht, wie der Gaspreis zustande kommt. Zwar findet sich auf eben jener Abrechnung eine Aufstellung über die Zusammensetzung, allerdings gibt diese keinen Aufschluss über die Preismechanismen.

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Wie also setzt sich der Gaspreis zusammen? Wovon hängt der Gaspreis ab? Und wie könnte er sich hierzulande künftig entwickeln?

So setzt sich der Gaspreis zusammen

Der Gaspreis selbst besteht aus drei großen Komponenten:

  • Beschaffungskosten
  • Netzentgelten
  • Staatlichen Steuern und Abgaben

Laut aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur entfallen rund 54 Prozent auf die Beschaffung, 24 Prozent auf die Steuern sowie 22 Prozent auf die netzspezifische Komponente. Damit setzt sich der Gaspreis aus den gleichen Komponenten zusammen wie der Strompreis. Ein großer Unterschied liegt hingegen in der niedrigeren Abgabenbelastung, da beispielsweise keine EEG-Umlage auf den Arbeitspreis aufgeschlagen wird.
Da der Gaspreis aber an den Ölpreis gekoppelt ist, sind neben der Erdgassteuer in Höhe von aktuell 0,55 Cent pro Kilowattstunde auch die Öko- und Mineralölsteuer fällig. Hinzu kommen die Mehrwertsteuer sowie die Konzessionsabgabe, die die Gemeinden dafür erhalten, dass sich die Gasleitungen auf öffentlichem Grund befinden. Die netzspezifischen Kosten hingegen setzen sich aus Aufwendungen für die Gasinfrastruktur, die Rechnungsstellung, die Gaszählerablesung und Wartung sowie die Kosten für die Durchleitung bis zur Wohnimmobilie zusammen.

Welche Faktoren beeinflussen die Beschaffungskosten?

Da die Beschaffungskosten den Löwenanteil des Gaspreises ausmachen, haben diese natürlich auch den größten Einfluss auf den Endverbraucher. Wie so oft herrscht auch hier das Gesetz von Angebot und Nachfrage. In Bezug auf Erdgas, das hierzulande vornehmlich zum Heizen genutzt wird, spielt vor allem die Witterung eine Rolle. Ist ein Winter beispielsweise besonders lang und kalt, steigt die Nachfrage. Damit steigt auch der Preis, der von Erzeugerländern für die nicht beliebig erhöhbare Gasfördermenge verlangt wird.
Zudem entscheiden gasfördernde Länder natürlich selbst, wen sie mit wieviel Gas beliefern. Russland beispielsweise fokussiert sich zunehmend auf China. Da es in Europa derzeit nur wenige Gasproduzenten gibt, muss ein großer Teil des Gases etwa aus dem Nahen Osten oder Russland importiert werden. Krisen und Kriege in den entsprechenden Regionen haben demnach auch einen großen Einfluss auf den Gaspreis. Um kurzfristige Schwankungen zu glätten, sind auf dem Gasmarkt langfristige Lieferverträge zu fixen Konditionen üblich.

Zukünftige Entwicklung des Gaspreises in der EU

Um die Abhängigkeit von Gasexporteuren aus unruhigen Regionen zu verringern, erfreut sich gerade in Deutschland der Ausbau des Biogassektors großer Beliebtheit. Durch die Kombination mit dem Power-to-Gas-Verfahren, das überschüssigen Ökostrom in Gas umwandelt, kann so in Zukunft ein großer Teil des Gasbedarfs gedeckt werden. So könnte sich der Gaspreis hierzulande nicht nur stabilisieren, sondern sogar deutlich verringern.
Wie Probebohrungen zeigen, liegen vor der Küste Griechenlands und Zyperns zudem riesige Erdgasvorräte. Diese reichen nach derzeitigem Erkenntnisstand aus, um den Gasverbrauch der gesamten EU für mehrere Jahrzehnte zu decken. Wird dieses Potential genutzt, steigt die EU zum Selbstversorger auf, was für den Gaspreis und eine unabhängige Energieversorgung nur zuträglich sein kann.

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