Wie setzt sich der Strompreis wirklich zusammen?

Der Blick auf die Jahresendabrechnung lässt viele Stromkunden mit zahlreichen Fragezeichen zurück. Dies liegt in der Regel aber nicht an der berechneten Summe, sondern am Strompreis selbst, denn wie sich dieser zusammensetzt, ist vielen ein Rätsel.

Wie setzt sich der Strompreis wirklich zusammen?
Bild: freeGraphioToday/shutterstock
Kein Wunder, denn beim Strompreis mischen in Deutschland neben Energieversorgern auch noch lokale Netzbetreiber und der Staat kräftig mit. Wie aber genau setzt sich der Preis pro Kilowattstunde zusammen? Und sind es wirklich die Energieversorger, die an der Preisschraube drehen?

Strombeschaffung, Marge und Vertrieb

Man sollte annehmen, dass ein großer Teil des Strompreises ebenso von der Beschaffung und Produktion abhängig ist, wie bei anderen Verbrauchsgütern. Da dieser Kostenblock auf der Stromrechnung oftmals schlicht als „Arbeitspreis Energie“ zusammengefasst wird, herrscht hier am meisten Unklarheit. Überraschenderweise ist diese Kostenposition aber deutlich kleiner als gedacht, denn der sogenannte Arbeitspreis beträgt je nach Versorger und Einkaufspreis an der Strombörse lediglich 20 bis 25 Prozent des Preises pro Kilowattstunde. Diese Einkaufskosten, die dem Energieversorger selbst entstehen, gibt er an den Kunden weiter. Hinzu kommt die Gewinnmarge des Energieversorgers, die nochmals mit drei bis fünf Prozent zu Buche schlägt.

Netznutzungsentgelte

Damit der Strom von den Kraftwerken überhaupt in jeden einzelnen Haushalt gelangen kann, braucht es natürlich auch Stromnetze. Da diese gebaut, modernisiert, betrieben und regelmäßig auch gewartet werden wollen, fallen auch hier Kosten an. Diese Kosten sind auf der Stromrechnung unter der Bezeichnung „Netzentgelte“ aufgeführt und werden für die Durchleitung des Stroms durch lokale Stromnetzbetreiber erhoben. Je nach Wohnort und Durchleitungsregion entfallen auf die Netznutzungsentgelte ebenfalls rund 20 bis 25 Prozent des Gesamtstrompreises. Da Netzentgelte durch den Staat reguliert und durch die Bundesnetzagentur genehmigt werden, können Netzbetreiber die Entgelte nicht frei bestimmen. Anders, als es beim Energieversorger der Fall ist, können Stromkunden den Netzbetreiber aber nicht wechseln.

Steuern und Abgaben

Der größte Kostenblock ist auf die zahlreichen vom Gesetzgeber definierten Steuern und Abgaben zurückzuführen. Im Detail setzt sich dieser Posten, der in der Regel etwas mehr als die Hälfte des Strompreises ausmacht, aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Umsatzsteuer
  • Stromsteuer
  • Konzessionsabgabe (KA)
  • Abgabe nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
  • Offshore-Haftungsumlage
  • Abgabe nach dem Kraftwärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)
  • Umlage nach §19 Abs. 2 StromNEV
  • Umlage für Abschaltbare Lasten nach §18 AbLaV
  • Während der Großhandelspreis an der Leipziger Strombörse im vergangenen Jahrzehnt deutlich zurückgegangen ist, sind es vor allem die staatlichen Abgaben, die auf den Strompreis drücken. Am größten ist dabei wohl der Einfluss der EEG-Umlage infolge der Umsetzung der Energiewende. Alleine zwischen 2010 und 2016 hat sich die Abgabe von 2,047 Cent auf 6,170 Cent pro Kilowattstunde gut verdreifacht. Energieexperten sehen aber für das Jahr 2018 seit längerem erstmals wieder einen leichten Rückgang der EEG-Umlage voraus, was sich für Verbraucher positiv auf den Strompreis auswirkt.

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