Wie setzt sich die Gasrechnung zusammen?

Jedes Jahr im Frühling flattert Gaskunden nach abgeschlossener Heizperiode die Jahresabrechnung ihres Gasanbieters ins Haus. Bei vielen ist die Verwirrung groß, denn was haben all diese Angaben auf der Abrechnung zu bedeuten? Und wie ergeben sich die Abschlagszahlungen?

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Wer in dieser Hinsicht Bescheid weiß, schließt aber nicht nur eine Wissenslücke, sondern ist auch dazu in der Lage, die Korrektheit seiner Gasrechnung einzuschätzen und darüber hinaus Einsparpotential durch einen Wechsel des Gasanbieters zu erkennen.

„Die wichtigsten Angaben auf der Gasrechnung“

Die Gasrechnung setzt sich aus zwei großen Bereichen zusammen. Einerseits den verbrauchsorientierten Daten und andererseits den Zusatzinformationen, zu denen der Gesetzgeber alle Gasversorger verpflichtet. Am wichtigsten für Verbraucher ist dabei natürlich der Block mit den Informationen zum Gasverbrau in der Abrechnungsperiode. Um eine transparente Abrechnung zu gewährleisten, findet sich auf der Abrechnung neben dem Verbrauchszeitraum auch die Kundennummer, die Lieferstelle und die individuelle Nummer des Gaszählers.

Der Arbeitspreis ist das entscheidende Kriterium

Im Fokus steht der Rechnungsbetrag, der sich bei den meisten Gasanbietern in eine Grundgebühr und den sogenannten Arbeitspreis aufteilt. Ähnlich wie bei einem Mobilfunkvertrag ist die Grundgebühr ein fixer jährlicher Betrag, der in jedem Fall fällig wird, selbst wenn kein Gas verbraucht werden würde. Über diesen Fixposten werden Kosten abgerechnet, die dem Versorger rund um die Gasversorgung entstehen. Dazu gehören unter anderem die Rechnungsstellung, die Zählerstandsablesung, die Zählerwartung und die Bereitstellung des Gases.
Der wesentlich größere Teil der Gasabrechnung wird durch den sogenannten Arbeitspreis bestimmt, der angibt, wie viel ein Kubikmeter Gas kostet. Dieser Arbeitspreis wiederum setzt sich aus Netzentgelten, Erzeugerkosten sowie den zahlreichen Steuern und Abgaben zusammen, mit denen das Gas belegt ist. So etwa die Mehrwertsteuer, die Erdgassteuer und die Konzessionsabgabe. Wird nun der Arbeitspreis mit dem Gasverbrauch in Kubikmetern multipliziert, ergibt sich der flexible Kostenanteil der Gasrechnung.

Abschlagszahlungen und Rechnungsbetrag

Der Rechnungsbetrag errechnet sich also aus der verbrauchsunabhängigen Grundgebühr und dem Arbeitspreis. Gerade Neukunden finden auf ihrer Gasabrechnung oft noch weitere Angaben wie Sofortboni oder Neukundenrabatte, die vom Rechnungsbetrag abgezogen werden. Der untere Teil der Gasabrechnung enthält schließlich die monatlich zu leistenden Abschlagszahlungen. Die Höhe des monatlichen Abschlags für die aktuelle Heizperiode ergibt sich immer aus dem Rechnungsbetrag der zurückliegenden Periode. Durch diese flexible Anpassung der Abschlagszahlungen nach oben und unten versuchen Gasversorger, die Nachzahlungen für Kunden gering zu halten. Auf der anderen Seite gehen Gasversorger so aber auch allzu großen Rückerstattungen für Minderverbräuche aus dem Weg.

Verpflichtende Zusatzangaben des Gesetzgebers

Auf den weiteren Seiten der Gasrechnung befinden sich die gesetzlichen Angaben, zu denen Gasanbieter verpflichtet sind. Dies betrifft beispielsweise die grafische Darstellung, wie viel Gas der betreffende Haushalt im Vergleich zu anderen Haushalten mit einer ähnlichen Größe und in einer vergleichbaren Wohnsituation verbraucht hat. Hinzu kommt auch ein Vergleich mit den eigenen Verbrauchsdaten aus dem Vorjahr, sodass ein unnatürlich hoher Verbrauch auf einen Blick erkannt werden kann. Außerdem enthält die Gasrechnung verpflichtende Informationen zum Energiemix, also aus welchen Quellen das abgerechnete Gas stammt und welche Schadstoffbelastung (z.B. CO2-Emissionen) bei der Gewinnung und Belieferung in Bezug auf den Verbrauch angefallen sind.

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