Wie Unternehmen die Energiewende beschleunigen können

Um die Energiewende voranzutreiben, sind wir alle gefordert, denn nur wenn wir gemeinsam handeln, lassen sich große Erfolge erzielen. Das gilt aber nicht nur für jeden einzelnen Verbraucher, sondern auch für Unternehmen aller Größen.

Anders als es gerne dargestellt wird, sind Unternehmen nicht der Hemmschuh der Energiewende, sondern einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Wie also können Unternehmen die Energiewende beschleunigen? Was kann jeder einzelne Unternehmer tun? Und lässt sich die Energiewende überhaupt mit anderen Unternehmenszielen vereinbaren?

1. Darum sind Unternehmen der Schlüssel zur Energiewende

In einer führenden Wirtschaftsnation wie Deutschland geht ein großer Teil des Stromverbrauchs auf Industrie, Handwerk, Handel und andere Gewerbebetriebe zurück. Wir sprechen hier von einer Größenordnung von annähernd 60 Prozent, während der Anteil der Privathaushalte bei gut 25 Prozent liegt. Dementsprechend groß ist das Potential für das Vorantreiben der Energiewende. Oftmals wird Unternehmen jedoch vorgeworfen, solche Maßnahmen aus „Profitgier“ zu boykottieren und der Energiewende damit Steine in den Weg zu legen. In der Praxis sieht das Ganze meist jedoch anders aus. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Es gibt durchaus Unternehmen, die ausschließlich auf kurzfristige Gewinne schielen, ohne dabei die langfristige Perspektive einzunehmen. Glücklicherweise agiert der überwiegende Teil der Unternehmer langfristig. Und langfristig betrachtet führt nur ein ausgeglichenes Verhältnis aus ökonomischen, ökologischen und auch sozialen Faktoren zu einem dauerhaft erfolgreichen Unternehmen.
Unternehmen, die sich in Sachen Energiewende engagieren, schaffen also eine Win-Win-Win-Situation. Agiert ein Betrieb nachhaltig, profitiert nicht nur die Umwelt. Vielmehr sind es auch die Mitarbeiter sowie die Unternehmen selbst, die aus dem langfristigen Denken Vorteile ziehen können. Denn wer in Spitzentechnologie investiert und langfristig denkt, verbessert sein Image, schont das Klima und schafft sich einen Wettbewerbsvorteil, der auch die Gewinne sprudeln lässt.

2. Investition in energieeffiziente Beleuchtung

Ein hervorragendes Beispiel dafür, dass sich Gewinnoptimierung und Ökologie auf Unternehmensebene hervorragend in Einklang bringen lassen, ist die Investition in energieeffiziente Beleuchtung. Noch immer werden die Räumlichkeiten von vielen Industrie- und Kleinbetrieben aber auch die Räume von öffentlichen Einrichtungen von veralteten Leuchtmitteln erhellt.
Diese wandeln beinahe die komplette Energie in Wärme und nicht in Licht um und sind damit echte Energieverschwender. Die Investition in moderne und energieeffiziente LED-Leuchtmittel kann hier einen enormen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Auch wenn diese Leuchtmittel in der Anschaffung teurer sind, als etwa Leuchtstoffröhren und andere konventionelle Leuchtmittel, rechnet sich die Investition langfristig.
Durch die längere Lebensdauer und den bei gleicher Lichtleistung bis zu 90 Prozent geringeren Stromverbrauch, ist das Einsparpotential für Unternehmen aller Größen enorm. Und wo weniger Strom benötigt wird, ist es einfacher, den bestehenden Bedarf bereits jetzt durch regenerativ erzeugte Energie zu decken.
Ein gutes Beispiel für die flächendeckende Umrüstung ist das SRH Zentralklinikum Suhl, das mit Hilfe der Investition jährlich rund 50 Prozent seiner Energiekosten für die Beleuchtungsanlage einspart. Das sind immerhin 150.000 kWh, was bei einem durchschnittlichen Kilowattstundenpreis von 29 Cent 43.500 Euro entspricht. Und was im Großen funktioniert, funktioniert auch in jedem Kleinbetrieb.

3.Energetische Teilautonomie fördert die Energiewende

Unternehmen, die über große Dachflächen verfügen, sollten diese nicht ungenutzt lassen. Im Rahmen des dezentralen Energiekonzepts macht hier die Investition in eine große Solaranlage inklusive einer Speicherbatterie Sinn. Auf diese Weise können Unternehmen einen nennenswerten Teil ihres benötigten Stroms selbst mit Hilfe der Sonne erzeugen.
Das erhöht die Versorgungssicherheit und den Anteil der erneuerbaren Energien. Wird zeitweise mehr Strom produziert als verbraucht, kann dieser wahlweise gespeichert oder gegen ein Entgelt in das Stromnetz eingespeist werden. Gerade im Hinblick auf die steigenden Strompreise lohnt sich eine solche Investition bereits nach rund sieben bis zehn Jahren. Auch hier entsteht wieder eine Win-Win-Situation.
Die Alternative zu Solaranlagen sind sogenannte Kleinwindkraftanlagen mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt. Diese werden heute bereits von zahlreichen Agrarbetrieben zur Eigenstromversorgung der Betriebsstätten verwendet. Würde jeder größere Agrarbetrieb in eine entsprechend dimensionierte Kleinwindkraftanlage investieren und damit wahlweise den eigenen Bedarf decken oder den Überschussstrom einspeisen, wäre das für die Energiewende ein enormer Schritt.

4. Wechsel zu Ökostrom für nahezu alle Unternehmen möglich

Wer nicht selbst in eine Solar- oder Windkraftanlage investieren möchte, kann seinen Strom alternativ von einem Ökostrom-Versorger beziehen. Dieser ist in vielen Fällen auch für Unternehmen mittlerweile oft günstiger als konventionell erzeugter Strom, da auch viele Ökostrom-Anbieter spezielle Gewerbetarife im Programm haben.
Nicht selten liegt das Einsparpotential zwischen zehn und 20 Prozent – und das bei minimalem Aufwand. Auf diese Weise reduzieren Unternehmen zwar nicht selbst ihren Energieverbrauch, investieren aber indirekt in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese Option steht nahezu jedem Unternehmen offen. Ausgenommen sind jene besonders energieintensiven Betriebe, die ohnehin bereits von einem Sonderstatus profitieren.

5. Energie effizient nutzen und zurückgewinnen

Was für die Energieeinsparung in Sachen Beleuchtung gilt, gilt auch für andere Bereiche. Ein hervorragendes Praxisbeispiel ist die Krones AG, die an einem weit fortgeschrittenen Konzept für eine weitgehend energieautarke und CO2-neutrale Brauerei arbeitet. Durch die Verwertung von Reststoffen aus der Produktion, die in elektrische und thermische Energie umgewandelt werden, soll eine Energieeinsparung von rund 50 Prozent möglich sein.
Kein Wunder, dass das Projektteam im Jahr 2017 den Publikumspreis beim „Energy Efficiency Award“ gewonnen hat. Ähnliche Wege kann aber auch jedes andere Unternehmen beschreiten. Ein nicht minder interessantes Beispiel ist die Salzgitter Flachstahl GmbH. Das Unternehmen beweist mit seinen gezielten Maßnahmen zur Energieeffizienz, dass auch energieintensive Unternehmen die Nachhaltigkeit fördern können.
Durch die Entwicklung spezieller Abdichtungssysteme und Anlagen zur Wärme-Rekuperation konnte das Unternehmen seinen Energiebedarf für den Betrieb der Pfannenfeuer zur Stahlschmelze massiv reduzieren. Unter optimalen Betriebsbedingungen liegt die Stromeinsparung bei bis zu 54 Prozent, was der Salzgitter Flachstahl GmbH den „Leuchtturm energieeffiziente Abwärmenutzung“-Award einbrachte.

6. Überblick: Maßnahmen zur unternehmerischen Förderung der Energiewende

6. Fazit

Die Energiewende ist ein Gemeinschaftsprojekt, das durch die Initiative von kleinen und großen Unternehmen enorm beschleunigt werden kann. Viele Unternehmer haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt und wissen, dass sich die aktive Förderung der Energiewende und die Optimierung der Unternehmensergebnisse nicht ausschließen. Wichtig ist hier vor allem die Kraft objektiver Argumente. Einerseits, um Unternehmer davon zu überzeugen, langfristige Gewinne den kurzfristigen Erträgen vorzuziehen. Andererseits, um in der Bevölkerung mit dem falschen Vorurteil aufzuräumen, dass Unternehmen per se die bösen Buben im Ringen um die Energiewende sind.

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